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OTHER · BIOPREPARATY spol.s.r.o.

Polygandron WP

BVL Zul.-Nr. 02A717-00

Polygandron WP ist ein biologisches Pflanzenschutzmittel in Form eines Spritzpulvers (WP), das auf dem nützlichen Bodenpilz Pythium oligandrum (Stamm M1) basiert. Als innovatives Biofungizid nimmt es eine wichtige Rolle im modernen, integrierten Pflanzenschutz ein, insbesondere bei der präventiven Bekämpfung von Phytophthora infestans (Kraut- und Knollenfäule) in Kartoffelkulturen. Durch den Verzicht auf klassisch-chemische Wirkstoffe eignet sich das Präparat hervorragend für umweltschonende Anbausysteme sowie für den ökologischen Landbau.

Die Formulierung als Spritzpulver gewährleistet eine einfache Handhabung und eine gleichmäßige Verteilung des biologischen Wirkstoffs auf den Blattoberflächen. Das primäre Zielspektrum konzentriert sich auf den gefürchteten Erreger der Krautfäule, wobei das Produkt vor allem vorbeugend eingesetzt wird, um die Etablierung des Schaderregers in der Kultur frühzeitig zu unterbinden.

Wirkstoffe

Pythium oligandrum M1
50 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pythium oligandrum M1 ist ein mycoparasitischer Oomyzet, der über einen mehrfachen, hochwirksamen Mechanismus verfügt. Zum einen parasitiert er direkt die Myzelien und Überdauerungsorgane von phytopathogenen Pilzen und Oomyzeten wie Phytophthora infestans. Er dringt aktiv in die Zellen des Schaderregers ein, entzieht ihnen die Nährstoffe und zerstört so die Zellstruktur des Pathogens. Zum anderen fungiert Pythium oligandrum als starker Elizitor. Bei Kontakt mit der Kultur induziert er die pflanzeneigene Systemische Resistenz (SAR). Die Kultur bildet daraufhin verstärkt Phytoalexine und stärkt ihre Zellwände, wodurch das Eindringen von Krankheitserregern massiv erschwert wird. Da es sich um einen rein biologischen Prozess handelt, ist dieser Wirkstoff nicht in die klassischen FRAC-Klassen chemischer Fungizide eingestuft, sondern wird als mikrobielles Pflanzenschutzmittel geführt.

Resistenzmanagement

Aufgrund des komplexen, biologischen Wirkungsmechanismus (Kombination aus direktem Mykoparasitismus und der Induktion pflanzeneigener Abwehrkräfte) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Pythium oligandrum M1 als extrem gering einzustufen. Es sind keine Kreuzresistenzen zu chemisch-synthetischen Fungizidklassen bekannt. Polygandron WP eignet sich daher ideal als Baustein im Antiresistenzmanagement, um den Selektionsdruck auf klassische Wirkstoffe in Spritzfolgen zu reduzieren und deren Wirksamkeit langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Planung von Tankmischungen ist der lebende Charakter des Wirkstoffs zwingend zu berücksichtigen. Polygandron WP sollte grundsätzlich nicht mit stark wirksamen, chemisch-synthetischen Fungiziden gemischt werden, die eine direkte Wirkung gegen Oomyzeten aufweisen, da diese den Nutzpilz schädigen oder abtöten können. Mischungen mit Insektiziden oder Herbiziden sind meist möglich, sollten jedoch vorab auf physikalische Verträglichkeit geprüft werden. Für eine optimale Keimung der Sporen wird sauberes Wasser im pH-Bereich von 6,0 bis 7,5 empfohlen; extreme pH-Werte und stark chloriertes Wasser sind zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Polygandron WP ein sehr günstiges Ökotox-Profil auf. Es ist als nicht bienengefährlich eingestuft und schont wichtige Nützlinge sowie Bodenorganismen wie Regenwürmer. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Anwendung die standardmäßigen Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten. Da es sich um ein feines Pulver mit lebenden Sporen handelt, wird das Tragen von Atemschutz (Partikelfilterklasse P2) sowie Schutzhandschuhen empfohlen, um Sensibilisierungen der Atemwege oder der Haut zu vermeiden. Abdriftsmindernde Technik und die Einhaltung der gesetzlichen Gewässerabstände sind wie bei allen Pflanzenschutzmitteln zu beachten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelPhytophthora infestans12–71200 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Polygandron WP in Kartoffeln?

Die erste Behandlung sollte präventiv ab dem BBCH-Stadium 12 (Entfaltung des zweiten Laubblattes) erfolgen, noch bevor erste Infektionsbedingungen für die Krautfäule prognostiziert werden. Dies gibt der Kultur ausreichend Zeit, die systemisch induzierte Resistenz (SAR) aufzubauen.

Kann Polygandron WP zusammen mit Kupferpräparaten ausgebracht werden?

Nein, eine direkte Tankmischung mit kupferhaltigen Fungiziden ist zu vermeiden, da Kupfer eine stark fungizide Wirkung hat, die auch die Sporen von Pythium oligandrum schädigen kann. Zwischen einer Anwendung von Polygandron WP und einer Kupferbehandlung sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens 7 bis 10 Tagen eingehalten werden.

Welche Rolle spielt die Wassertemperatur beim Ansetzen der Spritzbrühe?

Da es sich um lebende Sporen handelt, ist die Wassertemperatur wichtig. Das Wasser sollte idealerweise handwarm sein (ca. 15–20 °C), um die Aktivierung und Keimung der Sporen anzuregen. Extrem kaltes Brunnenwasser verzögert die Aktivierung, während Wasser über 30 °C die Sporen schädigen kann.

Wie lange dauert es, bis die induzierte Resistenz in der Kultur aktiv ist?

Nach der Applikation benötigt die Kultur etwa 24 bis 48 Stunden, um die biochemischen Abwehrprozesse (wie die Produktion von Phytoalexinen) vollständig hochzufahren. Daher ist eine rein kurative Anwendung bei bereits sichtbarem Befall nicht zielführend.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte?

Aufgrund der biologischen Natur des Wirkstoffs Pythium oligandrum sind für Polygandron WP in der Regel keine strengen Wartezeiten in Tagen vorgeschrieben (oft als 'F' eingestuft). Dies macht das Produkt besonders flexibel für späte Anwendungen bis zum Beginn der Abreife (BBCH 71).

Wie lagert man Polygandron WP am besten, um die Vitalität des Wirkstoffs zu erhalten?

Das Produkt sollte kühl (ideal unter 15 °C, am besten im Kühlschrank bei 4–8 °C) und absolut trocken gelagert werden. Frost schadet den Sporen in trockenem Zustand meist nicht, jedoch verkürzt eine warme und feuchte Lagerung die Haltbarkeit und Keimfähigkeit des biologischen Wirkstoffs drastisch.