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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Pergovia

BVL Zul.-Nr. 00A840-00

Pergovia ist ein hochwirksames, modernes Fungizid von Syngenta, das speziell für den professionellen Kartoffelanbau zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, die einen lückenlosen Schutz der Kultur während der kritischen Wachstumsphasen gewährleisten.

Durch die Kombination von Amisulbrom und Mandipropamid bietet Pergovia sowohl eine hervorragende präventive Wirkung auf der Blattoberfläche als auch eine translaminare Verteilung im Pflanzengewebe. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Antiresistenzmanagement, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck und schnellem Krautwachstum.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine exzellente Regenfestigkeit aus. Bereits kurz nach der Antrocknung ist der Wirkstofffilm fest in der Wachsschicht der Blätter verankert, sodass die Kultur auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen und intensiven Niederschlägen zuverlässig vor dem gefürchteten Schaderreger geschützt bleibt.

Wirkstoffe

Amisulbrom
100 g/L · Wirkstoff
Mandipropamid
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Pergovia basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner beiden aktiven Komponenten. Mandipropamid gehört zur Gruppe der Carbonsäureamide (CAA-Fungizide, FRAC-Gruppe 40). Es blockiert die Phospholipid-Biosynthese und damit den Aufbau der Zellwände des Pilzes. Mandipropamid haftet stark an der Wachsschicht und dringt translaminar in das Blatt ein, wodurch auch die Blattunterseiten geschützt werden. Amisulbrom ergänzt diesen Schutz als Wirkstoff aus der Gruppe der Qi-Inhibitoren (Quinone inside Inhibitors, FRAC-Gruppe 21). Es greift direkt in die Atmungskette der Mitochondrien des Schaderregers ein (Komplex III) und unterbindet die Sporenkeimung sowie die Freisetzung von Zoosporen. Diese Kombination zweier unterschiedlicher biochemischer Angriffspunkte minimiert das Risiko von Wirkungsverlusten und sorgt für einen robusten Effekt gegen alle Entwicklungsstadien von Phytophthora infestans.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit der Wirkstoffklassen CAA (FRAC 40) und QiI (FRAC 21) zu sichern, sollte Pergovia strikt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffgruppen eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden. Ein präventiver Einsatz vor den ersten sichtbaren Symptomen im Feld ist die wichtigste Maßnahme, um den Selektionsdruck auf resistente Stämme des Schaderregers von vornherein zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pergovia ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Insektiziden zur Blattlausbekämpfung sowie mit flüssigen Mikronährstoffdüngern, die im Kartoffelanbau üblich sind. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass Pergovia als flüssige Formulierung stets als eine der ersten Komponenten in den teilbefüllten Spritztank gegeben wird. Die Verwendung von zusätzlichen Haftmitteln ist aufgrund der bereits optimierten Formulierung meist nicht erforderlich. Es wird empfohlen, stets eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pergovia ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Anwendung von abdriftmindernder Technik genau zu beachten. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes nicht in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter während des täglichen Bienenflugs ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelPhytophthora infestans51–890.6 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Pergovia im Kartoffelbestand?

Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt präventiv ab dem Reihenschluss (BBCH-Stadium 51), bevor erste Infektionen im Feld sichtbar sind. Insbesondere bei feucht-warmer Witterung, die den Sporenflug von Phytophthora begünstigt, sollte die Behandlung rechtzeitig vor einer angekündigten Regenperiode erfolgen, um den schützenden Wirkstofffilm aufzubauen.

Wie verhält sich Pergovia bei starkem Neuzuwachs der Kartoffelstauden?

Dank der translaminaren Eigenschaften von Mandipropamid dringt ein Teil des Wirkstoffs in das Blattgewebe ein und verteilt sich lokal. Da sich der Wirkstoff jedoch nicht systemisch in neu wachsende Blätter verlagert, müssen schnell wachsende Bestände in engen Spritzabständen behandelt werden, um auch den Neuzuwachs lückenlos zu schützen.

Kann Pergovia auch zur gezielten Verhinderung von Knollenfäule eingesetzt werden?

Ja, durch den enthaltenen Wirkstoff Amisulbrom besitzt Pergovia eine hervorragende Wirkung gegen Zoosporen. Wenn das Mittel in der späten Wachstumsphase (bis BBCH-Stadium 89) appliziert wird, verhindert es, dass Sporen vom nassen Laub in den Boden gewaschen werden und dort die Kartoffelknollen infizieren.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität und die Wassermenge bei der Applikation?

Für eine optimale Benetzung des dichten Kartoffellaubs wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Die Wasserqualität (pH-Wert) hat keinen negativen Einfluss auf die Stabilität der Wirkstoffe, jedoch sollte extrem hartes Wasser vermieden werden, um die physikalische Mischbarkeit mit eventuellen Tankpartnern nicht zu beeinträchtigen.

Wie lässt sich Pergovia sinnvoll in eine Spritzfolge integrieren, um Resistenzen vorzubeugen?

Pergovia sollte blockweise oder im steten Wechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die keine Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 21 (z. B. Cyazofamid) oder 40 (z. B. Dimethomorph) enthalten. Ein Wechsel zu Kontaktfungiziden mit Multisite-Wirkung oder Wirkstoffen anderer Klassen nach maximal zwei aufeinanderfolgenden Pergovia-Anwendungen wird dringend empfohlen.