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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

NICORON

BVL Zul.-Nr. 008384-60

NICORON ist ein selektives, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schadgräsern – insbesondere der Hühnerhirse – sowie einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern im Mais (Zea mays). Als flüssige Formulierung konzipiert, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Wirkstoffaufnahme, selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen.

Das Produkt hat sich als verlässlicher Baustein im Nachauflaufverfahren etabliert. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Unkräuter und Schadgräser sorgt NICORON für einen raschen Wachstumsstopp. Dies macht es zu einer wirtschaftlichen und flexiblen Lösung für landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Kulturen in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei halten wollen.

Wirkstoffe

Nicosulfuron
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System der Gruppe B (ALS-Inhibitoren) zugeordnet. Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe der Schaderreger transportiert. Dort blockiert er das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unerlässlich ist. Infolge dieser Blockade kommt die Zellteilung in den Wachstumszonen der sensitiven Unkräuter und Gräser innerhalb weniger Stunden zum Erliegen. Erste Symptome wie Chlorosen an den jüngsten Blättern, gefolgt von Nekrosen und einem rötlichen Verfärben der Blattadern, zeigen sich nach einigen Tagen, bis die Schaderreger schließlich vollständig absterben.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei der Hühnerhirse und bestimmten zweikeimblättrigen Unkräutern – vorzubeugen, sollte NICORON stets im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen, sowie die Kombination mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen. Zudem sollte die maximale Aufwandmenge nicht reduziert werden, um die Selektion schleichend resistenter Individuen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

NICORON zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden aus, um das Wirkungsspektrum gegen schwer bekämpfbare zweikeimblättrige Unkräuter abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf die Reihenfolge beim Befüllen des Spritztanks zu achten. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den Morgenstunden auf taufeuchten, aber nicht nassen Pflanzen erfolgen, wenn die Unkräuter im aktiven Wachstum sind. Extrem harte Wässer oder extreme pH-Werte im Spritzfass sollten vermieden werden, um die Stabilität der Formulierung nicht zu beeinträchtigen. Auf den Zusatz von Netzmitteln kann aufgrund der bereits optimierten Formulierung in der Regel verzichtet werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit NICORON ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen und driftmindernde Technik zu berücksichtigen. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisHühnerhirse12–181 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von NICORON im Mais?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf des Maises (BBCH 12 bis 18), wenn sich die Hühnerhirse und die zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium der Schaderreger). Unter warmen, wüchsigen Bedingungen ist die Wirkstoffaufnahme besonders effizient.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von NICORON?

Warme Temperaturen (zwischen 15 °C und 25 °C) und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit fördern den Stoffwechsel der Unkräuter und damit die systemische Verteilung des Wirkstoffs. Bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder starker Hitze über 25 °C sollte von einer Behandlung abgesehen werden, um Kulturverträglichkeitsprobleme zu vermeiden.

Gibt es Einschränkungen beim Nachbau nach dem Einsatz von NICORON?

Nach dem regulären Einsatz von NICORON im Frühjahr können im selben Jahr nach normaler Bodenbearbeitung in der Regel alle üblichen Ackerkulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur wird empfohlen, vor der Neusaat eine tiefere Bodenbearbeitung (Pflügen) durchzuführen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Kann NICORON zusammen mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ausgebracht werden?

Eine Mischung mit reiner AHL wird nicht empfohlen, da dies das Risiko von phytotoxischen Blattschäden an der Kultur deutlich erhöht. Geringe Mengen an Mikronährstoffen können nach vorheriger Verträglichkeitsprüfung zugemischt werden, sofern die Kulturpflanzen nicht unter Stress wie Trockenheit oder Kälte stehen.

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bezüglich der Regenfestigkeit?

Dank der modernen Formulierung ist NICORON bereits etwa 2 Stunden nach der Applikation regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die herbizide Wirkung nicht mehr, da der Wirkstoff bis dahin ausreichend in das Blattgewebe eingedrungen ist.

Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums der Kultur so wichtig?

Die Zulassung im Bereich BBCH 12 bis 18 stellt sicher, dass der Mais den Wirkstoff Nicosulfuron physiologisch abbauen und tolerieren kann. Eine zu späte Anwendung nach BBCH 18 erhöht das Risiko von Wachstumsdepressionen oder Kolbendeformationen beim Mais, da die Kultur den Wirkstoff dann schlechter metabolisiert.