Mural
Mural ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Mais (ZEAMX). Mit dem bewährten Wirkstoff Dicamba bietet dieses Herbizid eine zuverlässige Lösung, um die Kultur in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei zu halten. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und eine präzise Verteilung auf der Zielfläche.
Die Anwendung konzentriert sich auf das Nachauflaufverfahren, wenn die Maispflanzen das BBCH-Stadium 12 bis 15 erreicht haben. In diesem Zeitfenster sind auch die meisten zweikeimblättrigen Unkräuter im optimalen, empfindlichen Keimblatt- bis Laubblattstadium. Durch die schnelle Aufnahme über die Blätter und Wurzeln der Schaderreger wird das Unkrautwachstum rasch gestoppt, wodurch die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe zugunsten der Kultur minimiert wird.
Als Spezialist gegen breitblättrige Unkräuter im Maissegment zeichnet sich Mural durch eine hervorragende Selektivität aus, sofern die Anwendung innerhalb des empfohlenen BBCH-Fensters erfolgt. Es stellt somit einen wichtigen Baustein in modernen Herbizidstrategien dar, um Ertragspotenziale von Anfang an abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Mural enthaltene Wirkstoff Dicamba gehört zur chemischen Gruppe der Benzoesäuren und wird nach der HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 4 (früher Gruppe O) als synthetisches Auxin eingestuft. Dicamba imitiert das natürliche Pflanzenwuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über Blätter, Stängel und Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze verteilt und reichert sich besonders in den meristematischen Geweben der Schaderreger an. Dies führt zu einer unkontrollierten Überstimulation des Zellwachstums und der Zellteilung. Die betroffenen Unkräuter zeigen typische hormonelle Deformationen wie Epinasie (Verkrümmung von Stängeln und Blättern), gefolgt von Chlorosen, Nekrosen und schließlich dem vollständigen Absterben des Gewebes. Da einkeimblättrige Kulturen wie Mais den Wirkstoff schnell metabolisieren und abbauen können, bleibt die Kultur bei sachgerechter Anwendung unbeschadet.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, solltest du Mural stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Vermeide den ausschließlichen, wiederholten Einsatz von Herbiziden mit dem gleichen Wirkungsmechanismus (HRAC-Gruppe 4) auf derselben Fläche. Ein jährlicher Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen im Rahmen der Fruchtfolge sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs.
Mischbarkeit & Tankmischung
Mural lässt sich in der Praxis gut mit vielen gängigen Maisherbiziden mischen, um das Wirkungsspektrum insbesondere gegen einkeimblättrige Unkräuter (Ungräser) zu erweitern. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischbarkeitsprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Hitze oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Mural ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Schutzbrille, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, strikt vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden verlegen. Um angrenzende Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf umliegende Flächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik und die Einhaltung angemessener Abstände zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–15 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Mural im Mais?
Du solltest Mural im frühen Nachauflauf anwenden, sobald dein Mais das BBCH-Stadium 12 bis 15 erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich auch die meisten zweikeimblättrigen Unkräuter im empfindlichen Keim- oder frühen Laubblattstadium, was die beste biologische Wirkung garantiert.
Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz von Mural aus?
Für eine optimale Wirkung solltest du Mural bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C spritzen. Vermeide Behandlungen bei extremer Hitze (über 25 °C), starker Sonneneinstrahlung oder wenn Frost droht, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen und die Wirkstoffaufnahme verringern kann.
Kann ich Mural mit Gräserherbiziden mischen?
Ja, da Mural primär gegen zweikeimblättrige Unkräuter wirkt, ist eine Tankmischung mit einem Partner gegen Ungräser (z. B. Sulfonylharnstoffen) im Mais oft sinnvoll. Achte jedoch darauf, die Verträglichkeit der Mischung vorab zu prüfen und die spezifischen Auflagen aller Mischpartner genau einzuhalten.
Was muss ich beim Abdriftrisiko auf Nachbarkulturen beachten?
Da der Wirkstoff Dicamba hochaktiv gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, musst du extreme Vorsicht walten lassen, um Abdrift auf benachbarte, empfindliche Kulturen (wie Rüben, Raps, Gemüse oder Wein) zu verhindern. Nutze abdriftmindernde Düsen und spritze nur bei windstillem Wetter.
Wie integriere ich Mural am besten in mein Resistenzmanagement?
Um Resistenzen vorzubeugen, solltest du Mural nicht als alleinige Maßnahme über mehrere Jahre hinweg auf derselben Fläche nutzen. Kombiniere es in der Spritzfolge oder als Tankmischung mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen (z. B. HPPD-Inhibitoren) und nutze ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge.
Wie verhält sich Mural bei Trockenheit?
Da Mural sowohl über das Blatt als auch über die Wurzel aufgenommen wird, ist die Blattwirkung bei Trockenheit der primäre Pfad. Dennoch erzielst du die besten Ergebnisse, wenn die Unkräuter aktiv wachsen; bei extremem Trockenstress der Unkräuter kann die Wirkung verzögert eintreten.