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Sonstige · SBM Developpement SAS

Pilzfrei Saprol Zierpflanzen AF

BVL Zul.-Nr. 006867-63

Pilzfrei Saprol Zierpflanzen AF ist ein anwendungsfertiges (AF) Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Echtem Mehltau an Gurken (CUMSA) und Kürbisgewächsen (CUUPG). Durch die gebrauchsfertige Formulierung entfällt das Abmessen und Anmischen einer Spritzbrühe, was die Anwendung besonders im geschützten Anbau, im Kleingewächshaus oder im Haus- und Kleingartenbereich extrem komfortabel und anwendersicher macht.

Das Produkt kombiniert zwei hochwirksame Wirkstoffe aus unterschiedlichen chemischen Klassen: Tebuconazol und Trifloxystrobin. Diese Kombination bietet sowohl eine hervorragende vorbeugende (protektive) als auch eine heilende (kurative) Wirkung gegen die typischen Erreger des Echten Mehltaus (Sphaerotheca fuliginea und Erysiphe cichoracearum).

Dank der systemischen und mesostemischen Eigenschaften der Wirkstoffe wird ein langanhaltender Schutz der behandelten Kulturen gewährleistet. Das Produkt verteilt sich optimal auf und in der Pflanze, sodass auch nach der Behandlung neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt sind.

Wirkstoffe

Tebuconazol
0.125 g/L · Wirkstoff
Trifloxystrobin
0.125 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Pilzfrei Saprol Zierpflanzen AF basiert auf zwei komplementären Wirkungsmechanismen. Tebuconazol gehört zur Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Es hemmt die Ergosterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Pilze, was zu einer Störung der Membranintegrität und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Dieser Wirkstoff wird systemisch von der Kultur aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Pflanze verteilt. Trifloxystrobin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, QoI-Inhibitoren). Es blockiert den Elektronentransport in den Mitochondrien der Pilzzellen an der Qo-Stelle des Cytochrom-bc1-Komplexes, wodurch die Energieversorgung (ATP-Synthese) des Pilzes zusammenbricht. Trifloxystrobin besitzt mesostemische Eigenschaften: Es bindet sich fest an die Wachsschicht der Blattoberfläche (Lokalsystemik) und verteilt sich zusätzlich über die Gasphase auf benachbarte Pflanzenteile, was eine gleichmäßige Schutzbarriere bildet.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger (*Sphaerotheca fuliginea* und *Erysiphe cichoracearum*) wirksam vorzubeugen, nutzt dieses Pflanzenschutzmittel bereits die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppen 3 und 11). Dennoch solltest du die Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt begrenzen und das Produkt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen ohne Kreuzresistenz einsetzen. Vermeide es, das Mittel kurativ bei bereits starkem Befall als alleinige Maßnahme einzusetzen, um den Selektionsdruck auf die Pilzpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei Pilzfrei Saprol Zierpflanzen AF um ein anwendungsfertiges Handspray handelt, ist eine Tankmischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln in der Praxis weder vorgesehen noch empfohlen. Das Produkt ist exakt auf die direkte Anwendung ohne Verdünnung eingestellt. Solltest du dennoch andere Behandlungen (wie Blattdünger oder Insektizide) planen, führe diese zeitlich versetzt durch, um die optimale Benetzung und Haftung des Spritzfilms auf den Blättern der Kulturen nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem anwendungsfertigen Spray solltest du die übliche persönliche Schutzausrüstung (wie Schutzhandschuhe) tragen und den Sprühnebel nicht einatmen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Registrierungsdaten angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsregel: Behandle deine Kulturen nicht, wenn Bienen aktiv fliegen oder die Pflanzen blühen. Verlege die Anwendung vorzugsweise in die Abendstunden, um Bestäuber und andere nützliche Insekten zu schonen. Achte zudem darauf, dass kein Spritznebel in angrenzende Gewässer oder auf unbeteiligte Nachbarkulturen driftet, um aquatische Organismen zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)0.05 LITER_PER_SQUARE_METER3T
ZucchiniEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)0.05 LITER_PER_SQUARE_METER3T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt, um mit der Behandlung gegen Echten Mehltau zu beginnen?

Am besten behandelst du deine Kulturen vorbeugend (präventiv), sobald die ersten Infektionsbedingungen vorliegen – meist bei warmer, trockener Witterung mit hoher Luftfeuchtigkeit in der Nacht. Spätestens bei den allerersten sichtbaren Symptomen (einzelne weiße, mehlige Flecken auf den Blättern) solltest du die Anwendung starten, um eine epidemische Ausbreitung zu verhindern.

Muss ich das Produkt vor der Anwendung mit Wasser verdünnen?

Nein, das Kürzel 'AF' steht für 'Anwendungsfertig'. Du darfst das Produkt auf keinen Fall mit Wasser mischen oder verdünnen. Schüttle die Flasche vor Gebrauch einfach gut durch und sprühe die betroffenen Kulturen direkt und gleichmäßig ab, bis sie sichtbar benetzt sind, ohne dass die Flüssigkeit abtropft.

Wie oft darf ich meine Gurken oder Kürbisse mit diesem Mittel behandeln?

Um Resistenzen zu vermeiden und die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, solltest du die maximale Anzahl der zugelassenen Anwendungen pro Jahr und Kultur nicht überschreiten. Halte dich strikt an die auf der Verpackung angegebenen Intervalle und wechsle bei anhaltendem Befallsdruck auf ein Produkt mit einem anderen Wirkungsmechanismus.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Die Wartezeit beschreibt den gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum, der zwischen der letzten Anwendung und der Ernte deiner Kulturen liegen muss. Für Gurken und Kürbisgewächse beträgt diese Wartezeit bei diesem Produkt 3 Tage. Ernte deine Früchte also frühestens am vierten Tag nach der Behandlung, um Rückstände sicher auszuschließen.

Kann ich das Mittel auch bei starker Sonneneinstrahlung mitten am Tag spritzen?

Davon ist dringend abzuraten. Wenn du bei praller Sonne und Hitze spritzt, können die feinen Spritztröpfchen wie Brenngläser wirken und Verbrennungen (Phytotoxizität) auf den Blättern deiner Kulturen verursachen. Zudem verdunstet der Wirkstoff zu schnell, bevor er von der Pflanze aufgenommen werden kann. Behandle deine Pflanzen daher idealerweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen Echten Mehltau?

Du kannst in unserem Hub gezielt nach dem Schaderreger 'Echter Mehltau' oder nach deinen spezifischen Kulturen (wie Gurke oder Kürbis) filtern. Dort listen wir dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel auf, sodass du Wirkstoffe für eine effektive Antiresistenzstrategie einfach vergleichen und auswählen kannst.