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OTHER · M2i BIOCONTROL SAS

LOBESIA PRO PRESS

BVL Zul.-Nr. 00B017-00

LOBESIA PRO PRESS ist ein innovatives, biotechnologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Verwirrung des Bekreuzten Traubenwicklers (Lobesia botrana) im Weinbau. Als moderne Pheromonformulierung von M2i BIOCONTROL bietet das Produkt Weinbaubetrieben eine rückstandsfreie und umweltschonende Alternative zu klassischen Insektiziden. Es fügt sich hervorragend in integrierte sowie ökologische Bewirtschaftungskonzepte ein.

Das Produkt basiert auf einer flüssig-pastösen Pheromonformulierung, die speziell für die präzise Ausbringung im Weinberg entwickelt wurde. Der Fokus liegt ausschließlich auf dem Bekreuzten Traubenwickler, einem der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im europäischen Weinbau, dessen Larvenfraß die gefürchtete Sauerfäule (Botrytis) an den Trauben begünstigt.

Wirkstoffe

(E,Z)-7,9-Dodecadien-1-ylacetat
100 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von LOBESIA PRO PRESS beruht auf dem Prinzip der Paarungsstörung (Verwirrmethode). Der synthetisch hergestellte Wirkstoff (E,Z)-7,9-Dodecadien-1-ylacetat entspricht exakt dem natürlichen Sexualpheromon, das von den weiblichen Faltern des Bekreuzten Traubenwicklers emittiert wird. Nach der Ausbringung wird dieser Wirkstoff kontinuierlich und gleichmäßig in die Umgebungsluft abgegeben. Durch die künstlich erzeugte Pheromonwolke im Weinberg werden die männlichen Falter des Schaderregers desorientiert. Sie sind nicht mehr in der Lage, die echten Weibchen zur Paarung aufzufinden. Infolgedessen bleibt die Befruchtung und anschließende Eiablage aus, was den Befall der Kultur durch die nachfolgende Larvengeneration effektiv verhindert, ohne dass die Insekten direkt abgetötet werden.

Resistenzmanagement

Da es sich bei der Verwirrmethode um einen rein verhaltensmodifizierenden, biologischen Wirkmechanismus handelt, der nicht auf biochemischen Prozessen im Nerven- oder Stoffwechselsystem der Schädlinge ansetzt, besteht keinerlei Risiko für eine Resistenzbildung. LOBESIA PRO PRESS eignet sich daher ideal als fester Baustein im Antiresistenzmanagement, um den Selektionsdruck auf klassische chemisch-synthetische Insektizide zu minimieren und deren Wirksamkeit im Weinbau langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Formulierung und der punktuellen Ausbringungstechnik wird LOBESIA PRO PRESS in der Praxis solo angewendet und nicht im klassischen Tankmix mit Fungiziden oder Herbiziden in der Spritze ausgebracht. Bei einer eventuellen Kombination mit anderen biologischen Hilfsstoffen oder Trägermedien ist stets auf eine saubere Applikationstechnik und die Einhaltung der Herstellerangaben zu achten. Eine Vermischung mit stark sauren oder alkalischen Medien sollte vermieden werden, um die chemische Stabilität des Pheromons nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel zeichnet sich LOBESIA PRO PRESS durch ein hervorragendes Ökotoxizitätsprofil aus. Der Wirkstoff ist hochspezifisch für den Bekreuzten Traubenwickler und schont wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen und Schlupfwespen sowie Honigbienen (als nicht bienengefährlich eingestuft). Gewässerorganismen und Bodenlebewesen werden bei sachgerechter Anwendung nicht gefährdet, weshalb die Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern im Vergleich zu chemischen Insektiziden minimal sind. Dennoch sind die üblichen persönlichen Schutzmaßnahmen bei der Handhabung und Ausbringung einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeBekreuzter Traubenwickler1.25 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Ausbringung von LOBESIA PRO PRESS im Weinberg?

Die Anwendung muss unbedingt vor dem Flugbeginn der ersten Generation des Bekreuzten Traubenwicklers erfolgen. Dies wird idealerweise durch den Einsatz von Pheromonfallen (Monitoring) und Temperaturmodellen überwacht, um den perfekten Installationszeitpunkt im Frühjahr exakt abzupassen.

Warum ist die Flächengröße bei der Verwirrmethode so entscheidend?

Die Verwirrmethode funktioniert am zuverlässigsten auf größeren, zusammenhängenden Rebflächen (idealerweise ab 1 bis 2 Hektar). Auf zu kleinen oder stark parzellierten Flächen kann der Wind die Pheromonwolke verwehen, oder begattete Weibchen können aus unbehandelten Nachbarflächen einfliegen und dort Eier ablegen.

Wie beeinflusst extreme Witterung die Wirksamkeit des Pheromons?

Moderne Formulierungen wie LOBESIA PRO PRESS sind so konzipiert, dass sie regenfest sind und den Wirkstoff auch bei hohen Temperaturen gleichmäßig abgeben. Extrem starker, anhaltender Wind kann jedoch die Konzentration der Pheromonwolke im Bestand kurzzeitig verdünnen, weshalb windgeschützte Lagen besonders gut für diese Methode geeignet sind.

Kann LOBESIA PRO PRESS auch gegen den Einbindigen Traubenwickler eingesetzt werden?

Nein, das Produkt enthält spezifisch das Sexualpheromon des Bekreuzten Traubenwicklers (Lobesia botrana). Gegen den Einbindigen Traubenwickler (Eupoecilia ambiguella) ist dieser Wirkstoff nicht wirksam, da diese Art auf ein anderes Pheromon reagiert. Bei Mischbefall müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.

Welche Vorteile bietet das Produkt im Hinblick auf das Rückstandsmanagement?

Da es sich um ein natürliches Pheromon handelt, das verdunstet und keine chemischen Rückstände auf den Trauben hinterlässt, gibt es für LOBESIA PRO PRESS keine klassischen Wartezeitbeschränkungen vor der Ernte. Dies bietet Winzern maximale Flexibilität bis kurz vor der Lese.