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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

PIRIMOR G

BVL Zul.-Nr. 062470-00

PIRIMOR G von ADAMA ist ein hochselektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Blattläusen. Als wasserlösliches Granulat (WG) formuliert, hat sich das Produkt als Standardlösung im professionellen Ackerbau etabliert, insbesondere wenn es darum geht, Schaderreger schnell und rückstandsarm zu kontrollieren, ohne dabei wichtige Nützlinge unnötig zu gefährden.

Der Fokus dieses Spezial-Aphisizids liegt ganz klar auf der schnellen Knock-down-Wirkung gegen verschiedene Blattlausarten. Durch seine spezifische Formulierung lässt sich das Granulat hervorragend dosieren und löst sich im Spritztank schnell und rückstandsfrei auf, was eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen während der Applikation garantiert.

Wirkstoffe

Pirimicarb
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Pirimicarb gehört zur chemischen Klasse der Carbamate und ist in die IRAC-Gruppe 1A eingestuft. Er wirkt als potenter Inhibitor des Enzyms Acetylcholinesterase (AChE) im Nervensystem der Schaderreger. Durch diese Blockade kann der Neurotransmitter Acetylcholin nicht mehr abgebaut werden, was zu einer kontinuierlichen Überreizung der Nervenbahnen und schließlich zum schnellen Absterben der Blattläuse führt. Ein herausragendes Merkmal von PIRIMOR G ist seine dreifache Wirkung: Es wirkt als Kontaktgift bei direkter Benetzung, als Fraßgift bei der Nahrungsaufnahme und besitzt zudem eine ausgeprägte Dampfphase (Gaswirkung) sowie systemische Tiefenwirkung. Durch diesen Dampfeffekt werden auch versteckt sitzende Blattläuse auf der Blattunterseite oder in eingerollten Blättern zuverlässig erfasst, selbst wenn sie von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Blattläusen wirksam vorzubeugen, solltest du PIRIMOR G unbedingt im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da Pirimicarb der IRAC-Gruppe 1A angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen – wie beispielsweise Pyrethroiden (IRAC-Gruppe 3A) oder Flonicamid (IRAC-Gruppe 29) – dringend zu empfehlen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Carbamaten in derselben Saison, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

PIRIMOR G zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du das Granulat immer als erste Komponente im fast vollständig mit Wasser gefüllten Tank unter ständigem Rühren vollständig auflösen, bevor du weitere Partner hinzufügst. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine optimale Benetzung der Kultur zu gewährleisten, und vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PIRIMOR G ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, für den Anwenderschutz obligatorisch. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Applikationen generell außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden durchführen und blühende Bestände oder Unkräuter schonen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Blattläuse41–99200 GRAM_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit PIRIMOR G?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 41 bis 99, sobald der amtliche Warndienst oder deine eigenen Feldkontrollen das Überschreiten der Schadschwellen für Blattläuse melden. Nutze für eine maximale Wirkung der Dampfphase warme, aber windstille Tage, idealerweise in den Abendstunden.

Warum ist die Dampfphase von PIRIMOR G so wichtig für den Bekämpfungserfolg?

Blattläuse besiedeln oft die Unterseiten der Blätter oder sitzen tief im Pflanzenbestand, wo sie von der Spritzbrühe schwer erreicht werden. Der Wirkstoff Pirimicarb verdampft nach der Applikation leicht und dringt als Gas in diese geschützten Bereiche vor, wodurch auch versteckte Schaderreger zuverlässig erfasst werden.

Wie verhält sich PIRIMOR G gegenüber Nützlingen im Feld?

PIRIMOR G ist bekannt für seine hohe Selektivität. Während es Blattläuse hochwirksam bekämpft, schont es wichtige natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen. Dies hilft dir, die natürliche biologische Kontrolle in deiner Kultur aufrechtzuerhalten.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachten?

Für PIRIMOR G gilt in den zugelassenen Kulturen eine strikte Wartezeit von 35 Tagen. Plane deine Applikation daher rechtzeitig ein, um diesen Zeitraum bis zur geplanten Ernte exakt einzuhalten und Rückstände im Erntegut zu vermeiden.

Kann ich PIRIMOR G bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?

Für eine optimale Entfaltung der Dampfphase (Gaswirkung) werden Temperaturen von über 15 °C empfohlen. Bei kühlerer Witterung wirkt das Mittel zwar immer noch als Kontakt- und Fraßgift, die wichtige Tiefenwirkung über die Gasphase ist jedoch eingeschränkt. Warte daher am besten auf einen milden Tag.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen Blattläuse?

Du kannst in unserem Hub gezielt nach dem Schaderreger 'Blattläuse' filtern und deine spezifische Kultur auswählen. Das System listet dir dann alle in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel auf, sodass du Wirkstoffe für ein effektives Resistenzmanagement vergleichen kannst.