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PHOSFIK

BVL Zul.-Nr. 008837-60

PHOSFIK ist ein hochkonzentriertes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Mit dem bewährten Wirkstoff Kaliumphosphonat (726 g/l) bietet das Präparat eine hervorragende Kombination aus direktem Schutz und der Aktivierung pflanzeneigener Abwehrmechanismen. Als flüssige Formulierung lässt es sich leicht dosieren und zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme in die Kultur aus.

Dank seiner ausgeprägten systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Anwendung rasch in der gesamten Kultur – sowohl akropetal als auch basipetal. Dies gewährleistet, dass auch der Neuzuwachs sowie schwer erreichbare Pflanzenteile optimal geschützt werden. PHOSFIK hat sich als verlässlicher Baustein im modernen, integrierten Weinbau etabliert, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck.

Die Zulassung erstreckt sich über einen weiten Anwendungszeitraum in der Weinrebe. Durch die Kombination aus kurativer und protektiver Wirkung unterstützt das Mittel Winzer dabei, die Vitalität der Reben zu erhalten und Ertragsverluste durch den gefürchteten Erreger der Rebenperonospora effektiv zu minimieren.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
726 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus. Einerseits wirkt er direkt fungizid, indem er das Myzelwachstum und die Sporenbildung von Plasmopara viticola hemmt. Andererseits fungiert er als sogenannter Elizitor: Er signalisiert der Kultur einen Scheininfekt, woraufhin diese umgehend eigene Abwehrstoffe wie Phytoalexine und pathogeneserelevante Proteine (PR-Proteine) synthetisiert sowie Zellwandverstärkungen vornimmt. Diese systemisch induzierte Resistenz (SAR) versetzt die Weinrebe in die Lage, sich selbst aktiver gegen eindringende Pilzhyphen zu wehren. Da dieser Prozess auf biochemischer Ebene an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzt (multisite-ähnlicher Charakter durch die induzierte Eigenabwehr), ist das Risiko einer Resistenzentwicklung im Vergleich zu rein spezifisch wirkenden, monoseitigen Fungiziden als äußerst gering einzustufen.

Resistenzmanagement

Obwohl Kaliumphosphonat aufgrund seines komplexen, indirekten Wirkungsmechanismus (FRAC P07) ein sehr geringes Resistenzrisiko aufweist, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement im Weinbau unerlässlich. PHOSFIK sollte stets im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Kontaktfungiziden wie Kupfer oder organischen Fungiziden mit abweichendem Wirkort) eingesetzt werden. Die Einbindung in Spritzfolgen verhindert die Selektion resistenter Stämme von Plasmopara viticola und sichert die langfristige Wirksamkeit aller verfügbaren Pflanzenschutzmittel im Weinberg.

Mischbarkeit & Tankmischung

PHOSFIK ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern im Weinbau mischbar. Bei Tankmischungen mit stark sauren oder stark alkalischen Produkten sowie mit bestimmten Kupferpräparaten ist jedoch Vorsicht geboten, da sich der pH-Wert der Spritzbrühe verändern und die Pflanzenverträglichkeit beeinflussen kann. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine physikalisch-chemische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Applikation geachtet werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PHOSFIK sind die standardmäßigen Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten, einschließlich des Tragens von Schutzhandschuhen und geeigneter Schutzkleidung während der Anmischung und Ausbringung. Das Produkt ist so formuliert, dass Risiken für die Umwelt minimiert werden. Dennoch müssen die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt beachtet werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. PHOSFIK ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft (B4), weshalb Behandlungen auch während der Blütezeit der Kultur oder auf von Bienen beflogenen Unterkulturen möglich sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–991 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den vorbeugenden Einsatz von PHOSFIK im Weinberg?

Der beste Einsatzzeitpunkt liegt vorbeugend (protektiv) vor den ersten Infektionsbedingungen, typischerweise ab dem Fünfblattstadium (BBCH 15). Besonders in Phasen des intensiven Triebwachstums vor und nach der Blüte spielt PHOSFIK seine systemischen Stärken voll aus, da der Wirkstoff mit dem Saftstrom aktiv in den Neuzuwachs transportiert wird.

Kann PHOSFIK auch bei bereits sichtbarem Befall mit Falschem Mehltau eingesetzt werden?

PHOSFIK besitzt zwar eine gewisse kurative Aktivität in sehr frühen Infektionsstadien, seine Hauptstärke liegt jedoch in der vorbeugenden Anwendung und der Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehr. Bei bereits stark sichtbarem Befall (Ölflecken, Sporenrasen) sollte das Produkt mit einem stark abstoppenden, kurativen Kontakt- oder Lokalsystemiker kombiniert werden.

Wie beeinflusst die systemische Wirkung von Kaliumphosphonat den Schutz des Neuzuwachses?

Da Kaliumphosphonat vollsystemisch ist, wird es nach der Aufnahme über die Blätter sowohl nach oben (akropetal) als auch nach unten (basipetal) in der Rebe verteilt. Dies bedeutet, dass auch Blätter und Gescheine, die sich erst Tage nach der Behandlung entwickeln, einen grundlegenden Schutz gegen den Schaderreger aufbauen.

Gibt es Einschränkungen bei der Mischung von PHOSFIK mit Kupferpräparaten?

Ja, bei der Kombination mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln kann es unter ungünstigen Witterungsbedingungen (wie langsame Abtrocknung oder hohe Luftfeuchtigkeit) zu Phytotoxizität an den Blättern kommen. Es wird empfohlen, bei solchen Mischungen die Aufwandmengen genau abzustimmen und vorab die Verträglichkeit an einigen Reben zu testen.

Warum ist das Resistenzrisiko bei diesem Wirkstoff im Vergleich zu anderen Fungiziden so gering?

Kaliumphosphonat greift nicht nur an einer einzigen Stelle im Stoffwechsel des Pilzes an, sondern regt vor allem die vielschichtige, natürliche Abwehr der Weinrebe an. Da der Schaderreger sich nicht einfach an ein so breites Spektrum pflanzlicher Abwehrmechanismen anpassen kann, ist die Gefahr einer Resistenzbildung äußerst minimal.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Falschen Mehltau?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach der Kultur 'Weinrebe' (VITVI) und dem Schaderreger 'Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)', um eine vollständige Übersicht aller in Deutschland registrierten Produkte und deren Anwendungsbestimmungen zu erhalten.