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OTHER · Clayton Plant Protection Ltd.

Mattium

BVL Zul.-Nr. 00B047-60

Mattium ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das speziell für den professionellen Kartoffelanbau zur gezielten Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) entwickelt wurde. Als wasserlösliches Granulat formuliert, lässt sich das Produkt hervorragend handhaben und präzise dosieren. Es besetzt eine strategisch wichtige Position im Pflanzenschutzprogramm, da es sowohl vorbeugende als auch kurative Eigenschaften in sich vereint.

Durch die schnelle Aufnahme in das Blattgewebe bietet Mattium einen hervorragenden Schutz der Kultur, selbst unter wechselhaften und feuchten Witterungsbedingungen, die den Druck durch den Schaderreger massiv erhöhen können. Es ist ein unverzichtbarer Baustein für Erzeuger, die eine zuverlässige und flexible Lösung zur Gesunderhaltung ihrer Kartoffelbestände suchen.

Wirkstoffe

Cymoxanil
600 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Mattium enthaltene Wirkstoff Cymoxanil gehört zur chemischen Gruppe der Cyanacetamid-Oxime (FRAC-Gruppe 27). Cymoxanil zeichnet sich durch seine ausgeprägte translaminare und lokal systemische Wirkung aus. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und verteilt sich gleichmäßig, wodurch auch die unbehandelte Blattunterseite geschützt wird. Biochemisch greift Cymoxanil an mehreren Stellen in den Stoffwechsel des Pilzes ein. Es hemmt die Synthese von Nukleinsäuren, die Atmungsprozesse sowie die Permeabilität der Zellmembranen des Schaderregers. Diese Multi-Site-Aktivität innerhalb der Zelle führt zu einem schnellen Stopp des Myzelwachstums und verhindert die Sporenbildung, was Mattium eine herausragende kurative Wirkung in der Frühphase einer Infektion verleiht.

Resistenzmanagement

Obwohl Cymoxanil aufgrund seines spezifischen Wirkungsmechanismus ein mittleres Resistenzrisiko aufweist, erfordert ein nachhaltiges Risikomanagement den bewussten Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen. Mattium sollte im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge stets im Wechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die über andere FRAC-Klassifizierungen verfügen (wie z. B. Kontaktfungizide oder systemische Partner mit abweichendem Wirkort). Die Begrenzung der maximalen Anzahl an Anwendungen pro Saison trägt maßgeblich dazu bei, die Sensitivität von Phytophthora infestans langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Mattium weist eine hervorragende physikalische und chemische Verträglichkeit mit den meisten gängigen Pflanzenschutzmitteln im Kartoffelanbau auf, einschließlich vieler Insektizide und Flüssigdünger. Bei Mischungen sollte auf den pH-Wert des Spritzwassers geachtet werden; extrem alkalische Bedingungen sind zu vermeiden, um die Stabilität des Wirkstoffs nicht zu beeinträchtigen. Eine ausreichende Wasseraufwandmenge stellt zudem eine lückenlose Benetzung der Kultur sicher, was die translaminare Verteilung im Blatt optimiert.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Mattium sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA), strikt einzuhalten. Aufgrund der Eigenschaften des Wirkstoffs sind Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen zu beachten, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme und Nichtzielbiotope zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollten Behandlungen zum Schutz von Bestäubern bevorzugt außerhalb des aktiven Bienenflugs durchgeführt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelPhytophthora infestans15–930.15 KILOGRAM_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Mattium innerhalb des BBCH-Fensters?

Mattium ist für den Einsatz zwischen den BBCH-Stadien 15 (5. Laubblatt am Hauptstängel entfaltet) und 93 (Beginn der Laubblattvergilbung) registriert. Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt in Phasen mit hohem Infektionsrisiko oder unmittelbar nach einem vermuteten Infektionsereignis, um die kurative Stopp-Wirkung des Wirkstoffs optimal zu nutzen.

Wie schnell ist Mattium nach der Anwendung regenfest?

Aufgrund der schnellen penetrierenden und translaminaren Eigenschaften von Cymoxanil dringt der Wirkstoff innerhalb von etwa ein bis zwei Stunden nach der Spritzung vollständig in das Blattgewebe ein. Danach ist der Schutzfilm extrem regenfest und wird nicht mehr abgewaschen.

Welchen Vorteil bietet die kurze Wartezeit von Mattium in der Praxis?

Die extrem kurze Wartezeit von nur einem Tag bietet Kartoffelanbauern maximale Flexibilität in der späten Wachstumsphase. So können Bestände auch kurz vor der Krautregulierung oder Ernte effektiv vor einer späten Knolleninfektion geschützt werden, ohne den Betriebsablauf zu verzögern.

Kann Mattium auch bei bereits sichtbarem Befall mit Krautfäule eingesetzt werden?

Obwohl Mattium eine starke kurative Wirkung besitzt und latente Infektionen im Gewebe stoppen kann, sollte es primär präventiv oder unmittelbar nach einer Infektion (bevor Symptome sichtbar werden) eingesetzt werden. Bei bereits stark etabliertem, sichtbarem Befall im Feld stößt die Solobehandlung an Grenzen und erfordert spezielle Sanierungsmaßnahmen.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung von Mattium?

Cymoxanil ist in sauren bis neutralen Spritzbrühen sehr stabil. Bei stark alkalischem Wasser (pH-Wert über 8) kann es jedoch zu einem schnellen chemischen Abbau des Wirkstoffs kommen. Es wird empfohlen, den pH-Wert der Spritzbrühe zu kontrollieren und gegebenenfalls mit einem pH-Regulator anzupassen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach registrierten Pflanzenschutzmitteln für Ihre spezifische Kultur (z. B. Kartoffel) oder gegen bestimmte Schaderreger zu suchen. Sie können die Ergebnisse nach Wirkstoffklassen, Herstellern oder Zulassungsnummern filtern.