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PALISADE

BVL Zul.-Nr. 008400-61

PALISADE ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Wintergerste und Winterweizen. Mit dem bewährten Wirkstoff Flufenacet (480 g/l) konzentriert sich das Pflanzenschutzmittel auf die Ausschaltung ökonomisch bedeutsamer Schadgräser im frühen Entwicklungsstadium. Die Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) gewährleistet eine einfache Handhabung, hervorragende Mischbarkeit und eine gleichmäßige Verteilung auf der Bodenoberfläche.

Durch seine ausgeprägte Bodenwirksamkeit bildet das Mittel einen stabilen Herbizidfilm, der keimende Schadgräser bereits beim Durchstoßen der Bodenoberfläche erfasst. Dies macht PALISADE zu einem unverzichtbaren Baustein für die herbstliche Unkrautbekämpfung, insbesondere auf Standorten mit hohem Druck durch schwer bekämpfbare Ungräser. Es sichert die Bestände frühzeitig gegen Ertrags- und Nährstoffkonkurrenz ab.

Wirkstoffe

Flufenacet
480 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PALISADE enthaltene Wirkstoff Flufenacet gehört zur chemischen Gruppe der Oxyacetamide und ist im HRAC-System der Gruppe 15 (ehemals K3) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung und das Streckungswachstum im Meristemgewebe der keimenden Schadgräser blockiert. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln und den Hypokotyl- bzw. Koleoptilenbereich der keimenden Unkräuter. Da der Wirkstoff vor allem auf noch nicht aufgelaufene oder sich im Keimungsprozess befindliche Schaderreger wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Aktivierung und Verteilung im oberen Bodenhorizont entscheidend.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Schadgräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, sollte PALISADE stets in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, angepasste Aussaattermine und mechanische Bodenbearbeitung. Der alleinige, wiederholte Einsatz von Wirkstoffen der HRAC-Gruppe 15 auf derselben Fläche ist zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

PALISADE zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbstherbiziden und Zusatzstoffen aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 l/ha) zu achten, um eine lückenlose Benetzung des Bodens zu garantieren. Die Zugabe von Partnern sollte stets unter ständigem Rühren erfolgen, wobei PALISADE als SC-Formulierung idealerweise zuerst in den teilbefüllten Spritztank gegeben wird. Vor der großflächigen Anwendung wird ein physischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz strikt einzuhalten. Da Flufenacet ein hohes Gefährdungspotenzial für aquatische Organismen aufweist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) zwingend beachtet werden. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von PALISADE im Herbst?

Die Anwendung erfolgt idealerweise im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kulturen (Wintergerste und Winterweizen). Da der Wirkstoff Flufenacet primär über den Boden wirkt, erzielt eine frühe Behandlung auf ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett direkt nach der Saat die besten Bekämpfungserfolge gegen keimende Schadgräser.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirksamkeit des Herbizids?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist für die Aktivierung von PALISADE essenziell. Der Wirkstoff muss sich im Bodenwasser lösen, um von den Keimlingen der Schadgräser aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann sich die Wirkung verzögern; in solchen Fällen sollte die Anwendung auf anstehende Niederschläge hin ausgerichtet werden.

Kann PALISADE auf drainierten Flächen eingesetzt werden?

Bei der Anwendung auf drainierten Flächen sind die spezifischen nationalen Anwendungsbestimmungen und Gewässerschutzauflagen (z. B. NG-Auflagen des BVL) genau zu prüfen. Um den Eintrag von Flufenacet in Oberflächengewässer über Drainagen zu verhindern, gelten oft zeitliche oder mengenmäßige Einschränkungen, besonders auf schweren Böden.

Wie lässt sich Acker-Fuchsschwanz mit PALISADE nachhaltig kontrollieren?

Gegen Acker-Fuchsschwanz bildet PALISADE das Fundament der Bekämpfungsstrategie. Da dieser Schaderreger jedoch zu Resistenzen neigt, sollte das Produkt bevorzugt im frühen Vorauflauf eingesetzt und im Bedarfsfall im Nachauflauf mit einem blattaktiven Kombinationspartner aus einer anderen HRAC-Klasse ergänzt werden.

Was muss beim Nachbau von Kulturen nach einer Anwendung beachtet werden?

Nach dem regulären Einsatz von PALISADE im Herbst können im folgenden Frühjahr alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen nachgebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, bevor empfindliche zweikeimblättrige Kulturen oder Sommergetreide eingesät werden.

Warum ist die Bodenstruktur für den Behandlungserfolg so wichtig?

Ein klumpiges oder grobes Saatbett mindert die Wirkung, da sich kein geschlossener Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche bilden kann. Unkrautsamen, die unter großen Erdschollen keimen, entgehen so dem Wirkstoffkontakt. Ein feinkrümeliges Saatbett sichert die gleichmäßige Verteilung und maximale Effizienz.