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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

NICOGAN

BVL Zul.-Nr. 006946-00

NICOGAN von ADAMA ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von Ungräsern und zweikeimblättrigen Unkräutern im Mais (Zea mays). Als flüssige Formulierung zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Haftung und schnelle Wirkstoffaufnahme über das Blattwerk aus. Es hat sich als verlässlicher Baustein im modernen Maisanbau etabliert, um Ertragsverluste durch frühe Verunkrautung effektiv zu verhindern.

Der Fokus der Anwendung liegt auf der Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Schadgräsern wie der Hühnerhirse sowie einer Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Schadpflanzen sorgt NICOGAN auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen für eine nachhaltige Befallsregulierung. Die Formulierung ist speziell darauf ausgelegt, die Wachsschicht der Blätter optimal zu durchdringen, ohne die Kultur zu schädigen.

Wirkstoffe

Nicosulfuron
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System als ALS-Inhibitor (Gruppe 2) klassifiziert. Er blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Schadpflanzen unerlässlich ist. Nach der Aufnahme über das Blatt und in geringem Maße über die Wurzel wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe transportiert. Bereits wenige Stunden nach der Behandlung stoppt das Wachstum der empfindlichen Schaderreger. Erste Symptome wie Chlorosen an den jüngsten Blättern, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Unkräuter und Ungräser, zeigen sich je nach Witterung innerhalb von ein bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei Unkräutern und Ungräsern (insbesondere bei Hirse-Arten) vorzubeugen, sollte NICOGAN stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden, die über andere Wirkmechanismen verfügen (z. B. Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 15 oder 27). Zudem empfiehlt es sich, mechanische Regulierungsmaßnahmen in die Fruchtfolge zu integrieren und den Wirkstoff nicht in aufeinanderfolgenden Jahren auf derselben Fläche ohne Wirkstoffwechsel anzuwenden.

Mischbarkeit & Tankmischung

NICOGAN ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Maisherbiziden, wie beispielsweise Terbuthylazin-freien Kombinationspartnern oder Bodenpartnern, mischbar, um das Wirkungsspektrum gegen spätkeimende Unkräuter abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze zu achten. Die Zugabe von Additiven ist aufgrund der bereits optimierten Formulierung meist nicht erforderlich. Mischungen mit organischen Phosphorverbindungen (Insektiziden) sollten unbedingt vermieden werden, da dies zu schweren phytotoxischen Reaktionen in der Kultur führen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen und Driftminderungsklassen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Mittel wird als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse12–181 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von NICOGAN im Mais?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Hühnerhirse und die zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum und im frühen Nachauflaufstadium (Keimblatt- bis Laubblattstadium) befinden. Die Kultur Mais sollte dabei idealerweise das BBCH-Stadium 12 bis 18 durchlaufen.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von NICOGAN?

Warme, wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze, was zu einem schnelleren Absterben der Schaderreger führt. Bei extremer Trockenheit, Hitze oder Frostgefahr sollte die Behandlung verschoben werden, um Stress für die Kultur zu vermeiden.

Kann NICOGAN mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) gemischt werden?

Eine Mischung mit reiner Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) wird nicht empfohlen, da dies das Risiko von Blattverbrennungen (Phytotoxizität) an den Maispflanzen erheblich steigern kann. Geringe Mengen an Mikronährstoffdüngern sind meist verträglich, sollten aber vorab auf Verträglichkeit geprüft werden.

Welche Wartezeit muss nach der Anwendung von NICOGAN bis zur Ernte eingehalten werden?

Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und die Vegetationszeit abgedeckt (F). Das bedeutet, dass zwischen der späten Nachauflaufbehandlung (bis BBCH 18) und der normalen Maisernte (Silomais oder Körnermais) ein ausreichend großer Zeitraum liegt, sodass keine Rückstände in der Kultur zu befürchten sind.

Was muss beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von NICOGAN beachtet werden?

Nach dem regulären Einsatz von NICOGAN im Frühjahr können im folgenden Herbst in der Regel problemlos Wintergetreide und im darauffolgenden Frühjahr alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einem Fehlschlag sollte vor der Neuaussaat eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) durchgeführt werden.

Warum ist das Resistenzmanagement bei Nicosulfuron-haltigen Produkten so wichtig?

Da Nicosulfuron zu den ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) gehört, besteht ein von Natur aus hohes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei Hirse-Arten. Ein jährlicher Wirkstoffwechsel und die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen sind essenziell, um die Wirksamkeit langfristig zu sichern.