Alle Mittel
Sonstige · SIPCAM OXON S. P. A.

LYSKAMM

BVL Zul.-Nr. 008414-00

LYSKAMM ist ein hochkonzentriertes Boden- und Blattherbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und einjährigem Rispengras in Wintergetreide. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und gleichmäßig im Tank anmischen. Es ist speziell für den herbstlichen Einsatz in Kulturen wie Wintergerste und Winterweichweizen konzipiert, um junge Unkrautbestände frühzeitig und effektiv zu unterdrücken.

Der Wirkstoff bildet nach der Anwendung einen feinen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche aus. Auflaufende Schaderreger nehmen den Wirkstoff primär über die Keimlinge und die Wurzeln auf, während bereits aufgelaufene Unkräuter zusätzlich über das Blatt benetzt werden. Dies sorgt für eine langanhaltende Dauerwirkung, die auch spätauflaufende Unkrautwellen im Wintergetreide zuverlässig erfasst.

Das Wirkungsspektrum umfasst wichtige Leitunkräuter wie Kletten-Labkraut, Vogel-Knöterich, Klatsch-Mohn, Gemeinen Erdrauch und die Geruchlose Kamille sowie das Einjährige Rispengras. Durch die frühe Ausschaltung dieser Konkurrenten sichert LYSKAMM deinen Kulturen einen optimalen Start und schützt das Ertragspotenzial von Anfang an.

Wirkstoffe

Diflufenican
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in LYSKAMM enthaltene Wirkstoff Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (ehemals F1) und wirkt als Inhibitor der Phytoendesaturase (PDS). Dieser biochemische Prozess blockiert die Biosynthese von Carotinoiden, welche für den Schutz des Chlorophylls vor Photooxidation essenziell sind. Ohne diese Schutzpigmente führt das einstrahlende Sonnenlicht zur Zerstörung des Chlorophylls in den empfindlichen Unkräutern. Sichtbar wird diese Wirkung durch ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der betroffenen Unkrautgewebe, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Pflanzen innerhalb weniger Wochen. Da der Wirkstoff sowohl über den Boden als auch über das Blatt aufgenommen wird, entfaltet er seine Wirkung flexibel bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen, sofern eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung des Bodenfilms vorhanden ist.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern vorzubeugen, solltest du LYSKAMM stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Wirkstoffen aus der HRAC-Gruppe 12 auf derselben Fläche. Ein jährlicher Wechsel oder die gezielte Kombination im Tankmix mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen stellt sicher, dass der Selektionsdruck minimiert wird und die Wirksamkeit von Diflufenican langfristig erhalten bleibt.

Mischbarkeit & Tankmischung

LYSKAMM zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbstherbiziden und Bodenpartnern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die physikalische Kompatibilität vorab in einem kleinen Gefäß prüfen und das Pflanzenschutzmittel als erste Komponente in den zu Dreiviertel mit Wasser gefüllten Spritztank geben. Achte auf eine gleichmäßige Wasserqualität und vermeide extrem hartes Wasser. Die Zugabe von speziellen Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber bei extrem trockenen Bedingungen die Blattaufnahme unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit LYSKAMM ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Anmischen, obligatorisch. Zum Schutz von Bestäubern solltest du generell darauf verzichten, das Mittel auf blühende Kulturen oder Unkräuter auszubringen, und die Anwendung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–290.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjähriges Rispengras1–90.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter1–90.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Vogel-Knöterich, Klatsch-Mohn10–290.25 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut, Vogel-Knöterich, Klatsch-Mohn10–290.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Vogel-Knöterich, Klatsch-Mohn1–90.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjähriges Rispengras10–290.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–290.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von LYSKAMM im Herbst?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen (ab BBCH-Stadium 11 bis 29), wenn die Unkräuter gerade keimen oder sich im Keimblattstadium befinden. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit begünstigt die Ausbildung des Herbizidfilms und optimiert die Dauerwirkung über den Boden.

Wie verhält sich LYSKAMM bei langanhaltender Trockenheit nach der Spritzung?

Bei extremer Trockenheit kann die Bodenwirkung von Diflufenican vorübergehend eingeschränkt sein, da der Wirkstoff Feuchtigkeit benötigt, um von den Wurzeln und Keimlingen aufgenommen zu werden. Sobald jedoch Niederschläge fallen, wird der Wirkstoff im Boden aktiviert und entfaltet seine langanhaltende Wirkung gegen nachkeimende Schaderreger.

Kann ich LYSKAMM auch in einer Tankmischung mit flüssigen Düngemitteln ausbringen?

Grundsätzlich ist LYSKAMM mit vielen flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) mischbar. Du solltest jedoch beachten, dass solche Mischungen bei Frostgefahr oder starker Sonneneinstrahlung die Kulturpflanzen stressen können. Führe im Zweifel immer eine kleine Mischprobe durch und appliziere die Mischung nur auf trockene, vitale Bestände.

Welche Nachbauauflagen muss ich beachten, wenn eine Kultur vorzeitig umgebrochen werden muss?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch der behandelten Wintergetreideflächen notwendig sein, ist aufgrund der Bodenaktivität von Diflufenican eine tiefere Bodenbearbeitung (mindestens 15 cm Pflügen) ratsam, bevor zweikeimblättrige Folgekulturen eingesät werden. Für den regulären Nachbau im folgenden Frühjahr bestehen bei üblicher Bodenbearbeitung keine Einschränkungen.

Warum verfärben sich manche Unkräuter nach der Behandlung weiß statt braun?

Das ist der typische 'Bleaching'-Effekt von Diflufenican. Da der Wirkstoff die Carotinoid-Synthese blockiert, wird das Chlorophyll durch das Sonnenlicht zerstört. Die Unkräuter bleichen von den Triebspitzen her weiß aus und sterben anschließend langsam ab. Dieser Prozess kann je nach Lichtintensität und Temperatur einige Tage bis Wochen dauern.