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OTHER · Biofa GmbH

NatriSan

BVL Zul.-Nr. 00B282-00

NatriSan von der Biofa GmbH ist ein hochwirksames, auf Natriumhydrogencarbonat basierendes Pflanzenschutzmittel, das speziell für den Einsatz im Weinbau zur Bekämpfung des Echten Mehltaus (Uncinula necator) entwickelt wurde. Als wasserlösliches Pulver formuliert, bietet dieses Präparat eine umweltschonende und zugleich hocheffiziente Option für den modernen, integrierten sowie den ökologischen Weinbau.

Das Produkt nimmt eine wichtige Nische im Markt ein, da es als reines Kontaktfungizid direkt auf der Blattoberfläche wirkt. Durch den Verzicht auf synthetisch-chemische Wirkstoffe eignet sich NatriSan hervorragend für späte Anwendungen im Weinberg, bei denen Rückstandsfreiheit und kurze Wartezeiten eine entscheidende Rolle spielen. Es schützt die Trauben und das Laubwerk zuverlässig in kritischen Phasen der Ertragsbildung.

Wirkstoffe

Natriumhydrogencarbonat
989.9 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Natriumhydrogencarbonat beruht auf einer Kombination aus physikalischen und chemischen Effekten. Nach der Applikation führt der Wirkstoff zu einer schnellen Erhöhung des pH-Werts auf der Pflanzenoberfläche und verändert gleichzeitig den osmotischen Druck. Dies entzieht den Pilzsporen und dem Myzel des Echten Mehltaus die lebensnotwendige Feuchtigkeit, wodurch die Erregerzellen kollabieren und austrocknen. Da dieser Prozess auf rein physikalisch-chemischen Wegen stattfindet, wird der Wirkstoff im FRAC-Code unter der Kategorie „Multi-Site-Kontaktaktivität“ (FRAC NC) geführt. Ein gezielter Angriff auf spezifische Stoffwechselwege des Pilzes bleibt aus, was die Entstehung von Resistenzen nahezu unmöglich macht.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines physikalischen Wirkungsmechanismus weist NatriSan kein inhärentes Resistenzrisiko auf. Es eignet sich daher ideal als Baustein im Antiresistenzmanagement. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit systemischen Fungiziden anderer Wirkstoffklassen lässt sich der Selektionsdruck auf den Erreger des Echten Mehltaus im Weinberg nachhaltig senken und die Lebensdauer gefährdeter Wirkstoffgruppen verlängern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist zu beachten, dass NatriSan den pH-Wert der Spritzbrühe in den alkalischen Bereich verschiebt. Daher sollte die Kompatibilität mit sauren Pflanzenschutzmittel-Formulierungen oder pH-empfindlichen Additiven vorab geprüft werden. Die Zugabe eines geeigneten Netzmittels kann die Benetzung der hydrophoben Blattoberflächen der Weinrebe verbessern und so die Kontaktwirkung optimieren. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe stets zügig nach dem Ansetzen auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aus ökotoxikologischer Sicht zeichnet sich NatriSan durch ein äußerst günstiges Profil aus. Der Wirkstoff Natriumhydrogencarbonat ist für Nützlinge wie Bienen, Raubmilben und Regenwürmer bei sachgerechter Anwendung praktisch ungiftig. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen wie das Tragen von Schutzhandschuren und einer Schutzbrille einzuhalten, um Reizungen durch den feinen Staub des Pulvers zu vermeiden. Gewässerabstandsauflagen sind aufgrund der geringen Umwelttoxizität minimal.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)12–7512 KILOGRAM_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit NatriSan im Weinberg?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt bei beginnendem Befallsdruck oder unmittelbar nach den ersten Infektionsbedingungen (warmes, trockenes Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit). Da es sich um ein reines Kontaktfungizid handelt, sollte die Applikation präventiv oder kurativ bei den ersten sichtbaren Symptomen erfolgen, um eine Ausbreitung des Echten Mehltaus frühzeitig zu stoppen.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirksamkeit von NatriSan?

Da Natriumhydrogencarbonat wasserlöslich ist und keine systemischen Eigenschaften besitzt, ist das Produkt regenempfindlich. Nach stärkeren Niederschlägen muss der Spritzbelag erneuert werden. Die Anwendung sollte auf abgetrocknete Bestände erfolgen, um eine vorzeitige Verdünnung des Wirkstoffs auf der Kultur zu verhindern.

Warum ist die Wasseraufwandmenge bei der Applikation so entscheidend?

Da NatriSan ausschließlich über den direkten Kontakt wirkt, bestimmt die Qualität der Benetzung den Bekämpfungserfolg. Eine ausreichend hohe Wasseraufwandmenge, angepasst an das jeweilige BBCH-Stadium und die Laubwanddichte, stellt sicher, dass auch versteckte Blatteile und Gescheine bzw. Trauben vollständig vom Spritzfilm erfasst werden.

Kann NatriSan im ökologischen Weinbau eingesetzt werden?

Ja, Natriumhydrogencarbonat ist ein Wirkstoff, der aufgrund seiner natürlichen Herkunft und des umweltschonenden Profils für den Einsatz im ökologischen Landbau gemäß der EU-Öko-Verordnung zugelassen ist. Es stellt eine wertvolle Alternative oder Ergänzung zu klassischen Kupfer- und Schwefelpräparaten dar.

Was muss bei der Kombination von NatriSan mit Schwefelpräparaten beachtet werden?

Eine Kombination mit Netzschwefel ist in der Praxis durchaus üblich und kann synergistische Effekte bei der Mehltau-Bekämpfung erzielen. Allerdings sollte auf die Mischreihenfolge geachtet und die Spritzbrühe direkt nach dem Ansetzen ausgebracht werden, um Ausfällungen oder phytotoxische Reaktionen bei extremen Temperaturen zu vermeiden.

Wie wirkt sich der pH-Wert des Ansetzwassers auf das Produkt aus?

NatriSan selbst erhöht den pH-Wert der Spritzbrühe. Extrem saures Brunnen- oder Leitungswasser kann die Pufferkapazität des Produkts beanspruchen. Es empfiehlt sich, Wasser mit einem neutralen bis leicht alkalischen Ausgangs-pH-Wert zu verwenden, um die optimale alkalische Wirkung auf der Blattoberfläche zu gewährleisten.