PROFI CTU
PROFI CTU ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in Wintergerste und Winterweichweizen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und gleichmäßig ausbringen. Es stellt einen wichtigen Baustein für die Unkrautkontrolle im Herbst und frühen Frühjahr dar, um den Grundstein für ertragreiche Bestände zu legen.
Der Schwerpunkt der Wirkung liegt auf schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm und dem Acker-Fuchsschwanz sowie einer Vielzahl von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern. Durch die Kombination aus Boden- und Blattwirkung bietet das Produkt eine flexible und langanhaltende Schutzwirkung während der kritischen frühen Entwicklungsphasen der Kulturen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Chlortoluron gehört zur HRAC-Gruppe 5 (ehemals C2) und wirkt als Inhibitor der Photosynthese am Photosystem II. Der Wirkstoff besetzt die Bindungsstelle des Plastochinons am D1-Protein im Thylakoidmembran-System der Chloroplasten. Dies unterbricht den photosynthetischen Elektronentransport, was zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies führt. Diese zerstören die Zellmembranen durch Lipidperoxidation und führen letztlich zum Absterben der Schadpflanzen. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln der keimenden Unkräuter und Ungräser, sekundär aber auch über die Blätter bei bereits aufgelaufenen Schaderregern. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend, damit der Wirkstoff in die Bodenlösung gelangt und von den Wurzeln der Zielpflanzen aufgenommen werden kann.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei Acker-Fuchsschwanz und Windhalm, wirksam vorzubeugen, solltest du PROFI CTU stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den ausschließlichen Einsatz von Wirkstoffen der HRAC-Gruppe 5 auf derselben Fläche. Kombiniere das Mittel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. HRAC 15 oder HRAC 3) in der Spritzfolge oder als Tankmischung und nutze ackerbauliche Maßnahmen wie eine angepasste Fruchtfolge, falsches Saatbett und einen optimierten Aussaatzeitpunkt.
Mischbarkeit & Tankmischung
PROFI CTU ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Herbstherbiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern mischbar. Bei Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 l/ha) und vermeide die Anwendung bei extremen Witterungsbedingungen wie starker Trockenheit oder unmittelbar bevorstehenden Nachtfrösten, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzkleidung, zu tragen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf eine Anwendung in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Behandlung vorzugsweise in den Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen und Gewässerabstände strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit den Bekämpfungserfolg von PROFI CTU?
Da Chlortoluron hauptsächlich über die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend. Auf feuchten Böden verteilt sich der Wirkstoff optimal in der Keimzone der Unkräuter, was die Wirkung gegen tiefkeimende Ungräser wie den Acker-Fuchsschwanz erheblich verbessert.
Darfst du PROFI CTU in jeder Winterweizensorte uneingeschränkt einsetzen?
Nein, das solltest du unbedingt vorab prüfen. Einige Winterweichweizensorten besitzen eine genetisch bedingte Empfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Chlortoluron (sogenannte Chlortoluron-Unverträglichkeit). Verwende das Produkt daher ausschließlich auf Sorten, die vom Züchter oder der offiziellen Beratung ausdrücklich als chlortoluron-tolerant eingestuft wurden.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Behandlung im Herbst?
Der optimale Anwendungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen (ab BBCH 10 bis BBCH 29), wenn die Unkräuter und Ungräser gerade keimen oder sich im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium befinden. In dieser Phase sind die Schaderreger besonders empfindlich und die Bodenfeuchtigkeit im Herbst unterstützt die Wirkstoffaufnahme.
Was musst du tun, wenn nach der Anwendung Frost vorhergesagt ist?
Vermeide die Anwendung von PROFI CTU, wenn starke Nachtfröste oder extreme Temperaturschwankungen angekündigt sind. Frostgestresste Kulturen können den Wirkstoff schlechter abbauen, was zu vorübergehenden Aufhellungen oder Wachstumsverzögerungen an Wintergerste und Winterweizen führen kann.
Wie hilft dir PROFI CTU beim Management von resistentem Acker-Fuchsschwanz?
Als Photosynthese-Inhibitor (HRAC-Gruppe 5) bietet PROFI CTU einen anderen Wirkmechanismus als die häufig eingesetzten ALS-Inhibitoren (HRAC 2) oder ACCase-Inhibitoren (HRAC 1). Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit diesen Wirkstoffklassen kannst du Selektionsdruck abbauen und die Ausbreitung resistenter Biotypen auf deinem Betrieb verlangsamen.