Lortama
Lortama von Corteva Agriscience Germany GmbH ist ein innovatives Nachauflauf-Herbizid zur Bekämpfung einkeimblättriger und zweikeimblättriger Unkräuter im Mais (ZEAMX). Die Formulierung kombiniert drei komplementäre Herbizid-Wirkstoffe – Florpyrauxifen-benzyl, Nicosulfuron und Thifensulfuron – mit dem bewährten Safener Isoxadifen, um ein breites Wirkungsspektrum bei gleichzeitig hoher Kulturverträglichkeit zu gewährleisten.
Das Produkt wurde speziell entwickelt, um in der frühen bis mittleren Entwicklungsphase des Maises (BBCH-Stadien 12 bis 18) ein breites Spektrum an Problemunkräutern und Ungräsern in einem einzigen Arbeitsgang zu erfassen. Durch die Kombination verschiedener Wirkstoffklassen bietet Lortama eine zuverlässige Leistung unter variablen Umweltbedingungen.
Als modernes Pflanzenschutzmittel unterstützt dich Lortama dabei, die Konkurrenz durch Schaderreger um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig zu unterbinden und somit das Ertragspotenzial deiner Kultur zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Lortama nutzt zwei unterschiedliche biochemische Wirkungsmechanismen für die effektive Herbizidwirkung. Nicosulfuron und Thifensulfuron gehören zur Gruppe der ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2 / B). Sie blockieren das Enzym Acetolactat-Synthase, welches für die Biosynthese essentieller verzweigtkettiger Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin) in Pflanzen unerlässlich ist. Dies führt zu einem raschen Zellteilungsstopp und zum Absterben der empfindlichen Schaderreger. Florpyrauxifen-benzyl hingegen ist ein synthetisches Auxin aus der Klasse der Arylpicolinate (HRAC-Gruppe 4 / O). Der Wirkstoff bindet an spezifische Auxin-Rezeptoren (AFB5/TIR1), was zu einer unkontrollierten Genexpression, Zellstreckung und Gewebedeformation (Epinastie) sowie zum Zusammenbruch des Gefäßsystems führt. Der integrierte Safener Isoxadifen verstärkt selektiv den enzymatischen Abbau der Wirkstoffe in der Kultur Mais, wodurch die Kulturpflanze geschont wird, während die Zielunkräuter abgestorben werden.
Resistenzmanagement
Um der Selektion resistenter Biotypen vorzubeugen, kombiniert Lortama zwei unterschiedliche HRAC-Wirkungsweisen (Gruppe 2 und Gruppe 4). Zur nachhaltigen Anti-Resistenz-Strategie solltest du dieses Pflanzenschutzmittel in der Fruchtfolge mit Herbiziden alternieren, die andere Wirkungsmechanismen aufweisen (wie z. B. HPPD-Hemmer oder Photosynthesehemmer). Vermeide wiederholte Reinspritzungen mit ALS-Hemmern in derselben Anbausaison und nutze pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Ansetzung von Spritzbrühen ist stets auf eine vollständige Auflösung und die Einhaltung der empfohlenen Mischreihenfolge zu achten. Vermeide Tankmischungen mit organischen Phosphorsäureestern oder Karbamaten als Insektizide, da diese die Verträglichkeit des Safeners in der Kultur beeinträchtigen können. Achte auf eine gute Wasserqualität sowie günstige Witterungsbedingungen zum Anwendungszeitpunkt; spritze nicht bei extremen Temperaturschwankungen oder wenn die Kultur unter starkem Trockenstress steht.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Konzentrat und während der Ausbringung ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Pflanzenschutz-Schutzanzug, Schutzhandschuhe, Augenschutz) zu tragen. Zur Vermeidung von Abdrift in angrenzende Biotope und Gewässer sollten driftmindernde Düsen und sachgerechte Druckeinstellungen gewählt werden. Um Bestäuberinsekten zu schützen, sollte das Mittel nicht auf blühende Bestände oder blühende Unkräuter ausgebracht werden; eine Anwendung in den Abendstunden bei geringem Bienenflug wird empfohlen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–18 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Lortama im Mais?
Der optimale Behandlungszeitraum liegt im Nachauflauf zwischen dem 2-Blatt- und dem 8-Blatt-Stadium der Kultur (BBCH 12–18). Die Unkräuter und Ungräser sollten zu diesem Zeitpunkt aufgelaufen sein und sich im aktiven Wachstum befinden.
Welche Funktion erfüllt der enthaltene Safener Isoxadifen?
Isoxadifen schützt die Maispflanze, indem er die körpereigenen Enzyme der Kultur stimuliert, die Herbizidwirkstoffe rasch abzubauen. Dadurch bleibt die Kulturpflanze verträglich, während die Schaderreger gezielt bekämpft werden.
Warum kombiniert das Produkt Wirkstoffe aus HRAC-Gruppe 2 und Gruppe 4?
Die Kombination aus ALS-Hemmern (Gruppe 2) und einem synthetischen Auxin (Gruppe 4) erweitert das Wirkungsspektrum und verringert das Risiko einer Resistenzbildung deutlich, da eventuell ALS-resistente Biotypen durch das Auxin erfasst werden.
Was musst du beachten, wenn der Mais unter Witterungsstress steht?
Bei starkem Stress durch Frost, Trockenheit oder Staunässe kann die Stoffwechselaktivität des Maises herabgesetzt sein. Behandle erst dann wieder, wenn sich die Kultur erholt hat, um vorübergehende Wuchsstockungen oder Aufhellungen zu vermeiden.
Wie wirkt Lortama auf einkeimblättrige Ungräser wie Hühnerhirse?
Der enthaltene Wirkstoff Nicosulfuron wird über die Blätter und Wurzeln aufgenommen und blockiert die Zellteilung in den Meristemen der Ungräser, was rasch zu einem Wachstumsstopp und anschließendem Absterben führt.