NICOGAN
NICOGAN ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern im Mais (ZEAMX). Als flüssige Formulierung lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk sowie eine ergänzende Bodenwirkung aus. Es ist ein Standardbaustein im modernen Maisanbau, um die Kultur in der kritischen Jugendentwicklung unkrautfrei zu halten.
Das Wirkungsspektrum umfasst insbesondere die problematische Hühnerhirse sowie eine Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die schnelle Wirkstoffaufnahme stoppen empfindliche Schaderreger schon kurz nach der Behandlung ihr Wachstum, wodurch die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe sofort unterbunden wird.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 eingestuft. Er wirkt als systemischer Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Nach der Aufnahme über die Blätter und zu einem geringeren Teil über die Wurzeln wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe der Schaderreger transportiert. Dort blockiert er die ALS, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Unkräuter führt. Sichtbare Symptome wie Gelbfärbungen (Chlorosen) der jüngsten Blätter, gefolgt von rötlichen Verfärbungen und nekrotischem Absterben des Gewebes, zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen bis zwei Wochen.
Resistenzmanagement
Da Nicosulfuron der HRAC-Gruppe 2 angehört, besteht bei wiederholter, einseitiger Anwendung ein erhöhtes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei Ungräsern wie der Hühnerhirse. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Dies gelingt durch den jährlichen Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. HPPD-Inhibitoren aus der HRAC-Gruppe 27). Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung den Erhalt der Wirkstoffeffizienz.
Mischbarkeit & Tankmischung
NICOGAN ist in der Praxis gut mit vielen gängigen Maisherbiziden mischbar, um das Wirkungsspektrum gegen schwer bekämpfbare zweikeimblättrige Unkräuter abzurunden. Bei Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen mit organischen Phosphorsäureestern (Insektiziden), da dies zu phytotoxischen Reaktionen an der Kultur führen kann. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühlen Morgen- oder Abendstunden auf trockene Bestände erfolgen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Um den Eintrag in Oberflächengewässer zu minimieren, sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässerstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse | 12–18 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine Behandlung mit NICOGAN im Mais?
Der beste Anwendungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kultur, konkret zwischen den BBCH-Stadien 12 und 18 (2- bis 8-Blattstadium des Maises). Zu diesem Zeitpunkt sollten sich auch die Zielunkräuter und die Hühnerhirse im aktiven Wachstum und idealerweise im 2- bis 4-Blattstadium befinden, da sie den Wirkstoff dann besonders effizient aufnehmen.
Wie reagiert NICOGAN auf unterschiedliche Witterungsbedingungen nach der Spritzung?
Für eine optimale Wirkung sind wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C sowie eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ideal. Vermeide Behandlungen bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kultur unter Stress steht (z. B. durch Frost, Trockenheit oder Staunässe), um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Eine Regenfestigkeit ist meist schon wenige Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags gegeben.
Kannst du NICOGAN mit flüssigen Mikronährstoffdüngern mischen?
Grundsätzlich ist die Mischung mit vielen Mikronährstoffen (wie Zink oder Bor) möglich, um Arbeitsgänge einzusparen. Allerdings kann die Kombination von Herbiziden mit Blattdüngern unter stressigen Witterungsbedingungen die Wachsschicht des Maises belasten und zu vorübergehenden Aufhellungen führen. Mische daher nur bei vollkommen vitalen Beständen und guten Wachstumsbedingungen.
Warum ist die Bekämpfung der Hühnerhirse in der Jugendentwicklung des Maises so wichtig?
Mais wächst in den ersten Wochen relativ langsam und schließt die Reihen spät. Die Hühnerhirse hingegen keimt schnell und bildet rasch eine enorme Biomasse, die der Kultur Licht, Wasser und vor allem Stickstoff entzieht. Eine späte Bekämpfung führt oft zu irreversiblen Ertragsverlusten, weshalb eine frühzeitige Ausschaltung der Konkurrenz im BBCH-Bereich 12–18 entscheidend ist.
Was musst du beim Nachbau nach dem Einsatz von NICOGAN beachten?
Da der Wirkstoff Nicosulfuron im Boden biologisch abgebaut wird, ist der normale Nachbau von Mais im folgenden Jahr völlig unbedenklich. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur nach einer Fehlbehandlung können in der Regel nach einer tiefen Bodenbearbeitung wieder Mais oder bestimmte Zwischenfrüchte eingesät werden. Beachte jedoch stets die spezifischen Karenzzeiten und Einschränkungen für empfindliche Folgekulturen wie Gemüse oder Rüben.