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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

PHYTAVIS PIRIMAX G

BVL Zul.-Nr. 062470-62

PHYTAVIS PIRIMAX G ist ein hochselektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Blattläusen in den zugelassenen Kulturen. Als wasserlösliches Granulat formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle Löslichkeit und hervorragende Handhabung in der Praxis aus. Durch seine selektive Wirkung schont es wichtige Nützlinge im Feld, was es zu einem wertvollen Baustein im integrierten Pflanzenschutz macht.

Das Produkt hat sich als Spezialist im Segment der Blattlausbekämpfung etabliert. Da es gezielt auf saugende Schaderreger wirkt, bleibt die natürliche Regulationsleistung von räuberischen Nützlingen wie Marienkäfern, Schwebfliegenlarven und Florfliegen weitgehend erhalten. Dies verhindert wirksam eine sekundäre Massenvermehrung der Schädlinge nach der Behandlung.

Wirkstoffe

Pirimicarb
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Pirimicarb gehört zur chemischen Klasse der Carbamate und ist in die IRAC-Gruppe 1A eingestuft. Die Wirkung beruht auf der Hemmung des Enzyms Acetylcholinesterase im Nervensystem der Schaderreger, was zu einer schnellen Überreizung der Nervenbahnen und dem raschen Absterben der Blattläuse führt. Besonders hervorzuheben ist die dreifache Wirkung von PHYTAVIS PIRIMAX G: Es wirkt als Kontaktgift bei direkter Benetzung, als Fraßgift bei der Nahrungsaufnahme und verfügt zudem über eine ausgeprägte Tiefenwirkung (translaminar) sowie eine starke Dampfphase (Gaswirkung). Diese Gasphase stellt sicher, dass auch versteckt sitzende Blattläuse auf der Blattunterseite oder in eingerollten Blättern zuverlässig erfasst werden, selbst bei dichten Pflanzenbeständen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte PHYTAVIS PIRIMAX G strikt im Wechsel mit insektiziden Wirkstoffen aus anderen IRAC-Klassen eingesetzt werden. Ein wiederholter, ausschließlicher Einsatz von Wirkstoffen der IRAC-Gruppe 1A ist zu vermeiden. Die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Beschränkung der Anzahl der Anwendungen pro Saison sind essenzielle Säulen einer nachhaltigen Antiresistenzstrategie im Feld.

Mischbarkeit & Tankmischung

PHYTAVIS PIRIMAX G ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern, die in den entsprechenden Kulturen eingesetzt werden. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühen wird jedoch stets eine physikalische Mischprobe empfohlen. Für eine optimale Wirkung der Dampfphase sollte die Anwendung bei Temperaturen über 15 °C erfolgen, idealerweise in den warmen Stunden des Tages, wobei extreme Hitze und direkte pralle Sonne zu meiden sind. Auf eine ausreichende Wassermenge zur Benetzung des gesamten Bestandes ist zu achten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Obwohl Pirimicarb als selektives Aphizid nützlingsschonend eingestuft ist, sind strenge Auflagen zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen einzuhalten. Abdrifthmindernde Technik und die Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsflächen zu Oberflächengewässern sind zwingend erforderlich. Das Produkt ist bezüglich der Bienengefährdung sorgfältig gemäß den nationalen Zulassungsbestimmungen anzuwenden, um Bestäuber nicht zu gefährden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Blattläuse41–99200 GRAM_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit PHYTAVIS PIRIMAX G?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt bei Erreichen der wirtschaftlichen Schadensschwelle für Blattläuse ab dem BBCH-Stadium 41. Da der Wirkstoff eine starke Dampfphase besitzt, erzielt die Behandlung bei Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C die beste Wirkung, da sich das Gas in dichten Beständen optimal ausbreiten kann.

Warum ist die Dampfphase von Pirimicarb in dichten Kulturbeständen so wichtig?

Blattläuse besiedeln häufig die Unterseiten der Blätter oder sitzen tief im Inneren des Pflanzenbestandes, wo sie von einer reinen Kontaktspritzung schwer erreicht werden. Die Dampfphase (Gaswirkung) sorgt dafür, dass der Wirkstoff auch in diese unzugänglichen Bereiche vordringt und die Schaderreger zuverlässig abtötet.

Wie verträgt sich PHYTAVIS PIRIMAX G mit dem Schutz von Nützlingen?

Das Produkt zeichnet sich durch eine sehr hohe Selektivität aus. Wichtige Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen werden geschont. Dies ist ein entscheidender Vorteil, da diese Nützlinge nach der Spritzung verbleibende Schädlinge auf natürliche Weise regulieren und so einen erneuten Populationsaufbau verhindern.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte oder der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?

PHYTAVIS PIRIMAX G ist in einem breiten pH-Bereich stabil. Extrem alkalisches Wasser (pH-Wert über 8) sollte jedoch vermieden werden, da dies zu einem schnelleren Abbau des Wirkstoffs in der Spritzbrühe führen kann. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Wassers optimiert die Stabilität und Wirksamkeit.

Wie lässt sich PHYTAVIS PIRIMAX G am besten in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept integrieren?

Es sollte gezielt dann eingesetzt werden, wenn ein akuter Blattlausbefall die Schadensschwelle überschreitet und gleichzeitig Nützlinge im Bestand geschont werden sollen. Durch den Wechsel mit Wirkstoffen anderer IRAC-Klassen wird zudem das Risiko von Resistenzbildungen minimiert.

Was muss bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachtet werden?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit beträgt 35 Tage. Diese Frist zwischen der letzten Behandlung und der Ernte muss zwingend eingehalten werden, um sicherzustellen, dass eventuelle Rückstände in den Ernteprodukten die zulässigen Grenzwerte nicht überschreiten.