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PHOSATE

BVL Zul.-Nr. 008837-64

PHOSATE ist ein hochkonzentriertes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Mit seinem bewährten Wirkstoff Kaliumphosphonat (726 g/l) bietet das Präparat eine flexible und zuverlässige Lösung für den modernen Weinbau. Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und eine schnelle Aufnahme über das Laub aus, was eine rasche Verteilung in der gesamten Kultur gewährleistet.

Als moderner Baustein im integrierten Pflanzenschutz unterstützt PHOSATE Winzer dabei, vitale Rebbestände aufzubauen und die Ertragsqualität nachhaltig zu sichern. Durch die systemische Verteilung schützt das Mittel auch den Neuzuwachs zwischen den Behandlungen. Es eignet sich hervorragend für den Einsatz in kritischen Infektionsphasen ab dem Fünfblattstadium bis hin zur späten Reifezeit.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
726 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus, der im FRAC-Code unter der Gruppe P07 (Wirtspflanzen-induzierter Widerstand) klassifiziert ist. Einerseits wirkt das Mittel direkt fungizid, indem es das Myzelwachstum und die Sporenbildung des Erregers des Falschen Mehltaus hemmt. Andererseits – und dies ist die Hauptwirkungsweise – fungiert es als starker Elizitor, der die natürlichen Abwehrmechanismen der Kultur aktiviert. Nach der systemischen Aufnahme signalisiert das Phosphonat-Ion der Kultur einen Scheininfekt, woraufhin diese verstärkt Phytoalexine und strukturfestigende Proteine (PR-Proteine) bildet. Diese induzierte systemische Resistenz (ISR) führt dazu, dass die Zellwände der Rebe verstärkt werden und der Schaderreger mechanisch sowie biochemisch am Eindringen in das Gewebe gehindert wird.

Resistenzmanagement

Aufgrund des multisite-ähnlichen Charakters der induzierten Resistenz und des dualen Wirkungsmechanismus ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Kaliumphosphonat als äußerst gering einzustufen. Dennoch sollte PHOSATE im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements stets im Wechsel mit organischen Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Die Kombination oder der Blockwechsel sichert nicht nur die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs, sondern optimiert auch den Gesamtschutz der Kultur in Jahren mit hohem Infektionsdruck.

Mischbarkeit & Tankmischung

PHOSATE zeigt eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Weinbaufungiziden, insbesondere mit Kontaktmitteln wie Kupferpräparaten oder Folpet, wodurch synergistische Effekte erzielt werden können. Bei Tankmischungen ist auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten; extrem saure oder stark alkalische Verhältnisse sollten vermieden werden, um die Stabilität des Wirkstoffs nicht zu gefährden. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird stets ein physikalischer Mischbarkeitstest in einem separaten Gefäß empfohlen. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits auf eine optimale Benetzung und schnelle Penetration der Blattoberfläche ausgelegt ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PHOSATE sind die standardmäßigen persönlichen Schutzmaßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe) strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Anwendung auch während des Bienenflugs ermöglicht. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der terrestrischen Nichtziel-Flora sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen konsequent zu beachten, um einen unerwünschten Eintrag in Oberflächengewässer zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–991 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von PHOSATE im Weinberg?

Der beste Startzeitpunkt liegt in der Phase des intensiven Triebwachstums ab BBCH 15 (Fünfblattstadium). Da PHOSATE systemisch wirkt und die pflanzeneigene Abwehr stimuliert, sollte es idealerweise vorbeugend (protektiv) vor den ersten prognostizierten Infektionsbedingungen (warm-feuchte Witterung) ausgebracht werden.

Kann PHOSATE auch bei spätem Infektionsdruck kurz vor der Ernte eingesetzt werden?

Ja, dank der relativ kurzen Wartezeit von 14 Tagen kann das Produkt flexibel bis in die späten BBCH-Stadien der Reifeentwicklung eingesetzt werden. Dies ist besonders wertvoll, um den gefürchteten späten Befall der Gescheine und Beeren (Lederbeeren) sowie das Laub bis zum Blattfall gesund zu erhalten.

Warum wird Kaliumphosphonat häufig mit Kontaktfungiziden wie Kupfer gemischt?

Die Kombination von systemischem Kaliumphosphonat und einem Kontaktpartner wie Kupfer erzeugt einen synergistischen Effekt. Während das Phosphonat tief in das Gewebe eindringt und den Neuzuwachs von innen schützt, verbleibt das Kontaktmittel als schützender Belag auf der Blattoberfläche. Dies optimiert den Schutz vor Plasmopara viticola und reduziert gleichzeitig die benötigte Reinkupfermenge pro Hektar.

Wie beeinflusst die Witterung die Aufnahme und Wirkung von PHOSATE?

Für eine optimale Aufnahme sollte die Spritzbrühe auf trockene Bestände appliziert werden, damit der Wirkstoff zügig in das Blattgewebe penetrieren kann. Einmal angetrocknet, ist PHOSATE extrem regenfest, da sich der Wirkstoff bereits im Inneren der Kultur befindet und nicht mehr abgewaschen werden kann.

Hat die Anwendung von PHOSATE Auswirkungen auf die spätere Gärung oder den Geschmack des Weins?

Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Aufwandmengen und der Wartezeit von 14 Tagen sind keine negativen Einflüsse auf die Mostgärung, die Hefeaktivität oder das sensorische Profil des fertigen Weins bekannt.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Falschen Mehltau?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der Kultur 'Weinrebe' (VITVI) und dem Schaderreger 'Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)', um alle aktuell in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich anzuzeigen.