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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

Principal Plus

BVL Zul.-Nr. 007011-00

Principal Plus von Corteva Agriscience ist ein leistungsstarkes, systemisches Herbizid, das speziell für den Einsatz im Nachauflauf in Mais (Zea mays) entwickelt wurde. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel drei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern effektiv zu bekämpfen. Es hat sich als Standardlösung für die Unkrautkontrolle im frühen bis mittleren Nachauflauf etabliert.

Durch die Kombination von Blatt- und Bodenwirkung erfasst das Produkt auch später keimende Schaderreger zuverlässig. Die sorgfältig abgestimmte Formulierung sorgt für eine schnelle Wirkstoffaufnahme über die Blätter der Unkräuter und Ungräser, gefolgt von einem raschen Wachstumsstopp. Dies macht Principal Plus zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die Ertragssicherung im modernen Maisanbau.

Wirkstoffe

Dicamba
604.8 g/kg · Wirkstoff
Nicosulfuron
92 g/kg · Wirkstoff
Rimsulfuron
23 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Principal Plus beruht auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Die enthaltenen Sulfonylharnstoffe Nicosulfuron und Rimsulfuron gehören zur HRAC-Gruppe 2. Sie hemmen das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich ist. Ohne diese Aminosäuren kommt die Zellteilung in den Meristemen der Schaderreger sofort zum Erliegen, was zu einem schnellen Wachstumsstopp und dem allmählichen Absterben der Pflanzen führt. Ergänzt wird dies durch Dicamba, einen Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 4. Dicamba fungiert als synthetisches Auxin (Wuchsstoff) und imitiert das pflanzliche Hormon Indol-3-essigsäure. Es führt zu einer unkontrollierten Überstimulation des Wachstums in den zweikeimblättrigen Unkräutern, was schlussendlich zu typischen Verkrümmungen, Epilastie und dem Absterben des Gewebes führt. Diese Kombination sorgt für eine exzellente Synergie und erweitert das Wirkungsspektrum erheblich.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, solltest du Principal Plus stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da das Produkt Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 2 und 4 kombiniert, bietet es bereits ein eingebautes Resistenzmanagement gegen ALS-resistente Biotypen. Dennoch ist es ratsam, in der Fruchtfolge Wirkstoffe mit anderen Mechanismen abzuwechseln und mechanische Regulierungsmaßnahmen zu integrieren, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen nachhaltig zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Principal Plus wird in der Praxis häufig mit einem geeigneten, nicht-ionischen Netzmittel (Adjuvant) kombiniert, um die Benetzung der Blattoberfläche und die Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen, zu optimieren. Bei Tankmischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder flüssigen Blattdüngern solltest du vorab stets eine Mischbarkeitsprobe durchführen. Vermeide Mischungen mit organischen Phosphor-Insektiziden, da dies die Verträglichkeit in der Kultur beeinträchtigen kann. Achte zudem auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Benetzung während der Behandlung.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Principal Plus ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche idealerweise auf die Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten und der Einsatz moderner, abdriftmindernder Düsentechnik wird dringend empfohlen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–16440 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Principal Plus im Mais?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf, wenn sich der Mais im BBCH-Stadium 12 bis 16 befindet (2- bis 6-Blattstadium) und die Unkräuter aktiv wachsen. Achte darauf, dass die Schaderreger zum Zeitpunkt der Spritzung die Hauptkeimphase abgeschlossen haben, aber noch klein und wüchsig sind, um die maximale Blattwirkung der Sulfonylharnstoffe auszunutzen.

Warum ist die Zugabe eines Netzmittels (Adjuvant) bei diesem Produkt so wichtig?

Da Principal Plus als wasserdispergierbares Granulat formuliert ist, verbessert ein zugesetztes Netzmittel die Haftung der Spritzbrühe auf den oft wachshaltigen Blättern von Unkräutern und Ungräsern (wie z. B. der Hühnerhirse). Dies beschleunigt die Aufnahme der Wirkstoffe Nicosulfuron und Rimsulfuron erheblich und sichert die Wirkung auch bei kühlerer oder trockener Witterung ab.

Was musst du bei extremen Witterungsbedingungen vor oder nach der Spritzung beachten?

Vermeide Behandlungen bei starker Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 25 °C, da dies zu vorübergehenden Kulturunverträglichkeiten wie leichten Aufhellungen führen kann. Spritze am besten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden. Zudem sollte nach der Anwendung für mindestens 2 bis 3 Stunden kein Regen fallen, damit die Wirkstoffe vollständig von den Blättern aufgenommen werden können.

Kann ich Principal Plus auch auf Standorten mit hohem Druck an ausdauernden Unkräutern einsetzen?

Principal Plus ist primär für einjährige einkeimblättrige und zweikeimblättrige Unkräuter registriert. Durch den enthaltenen Wirkstoff Dicamba zeigt es jedoch auch eine gute Nebenwirkung auf bestimmte ausdauernde zweikeimblättrige Arten wie die Ackerwinde oder die Ackerkratzdistel, sofern diese zum Anwendungszeitpunkt bereits genügend Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme gebildet haben.

Welche Nachbau-Einschränkungen gibt es nach dem Einsatz von Principal Plus?

Nach dem regulären Einsatz im Frühjahr können im selben Herbst nach normaler Bodenbearbeitung in der Regel Wintergetreidearten nachgebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur (z. B. durch Frostschäden) sollte vor dem Nachbau empfindlicher Kulturen wie Rüben oder Leguminosen eine tiefe Pflugfurche durchgeführt und eine ausreichende Wartezeit eingehalten werden, um Schäden durch Wirkstoffrückstände im Boden zu vermeiden.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kultur?

Du kannst ganz einfach über die Such- und Filterfunktion auf unserer Plattform nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Mais) filtern. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel angezeigt, die du nach Wirkstoffen, Schaderregern oder Anwendungsfenstern sortieren kannst, um die optimale Behandlungsstrategie für deinen Betrieb zu planen.