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Sonstige · ISK Biosciences Europe N.V.

OKUBI

BVL Zul.-Nr. 008113-60

OKUBI ist ein hochmodernes, flüssiges Fungizid, das speziell für den professionellen Weinbau entwickelt wurde. Es kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen lückenlosen Schutz gegen den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) zu gewährleisten. Durch diese Kombination bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl eine hervorragende präventive Wirkung auf der Blattoberfläche als auch systemische Eigenschaften, die neu zuwachsende Pflanzenteile von innen heraus schützen.

Die Zulassung erstreckt sich auf die Kultur Weinrebe (Kelter- und Tafeltrauben) über ein breites Anwendungsfenster von BBCH 15 bis BBCH 85. Dank der synergistischen Wirkung der beiden aktiven Komponenten hat sich OKUBI als ein verlässlicher Baustein im modernen Integrierten Pflanzenschutz etabliert. Es schützt die Reben in kritischen Wachstumsphasen vor ertragsmindernden Infektionen an Blättern und Gescheinen bzw. Trauben.

Wirkstoffe

Cyazofamid
25 g/L · Wirkstoff
Dinatriumphosphonat
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von OKUBI beruht auf zwei völlig unterschiedlichen, sich perfekt ergänzenden Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Cyazofamid gehört zur FRAC-Gruppe 21 (QiI-Fungizide). Er greift direkt in die Zellatmung des Pilzes ein, indem er spezifisch am Komplex III (Cytochrom bc1) der Atmungskette an der Innenseite (Qi-Zentrum) ansetzt. Dies blockiert die Energieproduktion des Erregers des Falschen Mehltaus äußerst effektiv und unterbindet die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum. Dinatriumphosphonat (FRAC-Gruppe P07) hingegen wirkt primär indirekt über die Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte (induzierte Resistenz). Nach der Aufnahme wird es systemisch in der Kultur verteilt und regt die Produktion von Phytoalexinen und pathogenesis-related Proteinen an. Diese Kombination aus direkter Hemmung des Schaderregers und der Stärkung der pflanzlichen Immunantwort macht das Produkt besonders schlagkräftig gegen Infektionsdurchbrüche.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen beim Falschen Mehltau vorzubeugen, solltest du OKUBI stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen. Da Cyazofamid ein spezifischer Einort-Inhibitor ist, ist das theoretische Resistenzrisiko erhöht. Die Kombination mit dem systemischen Dinatriumphosphonat, das über eine Multi-Site-ähnliche Wirkung auf die Pflanzenabwehr verfügt, reduziert dieses Risiko bereits ab Werk. Dennoch empfiehlt es sich, OKUBI im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen anzuwenden und die maximale Anzahl der Behandlungen pro Saison nicht zu überschreiten.

Mischbarkeit & Tankmischung

In der Praxis zeigt sich OKUBI als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Insektiziden, organischen Fungiziden und Blattdüngern, die im Weinbau üblich sind. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen, um Unverträglichkeiten auszuschließen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine homogene Benetzung der gesamten Laubwand zu garantieren. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten, um die Stabilität der Wirkstoffe nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit OKUBI ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Anwendung obligatorisch. Zum Schutz von Bestäubern solltest du die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv fliegen; weiche bevorzugt auf die windstillen Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an aquatischen Organismen zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten und ein direkter Eintrag in Gewässer oder Entwässerungsgräben ist konsequent zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–851 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann solltest du die erste Behandlung mit OKUBI in deinen Reben durchführen?

Du solltest die Behandlung mit OKUBI idealerweise präventiv vor den ersten Infektionsbedingungen starten. Das zugelassene Anwendungsfenster beginnt ab dem BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet). Besonders in Phasen mit feucht-warmer Witterung, die den Primär- und Sekundärzyklus des Falschen Mehltaus begünstigen, bietet das Pflanzenschutzmittel einen hervorragenden Schutz für den empfindlichen Neuzuwachs.

Wie schützt OKUBI den Neuzuwachs deiner Reben nach der Anwendung?

Der Schutz des Neuzuwachses basiert auf der Systemik des enthaltenen Dinatriumphosphonats. Während Cyazofamid als starker Kontaktwirkstoff auf der Blattoberfläche verbleibt und dort Sporen abtötet, wird das Phosphonat-Ion von der Kultur rasch aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) transportiert. Dadurch werden auch Blätter und Triebe geschützt, die sich erst nach deiner Spritzung voll entfalten.

Kannst du OKUBI auch bei unsicherer Witterung oder Regenrisiko spritzen?

Ja, allerdings sollte die Spritzbrühe vor dem Einsetzen von Niederschlägen vollständig angetrocknet sein. Nach dem Antrocknen haftet der Wirkstoff Cyazofamid extrem gut an der Wachsschicht der Blätter und ist hervorragend regenfest. Das systemische Dinatriumphosphonat dringt zudem schnell in das Pflanzengewebe ein, sodass der Schutz auch bei anschließenden Regenperioden stabil bleibt.

Was musst du bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für OKUBI im Weinbau beträgt 21 Tage. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten geplanten Anwendung und dem Beginn der Traubenlese zwingend einhalten. Dies stellt sicher, dass eventuelle Rückstände weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen und die spätere Gärung im Keller nicht negativ beeinflusst wird.

Wie integrierst du OKUBI am besten in dein persönliches Antiresistenzmanagement?

Da OKUBI bereits zwei Wirkstoffe mit völlig unterschiedlichen Wirkmechanismen kombiniert, ist das eingebaute Resistenzrisiko bereits minimiert. Dennoch solltest du das Pflanzenschutzmittel pro Saison nur im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Nutze für nachfolgende Behandlungen beispielsweise Fungizide aus den Gruppen der CAA-Fungizide oder klassische Kontaktmittel, um die Selektion resistenter Pilzstämme konsequent zu verhindern.

Wie findest du auf agronomy.farmable.tech weitere für deine Reben zugelassene Pflanzenschutzmittel?

Du kannst ganz einfach unsere Kultur- und Schaderreger-Suche nutzen. Wähle dazu die Kultur 'Weinrebe' aus und filtere gezielt nach dem Schaderreger 'Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)'. Unser Hub listet dir sofort alle in Deutschland beim BVL registrierten Alternativen auf, sodass du Wirkstoffe, Auflagen und Aufwandmengen direkt vergleichen kannst.