MAGNELLO
MAGNELLO ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Syngenta, das speziell für den anspruchsvollen Einsatz im Getreidebau, insbesondere in Winterweichweizen, entwickelt wurde. Als bewährte Kombination zweier starker Triazol-Wirkstoffe bietet es einen exzellenten Schutz in der kritischen Phase der Ertragsbildung. Die flüssige Formulierung als Emulsion (EW) garantiert eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Wirkstoffaufnahme durch die Kultur.
Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Spätbereich des Weizens. Hierzu zählen neben der ertragsmindernden Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) und der Blatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum) auch Braunrost sowie die gefürchteten Ährenfusariosen (Fusarium-Arten). Durch den gezielten Einsatz in den BBCH-Stadien 51 bis 69 schützt MAGNELLO das Fahnenblatt und die Ähre, was die Kornqualität und den Ertrag nachhaltig sichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Aktivität von MAGNELLO basiert auf der synergistischen Kombination von Difenoconazol und Tebuconazol. Beide Wirkstoffe gehören zur chemischen Gruppe der Triazole (DMI-Fungizide) und sind im FRAC-Code unter der Gruppe 3 (Sterolsynthese-Inhibitoren / Demethylierungs-Inhibitoren) klassifiziert. Sie greifen aktiv in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Baustein der Pilzzellmembran. Ohne Ergosterol bricht die Membranstruktur der Schaderreger zusammen, was das Myzelwachstum stoppt und die Sporenkeimung unterbindet. Durch die systemischen Eigenschaften werden die Wirkstoffe nach der Behandlung rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet sowohl eine präventive (vorbeugende) Schutzwirkung gegen neu anfliegende Sporen als auch eine kurative (heilende) Wirkung gegen bereits etablierte, aber noch nicht sichtbare Infektionen im Gewebe.
Resistenzmanagement
Da beide Wirkstoffe in MAGNELLO der FRAC-Gruppe 3 angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich, um die langfristige Wirksamkeit der Triazole zu sichern. Um das Risiko einer Resistenzselektion – insbesondere bei der Septoria-Blattdürre – zu minimieren, sollte MAGNELLO stets im Rahmen einer ausgewogenen Spritzfolge eingesetzt werden. Ein Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) ist dringend zu empfehlen. Zudem sollte die maximal zugelassene Anzahl an Anwendungen pro Saison nicht überschritten und stets die volle registrierte Aufwandmenge genutzt werden, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme durch subletale Dosen zu vermeiden.
Mischbarkeit & Tankmischung
MAGNELLO zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln aus. Mischungen mit Wachstumsreglern, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern (z. B. Harnstoff oder Mikronährstoffen) sind in der landwirtschaftlichen Praxis in der Regel problemlos möglich. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise pH-neutral bis leicht sauer) zu achten. Es wird empfohlen, die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, MAGNELLO unter ständigem Rühren als erste Komponente beizugeben und eventuelle Mischungspartner erst nach vollständiger Verteilung hinzuzufügen. Vor großflächiger Anwendung empfiehlt sich stets ein physischer Mischbarkeitstest im Kleinen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit MAGNELLO sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Handschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik (z. B. Düsen mit 90 % Abdriftminderung) an angrenzenden Oberflächengewässern zwingend zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist hinsichtlich seiner Einstufung zum Schutz von Bienen und anderen Nützlingen sorgfältig zu handhaben; direkte Kontakte mit blühenden Beständen oder Unkräutern im Unterwuchs sollten vermieden werden, um jegliches Risiko für Bestäuber auszuschließen.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit MAGNELLO gegen Ährenfusarium?
Der beste Bekämpfungszeitraum gegen Fusarium-Arten liegt in der Blüte (BBCH 59 bis 65). Eine Applikation sollte idealerweise präventiv innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einem Niederschlagsereignis während der Blüte erfolgen, da Feuchtigkeit die Infektion über die Staubbeutel massiv begünstigt.
Kann MAGNELLO auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr eingesetzt werden?
Da MAGNELLO vor allem für die Spätanwendung ab dem Ährenschieben (BBCH 51) konzipiert ist, sind die Temperaturen im Anwendungsfenster meist ausreichend hoch. Für eine optimale systemische Verteilung der Triazole in der Kultur sind Temperaturen ab 10 bis 12 °C sowie aktives Wachstum der Kultur vorteilhaft.
Warum enthält MAGNELLO zwei verschiedene Triazol-Wirkstoffe?
Die Kombination aus Difenoconazol und Tebuconazol bietet ein breiteres Wirkungsspektrum und eine verbesserte Dauerwirkung. Während Tebuconazol eine sehr schnelle Initialwirkung (Stopp-Effekt) gegen Rost und Fusarium zeigt, zeichnet sich Difenoconazol durch eine herausragende, langanhaltende Protektion gegen Septoria-Arten aus.
Wie wirkt sich der Einsatz von MAGNELLO auf den Mykotoxingehalt im Erntegut aus?
Durch die starke Wirkung von Tebuconazol gegen Fusarium-Arten wird die Myzelentwicklung auf den Ähren unterdrückt. Dies führt zu einer signifikanten Reduzierung von Mykotoxinen (wie Deoxynivalenol/DON) im Korn, was für die Vermarktung als Backweizen von entscheidender Bedeutung ist.
Welche Rolle spielt die Wasseraufwandmenge bei der Applikation von MAGNELLO?
Für eine optimale Benetzung der Ähre und der oberen Blattetagen wird eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Eine feine bis mittlere Tropfenapplikation stellt sicher, dass auch die vertikalen Strukturen der Ähre rundum vom Spritzfilm erfasst werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Septoria-Blattdürre?
Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der Kultur 'Winterweichweizen' und wählen Sie unter 'Schaderreger' die 'Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)' aus, um alle in Deutschland registrierten Alternativen und Tankmischpartner anzuzeigen.