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OTHER · Eden Research PLC

Mevalone

BVL Zul.-Nr. 00A941-00

Mevalone ist ein innovatives, bio-basiertes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten im Weinbau und weiteren Kulturen. Das flüssige Fungizid basiert auf einer patentierten Formulierungstechnologie, die natürliche Pflanzenextrakte nutzt, um einen langanhaltenden Schutzfilm auf den behandelten Pflanzenteilen aufzubauen. Durch den Verzicht auf klassische synthetische Wirkstoffe eignet sich das Produkt hervorragend für moderne, rückstandsminimierte Anbaustrategien.

Die Besonderheit von Mevalone liegt in seiner Formulierung: Die aktiven Terpene sind in mikroskopisch kleinen Kapseln aus natürlichen Hefezellwänden eingeschlossen. Diese Technologie schützt die flüchtigen Wirkstoffe vor vorzeitiger Verdunstung und sorgt für eine kontrollierte, feuchtigkeitsabhängige Freisetzung direkt auf der Pflanzenoberfläche. Damit wird eine kontinuierliche Wirkung gegen Schaderreger über einen längeren Zeitraum gewährleistet.

Das Anwendungsspektrum konzentriert sich vor allem auf die Bekämpfung von Botrytis cinerea (Grauschimmel) sowie weiteren relevanten Schaderregern wie Alternaria- und Phytophthora-Arten. Dank seines günstigen Rückstandsprofils und der kurzen Wartezeiten ist Mevalone ein unverzichtbares Werkzeug für den späten Schutz der Kulturen kurz vor der Ernte.

Wirkstoffe

Eugenol
33 g/L · Wirkstoff
Geraniol
66 g/L · Wirkstoff
Thymol
66 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Mevalone beruht auf der synergistischen Kombination der drei pflanzlichen Wirkstoffe Eugenol, Geraniol und Thymol. Diese Terpene wirken als reine Kontaktwirkstoffe direkt auf die Zellmembranen der Pilze. Sie dringen in die Lipiddoppelschicht der Zellmembran von Sporen und Myzel ein, stören deren Struktur und erhöhen die Durchlässigkeit. Dies führt zum unkontrollierten Austritt von Zellbestandteilen und letztlich zum schnellen Absterben des Schaderregers. Da dieser Wirkungsmechanismus auf einer physikalisch-chemischen Zerstörung der Zellmembranen basiert (Multi-Site-Wirkung), unterscheidet er sich grundlegend von systemischen Fungiziden, die oft nur an einem einzigen Stoffwechselpunkt des Pilzes ansetzen. Die Erreger haben dadurch praktisch keine Möglichkeit, Anpassungsmechanismen zu entwickeln, was Mevalone zu einem äußerst stabilen Partner in der Infektionsprophylaxe macht.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus der enthaltenen Terpene besteht bei Mevalone kein bekanntes Risiko für eine Resistenzentwicklung. Das Pflanzenschutzmittel ist daher ein idealer Baustein für das Resistenzmanagement in Spritzfolgen. Durch den gezielten Wechsel von Mevalone mit systemischen Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie SDHIs oder QoIs) wird der Selektionsdruck auf diese gefährdeten Wirkstoffgruppen effektiv gesenkt und deren Wirksamkeit langfristig gesichert.

Mischbarkeit & Tankmischung

Mevalone ist im Rahmen der üblichen Praxis gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Aufgrund der speziellen Kapselformulierung sollte jedoch vor der Ansetzung größerer Mischungen stets eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) durchgeführt werden. Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder starken Oxidationsmitteln sind zu vermeiden, da diese die Kapselstruktur vorzeitig beschädigen können. Für eine optimale Wirkung ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine lückenlose Benetzung der Traubenzone zu achten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als naturnahes Pflanzenschutzmittel weist Mevalone ein sehr günstiges Umweltprofil auf und schont wichtige Nützlinge sowie Honigbienen bei sachgerechter Anwendung. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Applikation die standardmäßigen Arbeitsschutzmaßnahmen und das Tragen persönlicher Schutzausrüstung (PSA) einzuhalten, um Haut- und Augenreizungen durch die konzentrierten Terpene zu vermeiden. Die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen sind strikt zu beachten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstPhytophthora-Arten (Phytophthora species), Alternaria Arten (Alternaria sp.), Botrytis cinerea75–874 LITER_PER_HECTARE1T
WeinrebeBotrytis cinerea60–894 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Sustaine-Kapseltechnologie bei Mevalone?

Die Wirkstoffe Eugenol, Geraniol und Thymol sind in leeren, natürlichen Hefezellwänden (Sustaine-Mikrokapseln) eingeschlossen. Bei Trockenheit bleiben die Kapseln stabil und schützen die flüchtigen Terpene. Sobald Feuchtigkeit – etwa durch Tau oder Regen – auftritt, quellen die Kapseln auf und setzen die Wirkstoffe kontrolliert frei, genau dann, wenn auch das Infektionsrisiko durch Pilze am höchsten ist.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Botrytis im Weinbau?

Die Behandlungen sollten strategisch an den kritischen Infektionsterminen ausgerichtet werden. Typische Phasen sind die abgehende Blüte (BBCH 68), der Traubenschluss (BBCH 77–79) zur Absicherung des Traubeninneren sowie die beginnende Reife (BBCH 81–85), um die Beerenhaut vor späten Infektionen zu schützen.

Beeinflusst Mevalone die Gärung oder den Geschmack des Weins?

Nein. Umfangreiche önologische Prüfungen haben gezeigt, dass Mevalone bei vorschriftsmäßiger Anwendung und Einhaltung der Wartezeiten keinen negativen Einfluss auf die Hefeaktivität, den Gärungsverlauf oder das sensorische Profil (Geruch und Geschmack) des fertigen Weins hat.

Ist Mevalone für den ökologischen Landbau in Deutschland zugelassen?

Ja, da die Wirkstoffe natürlichen Ursprungs sind, ist Mevalone für den Einsatz im ökologischen Weinbau zugelassen. Es ist in den entsprechenden Betriebsmittellisten (z. B. FiBL-Liste) für den ökologischen Landbau in Deutschland gelistet.

Warum ist die Benetzungsqualität bei der Applikation von Mevalone so wichtig?

Da Mevalone ein reines Kontaktfungizid ist und nicht systemisch in der Kultur transportiert wird, werden nur die Pflanzenteile geschützt, die direkt vom Spritzstrahl getroffen werden. Eine präzise Applikation mit Fokus auf die Traubenzone und eine angepasste Wasseraufwandmenge sind daher entscheidend für den Bekämpfungserfolg.

Wie verhält sich das Produkt bei Niederschlägen nach der Anwendung?

Dank der Bindung an die Hefezellwand-Kapseln besitzt Mevalone eine gute Regenbeständigkeit. Sobald der Spritzbelag angetrocknet ist, sind die Wirkstoffe fixiert. Leichter Regen triggert die gezielte Freisetzung der Wirkstoffe, während starker, anhaltender Regen den Belag wie bei allen Kontaktfungiziden allmählich abwaschen kann, was eine Neuapplikation erforderlich machen kann.