NICOSH 4% OD
NICOSH 4% OD ist ein selektives Nachauflauf-Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schadgräsern – insbesondere der Hühnerhirse – sowie einer Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter in der Kultur Mais (Silomais und Körnermais). Als moderne Öldispersion (OD) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Haftung und schnelle Wirkstoffaufnahme über das Blattwerk aus, selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen.
Das Produkt hat sich als fester Baustein im Nachauflauf-Segment etabliert. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Unkräuter und Ungräser sorgt NICOSH 4% OD für einen raschen Wachstumsstopp. Die Formulierung benötigt dank der integrierten Netzmitteltechnologie in der Regel keine zusätzlichen Additive, was die Handhabung für den Anwender erheblich vereinfacht und das Risiko von Fehldosierungen minimiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System der Gruppe 2 (früher Gruppe B) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin, die für das Zellwachstum und die Zellteilung der Schaderreger unerlässlich sind. Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe transportiert. Bereits wenige Stunden nach der Behandlung stellen empfindliche Unkräuter und Ungräser ihr Wachstum ein. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, rötliche Verfärbungen der Blattadern und nekrotische Gewebeveränderungen zeigen sich nach einigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben der Pflanzen innerhalb von zwei bis drei Wochen.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei Unkräutern und Ungräsern (insbesondere bei Hühnerhirse-Populationen) wirksam vorzubeugen, sollte NICOSH 4% OD stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 27). Zudem empfiehlt es sich, mechanische Regulierungsmaßnahmen in die Fruchtfolge zu integrieren und den Wirkstoff nicht in aufeinanderfolgenden Jahren auf derselben Fläche ohne Wirkstoffwechsel anzuwenden.
Mischbarkeit & Tankmischung
NICOSH 4% OD ist im Allgemeinen gut mischbar mit anderen im Mais zugelassenen Nachauflaufherbiziden, um das Wirkungsspektrum gegen schwer bekämpfbare zweikeimblättrige Unkräuter abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze zu achten (OD-Formulierungen meist nach festen Formulierungen zugeben). Mischungen mit organischen Phosphorverbindungen (Insektiziden) sollten vermieden werden, da dies zu phytotoxischen Reaktionen an der Kultur führen kann. Eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha sichert eine homogene Benetzung der Zielflächen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Da Nicosulfuron als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um nützliche Arthropoden und die Umwelt bestmöglich zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für NICOSH 4% OD im Mais?
Die Anwendung sollte im Nachauflauf erfolgen, idealerweise wenn sich der Mais im BBCH-Stadium 12 bis 18 befindet (2- bis 8-Blattstadium). Zu diesem Zeitpunkt haben auch die meisten Unkräuter und Ungräser wie die Hühnerhirse ihr empfindlichstes Stadium (Keimblatt bis maximal Bestockungsbeginn) erreicht, was eine maximale Wirkstoffaufnahme garantiert.
Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung des Herbizids?
Optimale Bedingungen für die Wirkstoffaufnahme sind wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit. Bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder starker Hitze (über 25 °C) sollte die Behandlung verschoben werden, da die Unkräuter dann eine dicke Wachsschicht ausbilden und der Mais den Wirkstoff schlechter abbauen kann, was zu Phytotoxizität führen kann.
Ist nach der Anwendung von NICOSH 4% OD mit einer Wartezeit bis zur Ernte zu rechnen?
Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und die Vegetationszeit abgedeckt (F). Da die Behandlung im frühen Nachauflauf (bis BBCH 18) erfolgt, vergeht bis zur Ernte von Silo- oder Körnermais ausreichend Zeit, sodass keine spezifische Wartezeit in Tagen vorgeschrieben ist.
Warum ist die Formulierung als Öldispersion (OD) vorteilhaft?
Die OD-Formulierung enthält bereits eingebaute Haft- und Netzmittel auf Ölbasis. Dies verbessert die Benetzung der oft wachsartigen Blattoberflächen von Schadgräsern wie der Hühnerhirse erheblich. Der Wirkstoff dringt dadurch schneller in die Pflanze ein, was die Regenfestigkeit des Mittels bereits kurze Zeit nach der Applikation deutlich erhöht.
Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Nicosulfuron beachtet werden?
Nach dem regulären Anbau von Mais im selben Kalenderjahr können im Herbst in der Regel Wintergetreidearten nachgebaut werden, sofern eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) stattfindet. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollten vor dem Nachbau anderer Kulturen die spezifischen Karenzzeiten und Abbaugeschwindigkeiten im Boden berücksichtigt werden, um Schäden an empfindlichen Folgekulturen zu vermeiden.
Wie verhält sich das Produkt bezüglich der Mischbarkeit mit Blattdüngern?
Eine Mischung mit gängigen Mikronährstoffdüngern (wie Bor oder Zink) ist meist möglich, sollte jedoch vorab auf physikalische Verträglichkeit geprüft werden. Um Stressreaktionen der Kultur zu vermeiden, sollten Blattdünger und NICOSH 4% OD nicht bei extremer Sonneneinstrahlung oder auf feuchten, gestressten Maisbeständen ausgebracht werden.