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Sonstige · ISK Biosciences Europe N.V.

NISSHIN

BVL Zul.-Nr. 034409-00

NISSHIN ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von Schadgräsern und zweikeimblättrigen Unkräutern im Mais. Als flüssige Formulierung konzipiert, bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Wirkstoffaufnahme durch die unerwünschten Begleitpflanzen. Es hat sich als verlässlicher Baustein in der Unkrautbekämpfung im Nachauflauf etabliert.

Das Wirkungsspektrum von NISSHIN konzentriert sich insbesondere auf die wirtschaftlich bedeutsame Hühnerhirse sowie eine Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Schaderreger sorgt das Mittel für einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg und sichert der Kultur in der kritischen Jugendentwicklung den nötigen Freiraum von Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe.

Wirkstoffe

Nicosulfuron
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist gemäss HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 2 eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Nach der Aufnahme über das Blattwerk und zu einem geringeren Teil über die Wurzel wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe der Schaderreger transportiert. Durch die Blockade der Aminosäuresynthese stellt sich unmittelbar nach der Behandlung ein Wachstumsstopp der empfindlichen Unkräuter und Gräser ein. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen an den Vegetationspunkten und das anschliessende Absterben der Pflanzen zeigen sich je nach Witterung innerhalb von ein bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei der Hühnerhirse und bestimmten zweikeimblättrigen Unkräutern – wirksam vorzubeugen, solltest du NISSHIN stets in ein integriertes Herbizidkonzept einbinden. Vermeide den wiederholten, ausschliesslichen Einsatz von ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2) auf derselben Fläche. Ein regelmässiger Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs.

Mischbarkeit & Tankmischung

NISSHIN zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden aus, was dir die Möglichkeit bietet, das Wirkungsspektrum gezielt zu erweitern. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmässige Benetzung zu achten. Vermeide Mischungen mit organischen Phosphorverbindungen (Insektiziden), da dies die Kulturverträglichkeit des Maises beeinträchtigen kann. Achte zudem darauf, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen bei moderaten Temperaturen und windstillem Wetter auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschliesslich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ansetzarbeit und Applikation, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden verlegen. Achte streng darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse12–181 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von NISSHIN im Mais?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kultur (BBCH-Stadium 12 bis 18), wenn die Hühnerhirse und die zweikeimblättrigen Unkräuter sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium). In dieser Phase nehmen die Schaderreger den Wirkstoff besonders schnell auf, was die Effizienz der Behandlung maximiert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von NISSHIN?

Warme, wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze, was zu einem schnelleren Absterben der Schaderreger führt. Bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder starker Hitze solltest du die Behandlung verschieben, da die Unkräuter dann eine dickere Wachsschicht bilden und der Mais unter Stress leiden könnte.

Kann ich NISSHIN mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischen?

Eine Mischung mit reiner Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) wird nicht empfohlen, da dies das Risiko von phytotoxischen Blattschäden an der Kultur deutlich erhöhen kann. Wenn du Mikronährstoffe zusetzen möchtest, stimme dies vorab ab und stelle sicher, dass die Kultur nicht durch extreme Witterung vorgeschädigt ist.

Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von NISSHIN beachten?

Nach dem regulären Einsatz von NISSHIN im Mais können im folgenden Frühjahr im Rahmen der normalen Fruchtfolge die meisten Kulturen problemlos angebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch des Maisbestandes kommen, empfiehlt sich eine tiefwendende Bodenbearbeitung (Pflügen) vor der Neuansaat empfindlicher Kulturen wie Raps oder Leguminosen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Warum ist die Bekämpfung der Hühnerhirse im Mais so kritisch?

Die Hühnerhirse ist ein C4-Gras mit enormer Konkurrenzkraft, das dem Mais in der frühen Entwicklungsphase wertvollen Stickstoff, Wasser und Licht entzieht. Wird sie nicht rechtzeitig im BBCH-Bereich 12 bis 18 kontrolliert, kann dies zu erheblichen Ertragseinbussen und Ernteerschwerungen führen. NISSHIN stoppt dieses Wachstum sofort.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung mit NISSHIN erfolgreich war?

Obwohl das Wachstum der Schaderreger fast unmittelbar nach der Applikation stoppt, zeigen sich die ersten optischen Symptome wie Vergilbungen (Chlorosen) an den jüngsten Blättern meist erst nach 5 bis 10 Tagen. Das vollständige Absterben und Vertrocknen der Unkräuter kann je nach Temperatur und Feuchtigkeit bis zu drei Wochen dauern.