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Plexus

BVL Zul.-Nr. 007957-60

Plexus ist ein hochwirksames, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) im Kartoffelanbau. Die flüssige Formulierung kombiniert zwei bewährte Wirkstoffe – Cymoxanil und Fluazinam – in einem optimal abgestimmten Verhältnis. Durch diese Kombination bietet das Präparat sowohl einen zuverlässigen Schutz der Blattoberfläche als auch eine tiefenwirksame Kontrolle bereits stattgefundener Infektionen in der Kultur.

Dank der komplementären Eigenschaften der beiden Wirkstoffe deckt Plexus ein breites Spektrum im Infektionszyklus des Erregers ab. Während die translaminare Komponente schnell in das Blattgewebe eindringt, verbleibt der Kontaktwirkstoff als stabiler Schutzfilm auf der Pflanzenoberfläche. Dies macht Plexus zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Antiresistenzmanagement und sichert den Ertrag sowie die Qualität der Kartoffelernte ab.

Wirkstoffe

Cymoxanil
200 g/L · Wirkstoff
Fluazinam
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Plexus basiert auf zwei völlig unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Cymoxanil (zugeordnet der FRAC-Gruppe 27) besitzt translaminare und lokal-systemische Eigenschaften. Es dringt nach der Anwendung rasch in das Blattgewebe ein und stoppt das Myzelwachstum des Pilzes in der frühen Inkubationsphase. Dadurch entfaltet es eine hervorragende kurative Wirkung, insbesondere in den ersten Tagen nach einer Infektion. Fluazinam hingegen gehört zur FRAC-Gruppe 29 und wirkt als reines Kontaktfungizid mit ausgeprägter Protektivwirkung. Es greift als Entkoppler der oxidativen Phosphorylierung in den Energiestoffwechsel des Schaderregers ein. Fluazinam zeichnet sich durch eine extrem starke Hemmung der Sporenkeimung und der Beweglichkeit von Zoosporen aus. Dieser duale Ansatz verhindert effektiv das Eindringen des Erregers in das Blattgewebe und schützt gleichzeitig die Knollen vor einer Sporeninfektion während der Abreife und Ernte.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination von Cymoxanil (FRAC 27) und Fluazinam (FRAC 29) besitzt Plexus bereits ein integriertes Antiresistenzmanagement. Um die Wirksamkeit beider Wirkstoffklassen langfristig zu erhalten, sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffgruppen (wie z. B. CAA-Fungiziden oder QiI-Fungiziden) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Vorgaben ist strikt einzuhalten, um dem Entstehen resistenter Stämme von Phytophthora infestans konsequent vorzubeugen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Plexus ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Insektiziden zur Blattlaus- und Kartoffelkäferbekämpfung sowie mit flüssigen Blattdüngern. Bei Tankmischungen wird empfohlen, vorab eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Kultur ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine präzise Düseneinstellung zu achten, insbesondere bei dichtem Laubdach, um auch die unteren Blattetagen lückenlos zu erfassen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Plexus ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Aufgrund des Gehalts an Fluazinam ist das Mittel als gewässergefährdend eingestuft. Es müssen strikte Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern eingehalten und abdriftmindernde Technik eingesetzt werden, um aquatische Organismen zu schützen. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Behandlungen in blühenden Beständen vorzugsweise außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden durchgeführt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelKraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)21–890.6 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den ersten Einsatz von Plexus in der Spritzfolge?

Der Einsatz empfiehlt sich besonders in Phasen mit hohem Infektionsdruck oder unmittelbar nach ersten Infektionsereignissen (z. B. nach feucht-warmen Wetterperioden). Die kurative Wirkung von Cymoxanil kann beginnende, noch nicht sichtbare Infektionen im Blatt stoppen, während Fluazinam den Bestand gleichzeitig protektiv absichert.

Wie schützt Plexus die Kartoffelknollen vor der gefürchteten Knollenfäule?

Der Wirkstoff Fluazinam besitzt eine extrem hohe Aktivität gegen Zoosporen, die bei Niederschlägen vom infizierten Kraut in den Boden gewaschen werden. Durch die Abtötung dieser Sporen auf der Bodenoberfläche wird verhindert, dass sie in den Damm eindringen und die Knollen infizieren, was die Lagerstabilität der Kartoffeln entscheidend verbessert.

Ist Plexus regenfest und wie schnell zieht das Pflanzenschutzmittel in die Kultur ein?

Dank der schnellen translaminaren Aufnahme von Cymoxanil ist das Mittel bereits etwa ein bis zwei Stunden nach der Anwendung regenfest. Der Kontaktwirkstoff Fluazinam haftet zudem sehr stark an der Wachsschicht der Blätter und bietet einen langanhaltenden Schutzfilm, der auch durch mäßige Niederschläge nicht abgewaschen wird.

Kann Plexus auch in Phasen des schnellen Krautwachstums der Kartoffeln eingesetzt werden?

Da Cymoxanil lokal-systemisch wirkt und Fluazinam ein reines Kontaktfungizid ist, wird neu zuwachsendes Laub nach der Behandlung nicht aktiv geschützt. In Phasen des schnellen Krautwachstums sollte Plexus daher in kürzeren Spritzabständen eingesetzt oder mit vollsystemischen Mischpartnern kombiniert werden, um Schutzlücken zu vermeiden.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Kraut- und Knollenfäule?

Sie können in unserer Datenbank gezielt nach der Kultur „Kartoffel“ und dem Schaderreger „Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)“ filtern. Dadurch erhalten Sie eine vollständige Übersicht aller in Deutschland registrierten Alternativpräparate, sortiert nach Wirkstoffen und HRAC/FRAC-Klassifizierung für eine gezielte Spritzfolgenplanung.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe mit Plexus?

Plexus ist gegenüber üblichen Schwankungen der Wasserhärte stabil. Bei extrem alkalischem Brunnenwasser (pH-Wert über 8) empfiehlt sich jedoch der Zusatz eines pH-Puffers in den Spritztank vor der Zugabe des Fungizids, um einen vorzeitigen Abbau der Wirkstoffe zu verhindern.