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OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

Orondis

BVL Zul.-Nr. 008945-60

Orondis ist ein hochmodernes, hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Corteva Agriscience, das speziell für den professionellen Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Mit dem innovativen Wirkstoff Oxathiapiprolin setzt dieses Fungizid neue Maßstäbe im Rebschutz. Es zeichnet sich durch eine herausragende systemische und translaminare Wirkung aus, die auch den Neuzuwachs der Kultur zuverlässig schützt.

Die Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) ermöglicht eine einfache Handhabung, hervorragende Verteilung auf den Blättern und Gescheinen sowie eine schnelle Regenfestigkeit. Orondis wird vorzugsweise in Phasen des intensiven Triebwachstums und der Blüte eingesetzt, um die Kultur in ihren empfindlichsten Entwicklungsstadien vor verheerenden Infektionen zu bewahren.

Durch seine außergewöhnliche Wirkungsstärke bei extrem niedrigen Aufwandmengen pro Hektar stellt Orondis einen Meilenstein in der modernen Krankheitsbekämpfung dar. Es bietet Weinbaubetrieben ein hocheffizientes Werkzeug, um Ertrag und Traubenqualität selbst unter hohem Infektionsdruck abzusichern.

Wirkstoffe

Oxathiapiprolin
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Orondis enthaltene Wirkstoff Oxathiapiprolin gehört zur chemischen Klasse der Piperidinyl-Thiazol-Isoxazoline und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 49 (Fungizide mit Wirkung auf Oxysterol-bindende Proteine, OSBP) klassifiziert. Oxathiapiprolin blockiert gezielt ein spezifisches Protein in den Zellen des Oomyceten, was zu einer Störung des Lipidtransports und der Membranbiosynthese führt. Dieser einzigartige Wirkungsmechanismus unterscheidet sich grundlegend von älteren Fungizidklassen. Die biochemische Wirkung setzt in fast allen Phasen des Lebenszyklus von Plasmopara viticola an. Sie verhindert die Freisetzung und Keimung der Zoosporen, hemmt das Myzelwachstum im Pflanzengewebe und unterbindet die Sporulation. Dadurch wird der Infektionszyklus des Schaderregers an entscheidenden Stellen unterbrochen, was zu einer exzellenten präventiven Wirkung führt.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen den innovativen Wirkstoff Oxathiapiprolin (FRAC-Gruppe 49) zu minimieren, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. Orondis sollte stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, und der Einsatz sollte bevorzugt präventiv erfolgen, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger-Population so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Orondis weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit den gängigen im Weinbau genutzten Pflanzenschutzmitteln sowie Blattdüngern auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen wird empfohlen, Orondis als eine der ersten Komponenten in den mit Wasser gefüllten Spritztank zu geben. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist. Es sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet werden, um eine lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile, insbesondere der Gescheine und der Blattunterseiten, zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Orondis ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Oxathiapiprolin ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb das Pflanzenschutzmittel auch während der Blüte der Kultur oder auf blühenden Unterkulturen angewendet werden darf, sofern keine anderen Auflagen entgegenstehen. Dennoch sollte die Anwendung zur Schonung von Nutzinsekten außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)13–890.16 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Orondis im Weinbau?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt in den Phasen des intensivsten Wachstums der Weinrebe, typischerweise ab dem Gescheinsstadium bis zum Ende der Blüte (BBCH-Stadium 53 bis 69). In diesem Zeitraum wächst die Kultur sehr schnell, und die systemischen Eigenschaften von Orondis können den empfindlichen Neuzuwachs sowie die Gescheine optimal vor Primär- und Sekundärinfektionen des Falschen Mehltaus schützen.

Wie verhält sich Orondis bei Niederschlägen kurz nach der Applikation?

Dank seiner modernen Formulierung dringt der Wirkstoff Oxathiapiprolin extrem schnell in die Wachsschicht der Blätter und Gescheine ein. Bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags (meist innerhalb von 1 bis 2 Stunden) ist das Pflanzenschutzmittel hervorragend regenfest. Einsetzender Regen beeinträchtigt die Schutzwirkung danach nicht mehr.

Warum ist der Wirkstoff Oxathiapiprolin so effektiv gegen Oomyceten?

Oxathiapiprolin greift an einer völlig neuen biochemischen Stelle an, indem es das Oxysterol-bindende Protein (OSBP) in den Zellen der Oomyceten blockiert. Da dieser Mechanismus bei herkömmlichen Pilzen nicht vorkommt, wirkt das Mittel hochspezifisch gegen Oomyceten wie Plasmopara viticola und zeigt selbst bei extrem geringen Wirkstoffmengen eine überragende Dauerwirkung.

Kann Orondis auch kurativ eingesetzt werden, wenn bereits Symptome sichtbar sind?

Obwohl Orondis eine gewisse kurative Aktivität besitzt, sollte es im Sinne eines nachhaltigen Pflanzenschutzes und zur Vermeidung von Resistenzen strikt präventiv eingesetzt werden. Die Behandlung sollte erfolgen, bevor sichtbare Symptome (wie Ölflecken) auf den Blättern auftreten, idealerweise basierend auf Prognosemodellen für den Infektionsdruck des Falschen Mehltaus.

Wie lässt sich Orondis am besten in eine Spritzfolge integrieren?

Orondis sollte als strategischer Baustein während der Phase des höchsten Infektionsdrucks eingesetzt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, sollte es maximal zweimal pro Saison angewendet werden, idealerweise im Block mit einer dazwischenliegenden Behandlung durch ein Fungizid mit einem anderen Wirkungsmechanismus (aus einer anderen FRAC-Gruppe).

Wo finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Falschen Mehltau?

Sie können in unserer Datenbank gezielt nach dem Schaderreger 'Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)' filtern und die Kultur 'Weinrebe' auswählen. Das System listet Ihnen dann alle aktuell in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen, Wartezeiten und Anwendungsbestimmungen übersichtlich auf.