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Kultur

Weizen

Triticum sp.
TRZSS

Triticum sp. (EPPO-Code: TRZSS), umfassend vor allem den ertragsstarken Weichweizen sowie den für Teigwaren geschätzten Hartweizen, ist die ökonomisch und flächenmäßig bedeutendste Kultur im mitteleuropäischen Ackerbau. Als anspruchsvolles Getreide benötigt Weizen tiefgründige Böden mit guter Wasserführung, um sein hohes Ertragspotenzial voll auszuschöpfen. Die Kultur dient weltweit als primäre Säule der Humanernährung und der Futtermittelproduktion.

Die Bestandsführung erfordert von der Aussaat bis zur Ernte eine präzise Abstimmung aller agronomischen Maßnahmen auf die jeweiligen BBCH-Stadien. Besonders die Stickstoffdüngung und der Pflanzenschutz müssen exakt gesteuert werden, um sowohl Spitzenerträge als auch die für die Vermarktung entscheidenden Qualitätskriterien wie den Rohproteingehalt und die Fallzahl abzusichern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte September bis Ende November (Winterweizen); Ende Februar bis April (Sommerweizen)
Erntefenster
Mitte Juli bis Ende August
Reihenabstand
12,0–15,0 cm
Typischer Ertrag
7,0–9,5 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1800–2100 °C
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Für einen erfolgreichen Weizenanbau sind tiefgründige, gut strukturierte Böden mit hoher Wasserhaltekapazität ideal. Die Bodenbearbeitung sollte darauf abzielen, Verdichtungen im Unterboden zu vermeiden, um eine tiefe Einwurzelung zu ermöglichen. Eine ausgewogene Humusbilanz und eine bedarfsgerechte Kalkung sichern die Nährstoffverfügbarkeit, insbesondere von Phosphor und Mikronährstoffen. Die Stickstoffdüngung erfolgt meist in mehreren Teilgaben (Start-, Schoss- und Spätgabe), um sowohl das Ertragspotenzial als auch die Kornqualität gezielt zu steuern.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz im Weizen erfordert eine lückenlose Überwachung ab Vegetationsbeginn. Schaderreger wie Parastagonospora nodorum (Blatt- und Spelzenbräune) oder bodenbürtige Pilze müssen durch weite Fruchtfolgen, resistente Sorten und den gezielten Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel kontrolliert werden. Auch tierische Schädlinge wie die Fritfliege (Oscinella frit) im frühen Stadium oder Vektoren von Viruserkrankungen erfordern Aufmerksamkeit. Behandlungen sollten stets auf Basis von Schadschwellen und aktuellen Prognosemodellen durchgeführt werden, um Resistenzen vorzubeugen.

Sorten

RGT Reform

Mittelspät

Sehr ertragsstabil, besonders auf mittleren bis guten Standorten.

Resistent gegen: Mehltau, Gelbrost

Anfällig für: Fusarium

Ein extrem weit verbreiteter B-Weizen in Deutschland mit hervorragender Standfestigkeit und breiter Blattgesundheit.

Julius

Spät

Hoher und sicherer Ertrag auch in rauen Lagen.

Resistent gegen: Braunrost, Pseudocercosporella

Anfällig für: Blattseptoria

Ein bewährter A-Weizen mit exzellenter Winterhärte und sehr guter Kornqualität.

KWS Emerald

Mittel

Spitzenerträge im Futterweizensegment.

Resistent gegen: Mehltau, Gelbrost

Anfällig für: Ährenfusarium

Sehr frohwüchsig im Frühjahr, ideal für intensive Standorte im C-Weizen-Segment.

Ponticus

Mittelspät

Gute Erträge für die Qualitätsgruppe E.

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Braunrost

Herausragender Elite-Weizen mit hoher Proteinstabilität und sehr guter Backqualität.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie entscheidest du, ob eine Spätbehandlung gegen Ährenfusarium notwendig ist?

Ausschlaggebend sind die Vorfrucht (besonders Mais), die Bodenbearbeitung (Pfluglosigkeit erhöht das Infektionsrisiko deutlich) und die Witterung während der Weizenblüte (BBCH 61–69). Regnet es in dieser Phase, solltest du innerhalb eines engen Zeitfensters von maximal 2 bis 3 Tagen nach dem Regenereignis eine gezielte Behandlung mit einem zugelassenen Fungizid durchführen.

Wie kannst du das Risiko von Resistenzen bei der Bekämpfung von Blattkrankheiten minimieren?

Nutze konsequent den Wirkstoffwechsel und kombiniere verschiedene Wirkstoffklassen wie Triazole, Strobilurine und Carboxamide. Vermeide Solo-Anwendungen von gefährdeten Wirkstoffen und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen, um den selektiven Druck auf Schaderreger wie Septoria tritici zu verringern.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium 31/32 für deine Wachstumsregler-Strategie?

In diesem Stadium (Beginn des Schossens) ist die Wirkung von Wachstumsreglern wie Chlormequat-Chlorid (CCC) am effizientesten, um die unteren Internodien zu verkürzen und die Standfestigkeit der Kultur zu sichern. Spätere Anwendungen ab BBCH 37/39 erfordern andere Wirkstoffe wie Trinexapac-Ethyl oder Prohexadion-Calcium.

Wie findest du im Portal schnell die passenden Pflanzenschutzmittel für Weizen?

Nutze die Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech und filtere gezielt nach der Kultur 'Weizen' sowie dem spezifischen Schaderreger. So erhältst du sofort eine Liste aller aktuell in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive Aufwandmengen, Wartezeiten und Anwendungsbestimmungen.

Wann ist der optimale Zeitpunkt, um auf Fritfliegenbefall zu kontrollieren?

Die kritische Phase liegt im frühen Herbst bei der Keimung und dem Auflaufen (BBCH 10–13) des Winterweizens, besonders bei milder Witterung. Kontrolliere deine Bestände auf gelbe Herzblätter und setze bei Überschreiten der Schadschwelle zugelassene Insektizide ein, um Ausfälle in der Bestockung zu verhindern.

Warum ist die Spätgabe von Stickstoff für die Backqualität so entscheidend?

Die dritte Stickstoffgabe (Qualitätsgabe) erfolgt meist zum Ährenschieben (BBCH 51–59). Sie dient kaum noch der Ertragsbildung, sondern fließt direkt in die Einlagerung von Reserveproteinen im Korn. Damit sicherst du den für die Vermarktung als Qualitätsweizen (A- oder E-Weizen) notwendigen Rohproteingehalt.