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Kultur

Gurke

Cucumis sativus
CUMSA

Die Gurke (Cucumis sativus), im EPPO-System unter dem Code CUMSA geführt, gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Kulturen im mitteleuropäischen Gemüsebau. Sie wird sowohl im geschützten Anbau unter Glas als auch im Freiland – hier vor allem als Einlegegurke – intensiv kultiviert. Als wärmeliebende Kultur stellt sie extrem hohe Ansprüche an die Temperatur, die Wasserversorgung und die Bodenstruktur, weshalb ein präzises Management der Anbaubedingungen für den Ertragserfolg entscheidend ist.

Im Freilandanbau dominiert die Produktion von Einlegegurken, die mechanisch oder mithilfe von Erntefliegern eingebracht werden, während Salatgurken überwiegend im Gewächshaus kultiviert werden. Die Kultur reagiert empfindlich auf Spätfröste und kühle Witterungsperioden, weshalb die Aussaat oder Pflanzung im Freiland erst nach dem Abklingen der Frostgefahr im Mai erfolgt. Eine kontinuierliche Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit ist zwingende Voraussetzung, um physiologische Störungen wie Bitterstoffbildung und Verformungen der Früchte zu verhindern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte Mai bis Mitte Juni (Freiland); ab Mitte April (Vorkultur)
Erntefenster
Mitte Juli bis Mitte September
Reihenabstand
100–150 cm x 25–35 cm
Typischer Ertrag
60–100 t/ha (Freiland-Einlegegurke)
Wärmesumme (GDD)
1100–1300 °C
Boden-pH
6,0–7,0

Bodenmanagement

Gurken bevorzugen tiefgründige, humusreiche und leicht erwärmbare Böden mit einer stabilen Struktur und hoher Wasserhaltekapazität. Da die Kultur sehr salzempfindlich ist, muss die organische Düngung, beispielsweise durch gut verrotteten Stallmist oder Kompost, bereits im Vorjahr oder zeitig im Frühjahr eingebracht werden. Eine gleichmäßige Bodenfeuchte ist essenziell, weshalb im professionellen Anbau standardmäßig Tröpfchenbewässerung in Kombination mit Mulchfolien eingesetzt wird. Die Folienabdeckung unterdrückt nicht nur Unkräuter wie Echinochloa crus-galli und Amaranthus retroflexus, sondern fördert auch die Bodenerwärmung im kritischen Jugendstadium. Bodenverdichtungen müssen unbedingt vermieden werden, da das flache Wurzelsystem der Kultur extrem empfindlich auf Sauerstoffmangel und Staunässe reagiert.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz bei Cucumis sativus erfordert eine enge Überwachung, da die Kultur für eine Vielzahl von Schaderregern anfällig ist. Zu den bedeutendsten Pilzkrankheiten gehören der Echte Mehltau, der Falsche Mehltau sowie bodenbürtige Erreger wie Fusarium oxysporum und Rhizoctonia solani, die Welkeerscheinungen und Umfallkrankheiten verursachen. Gegen tierische Schädlinge wie die Weiße Fliege (Bemisia tabaci) und Spinnmilben wird im geschützten Anbau bevorzugt auf den Einsatz von Nützlingen gesetzt, während im Freiland chemische Pflanzenschutzmittel gezielt appliziert werden müssen. Eine konsequente Feldhygiene, weite Fruchtfolgen (mindestens 4 Jahre Anbaupause zu anderen Kürbisgewächsen) und die Wahl toleranter Sorten bilden das Fundament des integrierten Pflanzenschutzes. Bei feuchter Witterung ist zudem auf Botrytis cinerea und Sclerotinia sclerotiorum zu achten, um Fäulnis an Stängeln und Früchten rechtzeitig zu verhindern.

Sorten

Diamant

früh

Sehr hoch und gleichmäßig über die gesamte Ernteperiode.

Resistent gegen: Echter Mehltau, Gurkenmosaikvirus, Gurkenkrätze

Anfällig für: Falscher Mehltau

Parthenokarpe (jungfernfrüchtige) Einlegegurke, die auch unter Stressbedingungen keine Bitterstoffe bildet.

Dominica

mittelfrüh

Sehr ertragreich mit hohem Anteil an Früchten der Klasse I.

Resistent gegen: Echter Mehltau, Gurkenkrätze

Anfällig für: Spinnmilben, Falscher Mehltau

Zuverlässige Schlangengurke für den Unterglasanbau mit hoher Toleranz gegen Echten Mehltau.

Zircon

mittelfrüh

Konstant hohe Erträge auch bei kühlerer Witterung.

Resistent gegen: Echter Mehltau, Gurkenmosaikvirus, Gurkenkrätze

Anfällig für: Falscher Mehltau

Robuste Einlegegurke mit hervorragender Fruchtform und dunkler Fruchtfarbe, ideal für die Konservenindustrie.

Geronimo

früh

Sehr hohes Ertragspotenzial durch kontinuierlichen Fruchtansatz.

Resistent gegen: Echter Mehltau, Gurkenkrätze

Anfällig für: Weichhautmilben, Pythium

Wüchsige Salatgurkensorte für die Hors-Sol-Kultur und den klassischen Erdanbau im Gewächshaus.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

AFINTO
ISK Biosciences Europe N.V.
025691-61
Alginure Ascophos
TILCO-Alginure GmbH
007839-61
Alginure Bio Schutz
TILCO-Alginure GmbH
007839-00
Aliette WG
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-00
Alitis Spezial-Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-65
Amylo-X WG
Mitsui AgriScience
00A825-00
AQ 10WG
CBC Europe S.r.l.
026391-00
Armicarb Spray
Agronaturalis Ltd.
00A325-00
Armicarb Spray
Agronaturalis Ltd.
02A325-00
Armisan AF PilzFrei
Agronaturalis Ltd.
00A325-61
Armisan AF PilzFrei
Agronaturalis Ltd.
02A325-61
ASKON
Syngenta Agro GmbH
006902-00
Atonik
Asahi Chemical Europe s.r.o.
00A070-00
Axiendo Garten Schädlings-frei
Syngenta Agro GmbH
007028-00
Axiendo Schädlings-frei Spray
Syngenta Agro GmbH
007029-00
Azbany
Nufarm Deutschland GmbH
008967-00
AZOFIN
Finchimica S.p.A.
00A065-00
Azuleo
ISK Biosciences Europe N.V.
006860-61
BAKATA
Bayer CropScience Deutschland GmbH
005908-60
Basamid Granulat
Kanesho Soil Treatment SPRL/BVBA
00A117-00
Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei Neem
Trifolio-M GmbH
024436-63
Bayer Garten Gemüse-Schädlingsfrei Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-00
Bayer Garten Rosen-Pilzfrei Baymat Plus AF
SBM Developpement SAS
006867-00
Bayer Garten Rosen-Pilzfrei Spray Baymat Plus
SBM Developpement SAS
006867-60
Bayer Garten Schädlingsfrei Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-62
Bayer Garten Schädlingsfrei Lizetan AZ
Trifolio-M GmbH
024436-67
Bayer Garten Schädlingsfrei Lizetan Gießmittel AZ
Trifolio-M GmbH
024436-66
Bayer Garten Schädlingsspray Decis AE
SBM Developpement SAS
006788-63
Bayer Garten Spezial-Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-62
Bayer Garten Spezial-Pilzfrei Aliette
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-63
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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich das Temperaturminimum für Keimung und Wachstum bei Cucumis sativus?

Die Keimung von Gurkensamen erfordert eine Mindestbodentemperatur von 12 °C, optimal sind jedoch 20–25 °C. Für das spätere vegetative Wachstum liegt das absolute Minimum bei 15 °C; sinken die Temperaturen dauerhaft unter 12 °C, kommt es zu Wachstumsstillstand, Kälteschäden und einer drastisch erhöhten Anfälligkeit für bodenbürtige Schaderreger.

Warum ist die Parthenokarpie bei modernen Gurkensorten im Erwerbsanbau so wichtig?

Parthenokarpe Sorten bilden Früchte ohne vorherige Bestäubung aus. Dies verhindert nicht nur die Entstehung von Samen in den Früchten, was die Marktqualität mindert, sondern sichert auch im geschützten Anbau (wo Bestäuberinsekten fehlen) oder bei schlechter Witterung im Freiland einen kontinuierlichen und gleichmäßigen Fruchtansatz.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen den Falschen Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)?

Da der Falsche Mehltau sich bei feucht-warmer Witterung rasant ausbreitet, müssen Behandlungen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln präventiv ab dem BBCH-Stadium 21 (Beginn der Seitentriebbildung) oder unmittelbar nach den ersten regionalen Warndienstmeldungen erfolgen. Einmal etabliert, ist der Erreger im Bestand kaum noch zu stoppen.

Wie kann das Risiko von Bitterstoffen in den Gurken minimiert werden?

Moderne F1-Hybriden sind genetisch bitterfrei gezüchtet. Dennoch kann extremer Stress wie Trockenheit, kaltes Gießwasser oder starke Temperaturschwankungen bei älteren Sorten die Bildung von Cucurbitacinen auslösen; eine gleichmäßige Tröpfchenbewässerung mit temperiertem Wasser ist hier die effektivste Gegenmaßnahme.

Welche Rolle spielt die Fruchtfolge bei der Vermeidung von Fusarium-Welke im Freiland?

Da Fusarium oxysporum als Dauersporen viele Jahre im Boden überleben kann, ist eine strikte Fruchtfolge von mindestens 4 bis 5 Jahren zu anderen Cucurbitaceen einzuhalten. Im intensiven Gewächshausanbau wird dieses Problem meist durch die Veredelung auf resistente Unterlagen wie Cucurbita ficifolia gelöst.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen tierische Schädlinge wie Bemisia tabaci?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub und filtern Sie nach der Kultur 'Gurke' (CUMSA) sowie dem Schaderreger 'Bemisia tabaci'. Das System listet Ihnen alle aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmengen, Wartezeiten und spezifischen Anwendungsbestimmungen auf.