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OTHER · ISK Biosciences Europe N.V.

Mildicut

BVL Zul.-Nr. 028113-00

Mildicut ist ein hochwirksames, spezialisiertes Fungizid zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Als flüssige Formulierung in Form eines Suspensionskonzentrats (SC) kombiniert dieses moderne Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen lückenlosen Schutz der Reben während der kritischen Wachstumsphasen zu gewährleisten. Durch die Kombination von protektiven und systemischen Eigenschaften bietet Mildicut sowohl einen hervorragenden Oberflächenschutz als auch eine ausgeprägte Tiefenwirkung in der Kultur.

In der weinbaulichen Praxis hat sich Mildicut als verlässlicher Baustein im Fungizidprogramm etabliert. Es schützt sowohl das Laubwerk als auch die Gescheine und jungen Beeren hocheffizient vor Infektionen. Dank seiner hervorragenden Regenfestigkeit und der kontinuierlichen Wirkstoffabgabe ist das Produkt besonders in Phasen mit hohem Infektionsdruck und schnellem Zuwachs der Kultur eine sichere Wahl für Winzer, die auf Ertragssicherung und Traubenqualität setzen.

Wirkstoffe

Cyazofamid
25 g/L · Wirkstoff
Dinatriumphosphonat
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Mildicut basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel seiner beiden aktiven Komponenten. Cyazofamid gehört zur FRAC-Gruppe 21 (QiI-Fungizide) und blockiert gezielt den Elektronentransport in den Mitochondrien des Erregers am Komplex III. Dies führt zu einer schnellen Hemmung der Sporenkeimung und verhindert die Weiterentwicklung des Pilzes auf der Kultur. Cyazofamid zeichnet sich durch eine extrem hohe Haftung an der Wachsschicht der Blätter aus, was eine exzellente Dauerwirkung und Regenbeständigkeit garantiert. Dinatriumphosphonat (FRAC-Gruppe P07) ergänzt diesen Kontaktwirkstoff perfekt durch seine vollkommen systemischen Eigenschaften. Es wird rasch von der Kultur aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal transportiert, wodurch auch der Neuzuwachs geschützt wird. Darüber hinaus stimuliert Dinatriumphosphonat die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen gegen den Schaderreger. Diese duale Wirkungsweise minimiert das Risiko von Infektionen auch unter ungünstigen Witterungsbedingungen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen beim Falschen Mehltau vorzubeugen, sollte Mildicut stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge eingesetzt werden. Da das Produkt bereits zwei Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (FRAC 21 und P07) kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko bereits minimiert. Dennoch wird empfohlen, die Anzahl der Anwendungen pro Saison zu begrenzen und Mildicut im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einzusetzen, die keinen Kreuzresistenzen unterliegen. Dies sichert die langfristige Wirksamkeit beider Wirkstoffklassen im Weinbau.

Mischbarkeit & Tankmischung

Mildicut ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern im Weinbau mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte jedoch stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner beachtet und im Zweifel eine physikalische Verträglichkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durchgeführt werden. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Haftung optimiert ist. Für eine bestmögliche Wirkung sollte die Applikation auf trockene Bestände und bei moderaten Temperaturen erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Mildicut ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb bei der Anwendung die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Verwendung abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten sind. Mildicut ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Terminierung der Behandlungen auch während der Blüte ermöglicht. Dennoch sollten blühende Unterkulturen während der Applikation geschont werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–854 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Mildicut in der Spritzfolge?

Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt vorbeugend (präventiv) vor den ersten Infektionsbedingungen, typischerweise ab dem späten Frühjahr, wenn die Reben das BBCH-Stadium 15 (fünftes Laubblatt entfaltet) erreicht haben. Besonders effektiv ist der Einsatz in den sensiblen Phasen kurz vor und während der Blüte, um Gescheine und junge Beeren vor frühem Befall zu schützen.

Wie verhält sich Mildicut bei Niederschlägen kurz nach der Applikation?

Dank der hervorragenden Formulierungseigenschaften und der schnellen Bindung von Cyazofamid an die Wachsschicht der Blätter ist Mildicut bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags (meist nach ca. 1 bis 2 Stunden) extrem regenfest. Ein moderater Regenfall nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die Schutzwirkung nicht.

Schützt Mildicut auch den nach der Spritzung entstehenden Neuzuwachs der Reben?

Ja, durch die systemische Komponente Dinatriumphosphonat wird der Wirkstoff in der Kultur transportiert und schützt somit auch neu zuwachsende Blätter und Triebe, die zum Zeitpunkt der Spritzung noch nicht voll entwickelt waren. Dennoch sollte bei anhaltend starkem Wachstum und hohem Infektionsdruck das Spritzintervall entsprechend angepasst werden.

Kann Mildicut auch bei hohen Temperaturen im Sommer angewendet werden?

Grundsätzlich ist Mildicut gut kulturverträglich. Dennoch sollten Behandlungen bei extremer Hitze (über 25 °C) und intensiver Sonneneinstrahlung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, um Verdunstungsverluste zu minimieren und das Risiko von phytotoxischen Reaktionen auf den Blättern zu vermeiden.

Wie lässt sich Mildicut am besten in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept (IPM) integrieren?

Mildicut eignet sich hervorragend für das integrierte Pflanzenschutzmanagement, da es gezielt gegen den Falschen Mehltau wirkt und wichtige Nützlinge wie Raubmilben schont. Durch den gezielten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen wird eine nachhaltige und wirksame Bekämpfungsstrategie ohne Resistenzaufbau gefördert.

Welche Wasseraufwandmenge wird für eine optimale Benetzung mit Mildicut empfohlen?

Die Wasseraufwandmenge sollte an das jeweilige Entwicklungsstadium der Reben angepasst werden, um eine lückenlose Benetzung der gesamten Laubwand und der Gescheine zu garantieren. In der Praxis haben sich je nach Laubwandvolumen Wassermengen von 400 bis 1600 l/ha bewährt, wobei moderne, abdriftmindernde Düsentechnik eingesetzt werden sollte.