Alle Mittel
OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Laudis

BVL Zul.-Nr. 026255-00

Laudis ist ein hochwirksames, nachauflaufendes Herbizid von Bayer CropScience, das speziell für den Einsatz in Mais sowie ausgewählten Nadelholz-Kulturen zur Bekämpfung von einjährigen ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Es bietet Landwirten eine flexible und zuverlässige Lösung zur Unkrautkontrolle in kritischen frühen Entwicklungsphasen.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Band an wirtschaftlich bedeutenden Unkrautarten, darunter typische Hirse-Arten sowie schwer bekämpfbare zweikeimblättrige Unkräuter. Durch die Kombination des modernen Wirkstoffs Tembotrione mit dem bewährten Safener Isoxadifen bietet das Produkt eine außergewöhnlich hohe Kulturverträglichkeit, selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen im Nachauflauf.

Wirkstoffe

Isoxadifen
22 g/L · Safener
Tembotrione
44 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der aktive Wirkstoff Tembotrione gehört zur chemischen Klasse der Triketone und wird nach der HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 27 (HPPD-Inhibitoren) eingestuft. Er blockiert das Enzym p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase, was die Biosynthese von Carotinoiden in den Schadpflanzen unterbricht. Ohne diese schützenden Pigmente führt das Sonnenlicht zur Zerstörung des Chlorophylls, was sich visuell durch ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der Unkräuter und anschließendes Absterben äußert. Der enthaltene Safener Isoxadifen sorgt für die selektive Verträglichkeit in den Kulturen. Er beschleunigt den metabolischen Abbau von Tembotrione in der Kultur, während die Schaderreger den Wirkstoff nicht schnell genug abbauen können und somit selektiv und nachhaltig geschädigt werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Da Tembotrione der HRAC-Gruppe 27 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. Gruppe 2 oder Gruppe 4) in der Fruchtfolge dringend zu empfehlen. Zudem sollten mechanische Regulierungsmaßnahmen integriert und die empfohlenen Aufwandmengen nicht unterschritten werden, um den Selektionsdruck auf Unkrautpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Produkt ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Partnerherbiziden zur Spektrumserweiterung sowie mit flüssigen Stickstoffdüngern unter Beachtung der Herstellerangaben. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Die Zugabe von spezifischen Additiven ist aufgrund der bereits optimierten Formulierung meist nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Aufnahme beschleunigen. Vor der Anwendung in Mischungen wird ein physikalischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid festgelegten Abstandsauflagen und driftmindernde Technik strikt einzuhalten. Das Produkt ist bezüglich des Bienenschutzes als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–182.25 LITER_PER_HECTARE
TanneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
TanneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter1.7 LITER_PER_HECTARE
TanneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter1.7 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für dieses Herbizid im Mais?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Unkräuter im frühen Nachauflauf (Keimblatt- bis 4-Blatt-Stadium) befinden und die Kultur die empfohlenen BBCH-Stadien durchläuft. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schadpflanzen besonders empfindlich und nehmen den Wirkstoff rasch auf.

Wie reagieren die Unkräuter visuell auf eine Behandlung?

Typisch für den HPPD-Hemmer ist ein rasch einsetzendes Ausbleichen (Symptom des 'Bleaching') an den Vegetationspunkten und Blättern der Unkräuter innerhalb weniger Tage nach der Spritzung. Anschließend nekrotisiert das Gewebe vollständig, und die Schadpflanzen sterben ab.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung des Herbizids?

Warmes, wüchsiges Wetter und ausreichende Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze, was zu einem schnelleren Absterben führt. Dank der modernen Formulierung ist das Mittel jedoch bereits nach ca. zwei Stunden regenfest.

Warum ist in diesem Produkt ein Safener enthalten und wie wirkt dieser?

Der Safener Isoxadifen schützt die Kultur vor phytotoxischen Schäden, indem er selektiv in den Kulturpflanzen den enzymatischen Abbau des Herbizidwirkstoffs beschleunigt. In den Unkräutern findet dieser Abbau nicht statt, sodass diese voll erfasst werden.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen einjährige Unkräuter?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Schaderreger-Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre Kultur und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige, tagesaktuelle Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmengen und Auflagen anzuzeigen.