Leimay
Leimay ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) im Kartoffelanbau. Mit dem Wirkstoff Amisulbrom bietet dieses Fungizid, das als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist, einen hervorragenden Schutz in kritischen Wachstumsphasen der Kultur. Dank seiner starken präventiven Wirkung schützt es die Kartoffelbestände zuverlässig vor einer frühzeitigen Zerstörung des Laubapparates.
Die Stärke von Leimay liegt insbesondere in seiner ausgeprägten Regenfestigkeit und der Fähigkeit, sowohl das Blattgewebe als auch die heranwachsenden Knollen vor dem gefürchteten Sporeneintrag zu schützen. Dies macht das Mittel zu einem unverzichtbaren Baustein in Spritzfolgen, um die Ertragsleistung und die Lagerfähigkeit der geernteten Kartoffeln abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Amisulbrom gehört zur FRAC-Gruppe 21 (Qi-Inhibitoren). Die biochemische Wirkungsweise basiert auf der Hemmung der Zellatmung der Oomyceten. Amisulbrom blockiert dabei spezifisch den Elektronentransport im Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III) an der Qi-Stelle. Dies führt zu einem raschen Zusammenbruch der Energieversorgung (ATP-Synthese) des Schaderregers. Durch diesen Mechanismus greift Leimay in mehreren Stadien des Entwicklungszyklus von Phytophthora infestans ein. Es hemmt die Keimung der Zoosporen sowie der Sporangien und unterbindet das Wachstum des Myzels im Pflanzengewebe. Die ausgeprägte antisporulierende Wirkung verhindert zudem effektiv die Weiterverbreitung des Erregers im Bestand.
Resistenzmanagement
Da Amisulbrom der FRAC-Gruppe 21 angehört, besteht bei einseitiger Anwendung ein inhärentes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen. Um die Wirksamkeit von Leimay langfristig zu sichern, solltest du das Produkt unbedingt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, die über einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus verfügen (wie beispielsweise Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 40, 43 oder Multisite-Inhibitoren). Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, um den Selektionsdruck auf den Schaderreger zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Leimay zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen anderen Pflanzenschutzmitteln, wie beispielsweise Insektiziden zur Blattlausbekämpfung oder speziellen Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kultur, insbesondere bei dichtem Laubdach, um eine lückenlose Schutzbarriere aufzubauen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Leimay ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) bei der Anmischung und Applikation obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen treffen: Vermeide Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, und verlege die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden und die allgemeinen Abstandsauflagen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) | 31–91 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den ersten Einsatz von Leimay in deiner Spritzfolge?
Der optimale Startzeitpunkt liegt präventiv vor dem ersten Infektionsdruck, meist ab dem Reihenschluss der Kartoffeln (BBCH-Stadium 31). Da Leimay stark protektiv wirkt, solltest du es einplanen, bevor erste Symptome im Feld sichtbar werden, um die Kultur von Anfang an gesund zu erhalten.
Wie schützt Leimay die Kartoffelknollen vor einer Infektion im Boden?
Der Wirkstoff Amisulbrom besitzt eine hohe Affinität zur Wachsschicht der Blätter und Stängel, wird aber auch bei Niederschlägen in geringen Mengen in den Boden abgewaschen. Dort inaktiviert er die herabgeschwemmten Zoosporen von Phytophthora infestans, sodass diese nicht in die Knollen eindringen können. Dies reduziert das Risiko von Knollenfäule im Lager erheblich.
Wie schnell ist Leimay nach der Anwendung regenfest?
Leimay haftet nach dem Antrocknen des Spritzbelags extrem schnell auf der Blattoberfläche. Bereits kurze Zeit nach der Applikation (meist innerhalb von ein bis zwei Stunden) ist der Wirkstoffbelag regenfest, sodass auch anschließende Niederschläge die Schutzwirkung nicht beeinträchtigen.
Kannst du Leimay mit einem Kontaktfungizid mischen, um das Resistenzrisiko weiter zu senken?
Ja, eine Tankmischung mit einem geeigneten, zugelassenen Kontaktfungizid ist eine hervorragende Strategie. Dadurch kombinierst du den spezifischen Wirkungsmechanismus von Amisulbrom mit einem Multi-Site-Wirkstoff, was den Selektionsdruck stark reduziert und gleichzeitig die Wirkungsbreite absichert.
Welche Düsentechnik solltest du für die Applikation von Leimay wählen?
Um eine optimale Anlagerung des Wirkstoffs auch in den unteren Blattetagen der Kartoffelkultur zu gewährleisten, empfiehlt sich der Einsatz von injektorbestückten Antidriftdüsen, die ein mittleres bis grobes Tropfenspektrum erzeugen. Dies sichert eine gute Bestandsdurchdringung bei gleichzeitig minimierter Abdrift.
Worauf musst du bei der Lagerung von Leimay-Restmengen achten?
Da es sich um ein flüssiges Suspensionskonzentrat handelt, musst du das Produkt frostfrei und trocken lagern. Temperaturen unter 0 °C können die physikalische Stabilität der Formulierung beeinträchtigen. Vor Gebrauch nach längerer Lagerung solltest du das Gebinde zudem gründlich aufschütteln.