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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Merlin Duo

BVL Zul.-Nr. 00B159-00

Merlin Duo ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid-Konzentrat (Suspensionskonzentrat, SC) von Bayer CropScience, das speziell für den Einsatz im Mais (Zea mays) entwickelt wurde. Es kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe mit einem modernen Safener, um ein breites Spektrum an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie der problematischen Hühnerhirse im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf effektiv zu bekämpfen.

Durch die Kombination von Boden- und Blattwirkung bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Dauerwirkung und Flexibilität bei der Anwendung. Der integrierte Safener Cyprosulfamide sorgt für eine exzellente Kulturverträglichkeit, indem er den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in der Maispflanze beschleunigt, ohne die Wirkung auf die Schaderreger zu beeinträchtigen. Dies macht Merlin Duo zu einem verlässlichen Fundament im modernen Unkrautmanagement im Maisanbau.

Wirkstoffe

Cyprosulfamide
50 g/L · Safener
Isoxaflutole
50 g/L · Wirkstoff
Terbuthylazin
375 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Merlin Duo basiert auf zwei unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Isoxaflutole gehört zur HRAC-Gruppe 27 (HPPD-Inhibitoren). Es blockiert das Enzym p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase, was die Biosynthese von Plastochinon und Carotinoiden stört. Dies führt zum Ausbleichen (Bleaching) und Absterben der empfindlichen Unkräuter. Terbuthylazin (HRAC-Gruppe 5) hemmt den Elektronentransport im Photosystem II, was die Photosynthese blockiert und zur schnellen Nekrose der Unkrautgewebe führt. Der enthaltene Safener Cyprosulfamide mobilisiert die pflanzeneigenen Entgiftungsmechanismen des Maises (insbesondere durch die Aktivierung von GST-Enzymen). Dadurch wird die Kultur auch unter ungünstigen Witterungsbedingungen wie Kälte oder Staunässe optimal geschützt, während die Schadpflanzen voll erfasst werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, nutzt Merlin Duo die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppe 27 und Gruppe 5). Dies erschwert die Selektion resistenter Biotypen von Hühnerhirse und zweikeimblättrigen Unkräutern erheblich. Landwirte sollten dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer integrierten Unkrautbekämpfung einsetzen, die Fruchtfolgewechsel, mechanische Maßnahmen und den alternierenden Einsatz von Herbiziden mit anderen Wirkungsmechanismen im Nachauflauf umfasst.

Mischbarkeit & Tankmischung

Merlin Duo zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Maisherbiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) aus. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 l/ha) und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimal auf die Benetzung und Haftung abgestimmt ist. Bei extremen Bedingungen oder Mischungen mit neuen Partnern sollte vorab eine Mischprobe durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Merlin Duo ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Aufgrund der Wirkstoffeigenschaften, insbesondere von Terbuthylazin und Isoxaflutole, gelten strenge Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Gewässern und Nichtzielpflanzen. Abdriftsmindernde Düsen und die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (BVL-Auflagen) sind zwingend erforderlich. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Nützlingen verantwortungsvoll eingesetzt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse10–132 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–131.5 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse0–92 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–131 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse10–132 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse0–92 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91.5 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie funktioniert der "Recall-Effekt" von Merlin Duo bei Trockenheit?

Der Wirkstoff Isoxaflutole lagert sich im trockenen Boden an die Bodenpartikel an und bleibt dort stabil. Sobald Niederschläge fallen, wird der Wirkstoff reaktiviert und erfasst auch später keimende Unkräuter und Hirsewellen zuverlässig.

Bis zu welchem BBCH-Stadium des Maises kann Merlin Duo appliziert werden?

Die Zulassung erlaubt eine Anwendung vom Vorauflauf (BBCH 00) bis zum frühen Nachauflauf, konkret bis zum 3-Blatt-Stadium des Maises (BBCH 13). Eine spätere Anwendung kann das Risiko von Kulturschäden erhöhen.

Welche Rolle spielt der Safener Cyprosulfamide bei kühler Witterung?

Cyprosulfamide sorgt dafür, dass der Mais die herbiziden Wirkstoffe auch bei niedrigen Temperaturen, wenn der pflanzliche Stoffwechsel verlangsamt ist, schnell und schadlos abbauen kann. Dies garantiert eine hohe Kulturverträglichkeit direkt nach dem Auflaufen.

Kann Merlin Duo auf sandigen Böden mit geringem Humusgehalt uneingeschränkt eingesetzt werden?

Auf sehr leichten, sandigen Böden mit geringem Humusgehalt ist Vorsicht geboten, da es bei Starkregen zu einer Einwaschung der Wirkstoffe in die Wurzelzone kommen kann. Hier empfiehlt es sich, die Aufwandmenge anzupassen und die lokalen Anwendungsbestimmungen genau zu beachten.

Wie verhält sich Merlin Duo bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen im Herbst?

Nach dem regulären Einsatz von Merlin Duo im Frühjahr können im Herbst nach normaler Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen) Wintergetreide oder Winterraps angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Maiskultur sollten die spezifischen Wartezeiten und tiefen Lockerungsmaßnahmen beachtet werden.

Warum ist die Kombination mit Terbuthylazin im Hinblick auf das Grundwasser reglementiert?

Terbuthylazin unterliegt strengen gesetzlichen Auflagen zum Grundwasserschutz. Daher darf der Wirkstoff auf derselben Fläche nur alle drei Jahre angewendet werden, um Einträge in das Grundwasser konsequent zu verhindern.