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PONANT

BVL Zul.-Nr. 007481-61

PONANT ist ein hochkonzentriertes Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern im Maisanbau. Mit seinem Wirkstoff Dicamba, formuliert als wasserlösliches Granulat, bietet das Pflanzenschutzmittel eine bewährte und leistungsstarke Lösung gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutsamer Unkrautarten. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme und eine zuverlässige systemische Wirkung aus, die auch schwer bekämpfbare Schaderreger im frühen Nachauflauf erfasst.

Als wichtiger Baustein im modernen Ackerbau unterstützt PONANT Landwirte dabei, die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe in der kritischen Jugendentwicklung des Maises effektiv auszuschalten. Die hohe Wirkstoffkonzentration ermöglicht eine präzise Dosierung und reduziert das Transport- und Verpackungsvolumen auf dem Betrieb, was sowohl ökonomische als auch logistische Vorteile in der Praxis bietet.

Wirkstoffe

Dicamba
769.7 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PONANT enthaltene Wirkstoff Dicamba gehört zur chemischen Gruppe der Benzoesäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (ehemals Klasse O) als synthetisches Auxin (Wuchsstoffherbizid) klassifiziert. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen. Von dort aus erfolgt ein systemischer Transport sowohl akropetal als auch basipetal im Phloem und Xylem zu den aktiv wachsenden Meristemen der Unkräuter. In den Zielpflanzen imitiert Dicamba das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Dies führt zu einer unkontrollierten Überstimulation des Zellwachstums, einer Störung des Hormonhaushalts und letztlich zum Zusammenbruch des Transportsystems. Typische Symptome sind charakteristische Deformationen wie Epinstie (Verkrümmung von Stängeln und Blättern), gefolgt von Chlorosen, Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Unkräuter innerhalb weniger Tage bis Wochen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, sollte PONANT stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge. Die Kombination oder der sequentielle Einsatz von Dicamba (HRAC-Gruppe 4) mit Herbiziden anderer Klassen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) oder Triketonen (HRAC-Gruppe 27), sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Wuchsstoffs und verhindert die Selektion resistenter Biotypen auf der Fläche.

Mischbarkeit & Tankmischung

PONANT zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden und Bodenpartnern aus, was eine flexible Anpassung an das spezifische Unkrautspektrum auf dem Feld ermöglicht. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Extrem hartes Wasser sollte vorab konditioniert werden, um die physikalische Stabilität der Spritzbrühe nicht zu beeinträchtigen. Die Anwendung sollte vorzugsweise bei wüchsigem Wetter und Temperaturen unter 25 °C erfolgen, um Abdrift durch Thermik zu vermeiden und die Kulturverträglichkeit zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PONANT sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug strikt einzuhalten. Da Dicamba-haltige Produkte ein potenzielles Risiko für Nichtzielpflanzen in der Umgebung darstellen, müssen die vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (Abdriftminderungsklassen) genau beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter konsequent vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für PONANT im Mais?

Die Behandlung sollte idealerweise im frühen Nachauflauf der Kultur (BBCH-Stadium 12 bis 16) erfolgen, wenn die zweikeimblättrigen Unkräuter aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (Keimblatt- bis 4-Blatt-Stadium). In dieser Phase ist die Empfindlichkeit der Schaderreger am höchsten und die Kulturverträglichkeit des Maises optimal gegeben.

Welche Temperatur- und Witterungsbedingungen sind bei der Applikation zu beachten?

Für eine optimale Wirkung sind milde, wüchsige Temperaturen zwischen 12 °C und 20 °C ideal. Vermeiden Sie Spritzungen bei extremer Hitze (über 25 °C) oder starker Sonneneinstrahlung, da dies das Risiko von Kulturunverträglichkeiten erhöht und zu Wirkstoffverlusten durch Verdunstung führen kann. Auch bei drohendem Nachtfrost sollte die Anwendung verschoben werden.

Wie verhält sich PONANT bezüglich des Abdriftrisikos auf Nachbarkulturen?

Da Dicamba hochwirksam gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, reagieren benachbarte Kulturen wie Rüben, Raps, Kartoffeln oder Weinreben extrem empfindlich auf geringste Wirkstoffmengen. Verwenden Sie daher stets abdriftmindernde Düsen (Injektordüsen) und applizieren Sie das Pflanzenschutzmittel nur bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s, um Schäden an angrenzenden Flächen zu verhindern.

Kann PONANT mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) gemischt werden?

Eine Mischung mit reiner AHL wird nicht empfohlen, da dies in Kombination mit dem Wuchsstoff Dicamba zu erheblichen Verätzungen an den Blättern der Kultur führen kann. Kleinstmengen an Stickstoff zur Wirkungsbeschleunigung sollten nur nach genauer Prüfung der Verträglichkeit und unter optimalen, nicht-stressigen Witterungsbedingungen zugesetzt werden.

Gibt es Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von PONANT?

Dicamba wird im Boden relativ rasch durch Mikroorganismen abgebaut. Unter normalen Witterungs- und Bodenbedingungen gibt es für die üblichen Folgekulturen im Herbst (z. B. Wintergetreide) keine Einschränkungen. Bei extrem trockenen Sommern und vorzeitigem Umbruch sollte vor dem Anbau empfindlicher Kulturen wie Leguminosen oder Zwischenfrüchten eine tiefe Bodenbearbeitung durchgeführt werden.

Wie kann ich im Online-Portal gezielt nach weiteren zugelassenen Herbiziden für den Maisanbau suchen?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktionen in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie unter der Kategorie "Kulturen" den Eintrag "Mais" (Zea mays) und filtern Sie nach der Produktgruppe "Herbizide" sowie dem spezifischen Schaderreger, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen zu erhalten.