Mevalone
Mevalone ist ein innovatives, biologisches Pflanzenschutzmittel von Eden Research PLC, das auf einer patentierten Formulierungstechnologie basiert. Es enthält eine synergistische Kombination aus drei pflanzlichen Terpenen: Eugenol, Geraniol und Thymol. Diese bioziden Wirkstoffe sind natürlichen Ursprungs und bieten Weinbauern und Obsterzeugern eine hochwirksame, rückstandsfreie Alternative im modernen, integrierten Pflanzenschutz sowie im ökologischen Anbau.
Die Formulierung als Suspensionskonzentrat sorgt für eine kontrollierte Freisetzung der Wirkstoffe direkt auf der Kultur. Mevalone ist speziell für die Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern wie Botrytis cinerea (Grauschimmel) sowie Alternaria- und Phytophthora-Arten zugelassen. Durch seine kurze Wartezeit eignet es sich hervorragend für späte Behandlungen kurz vor der Ernte, um die Qualität des Ernteguts zu sichern, ohne unerwünschte Rückstände zu hinterlassen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirkung von Mevalone beruht auf dem physikalisch-chemischen Zusammenspiel der drei Terpene Eugenol, Geraniol und Thymol. Diese lipophilen Moleküle dringen direkt in die Zellmembranen der Pilzsporen und des Myzels ein. Dort stören sie die Integrität der Lipiddoppelschicht, was zu einer Erhöhung der Membranpermeabilität führt. Infolgedessen kommt es zum unkontrollierten Austritt von Zellbestandteilen (Lyse) und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Da dieser Wirkungsmechanismus rein physikalisch-strukturell an der Zellmembran ansetzt und nicht an ein einzelnes spezifisches Enzym gekoppelt ist (Multi-Site-Aktivität), wird das Risiko einer Resistenzentwicklung als extrem gering eingestuft. Es gibt keine bekannte Kreuzresistenz zu synthetisch-chemischen Fungizidklassen.
Resistenzmanagement
Obwohl das Risiko einer Resistenzentwicklung aufgrund der Multi-Site-Wirkungsweise der Terpene äußerst gering ist, solltest du Mevalone stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Der Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen sichert die langfristige Wirksamkeit aller verfügbaren Pflanzenschutzmittel. Nutze Mevalone strategisch, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck oder kurz vor der Ernte, um chemische Wirkstoffgruppen zu entlasten und Rückstände im Erntegut zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Mevalone ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmittel-Partnern und Blattdüngern mischbar. Aufgrund der speziellen Mikrokapsel-Formulierung solltest du jedoch vor jeder Tankmischung eine Verträglichkeitsprobe im kleinen Maßstab durchführen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder aggressiven Netzmitteln, die die Kapselstruktur vorzeitig zerstören könnten. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Traubenzone bzw. der Zielflächen zu gewährleisten, und appliziere die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Mevalone ist die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt mit dem Konzentrat zu vermeiden. Da in den Zulassungsdaten keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Behandlungen nicht während des aktiven Bienenflugs auf blühende Kulturen oder blühende Untergräser ausbringen; verlege die Anwendung vorzugsweise in die Abendstunden. Achte darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wie wirkt die Sustaine-Technologie in Mevalone genau?
Die Sustaine-Technologie basiert auf natürlichen Mikrokapseln aus Hefe-Zellwänden. Diese Kapseln schließen die flüchtigen Terpene (Eugenol, Geraniol, Thymol) ein und schützen sie vor schneller Verdunstung. Erst bei Kontakt mit Feuchtigkeit auf der Kultur werden die Wirkstoffe kontrolliert und über einen längeren Zeitraum freigesetzt, was eine langanhaltende Schutzwirkung gegen Schaderreger garantiert.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Botrytis im Weinbau?
Du kannst Mevalone flexibel in der kritischen Phase vom Beginn der Blüte (BBCH 60) bis zur Ernte (BBCH 89) einsetzen. Besonders bewährt hat sich die Anwendung kompakt vor der Traubenschließung, um das Innere des Gerüsts zu schützen, sowie in der späten Reifephase kurz vor der Lese, da die Wartezeit sehr kurz ist und keine negativen Auswirkungen auf die Gärung bekannt sind.
Beeinflusst Mevalone die spätere Weinbereitung oder die Gärung?
Nein, umfangreiche Prüfungen haben gezeigt, dass Mevalone bei vorschriftsmäßiger Anwendung keinen negativen Einfluss auf die Hefeaktivität, den Gärungsverlauf oder das sensorische Profil des fertigen Weins hat. Du kannst das Pflanzenschutzmittel daher auch in der späten Reifephase bedenkenlos einsetzen.
Kann ich Mevalone auch im ökologischen Landbau verwenden?
Ja, da die Wirkstoffe Eugenol, Geraniol und Thymol natürlichen Ursprungs sind, ist Mevalone für den Einsatz im ökologischen Landbau zugelassen. Bitte prüfe vor der Anwendung die aktuellen Listungen deines jeweiligen Anbauverbandes oder die Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland (FiBL).
Was muss ich bei der Wassertemperatur und der Spritztechnik beachten?
Verwende für die Spritzbrühe möglichst sauberes, mäßig temperiertes Wasser. Da es sich um eine Mikrokapsel-Formulierung handelt, solltest du das Rührwerk während des gesamten Befüll- und Spritzvorgangs laufen lassen. Eine gleichmäßige, tropfenfreie Benetzung der gesamten Zielfläche ist entscheidend für den Bekämpfungserfolg.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen Botrytis?
Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach dem Schaderreger „Botrytis cinerea“ filtern und deine Kultur auswählen. Das System zeigt dir dann alle in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel an, die du nach Wirkstoffen, Herstellern oder biologischen Alternativen sortieren kannst, um deine Spritzfolge optimal zu planen.