Alle Mittel
OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

PROFI CTU

BVL Zul.-Nr. 024091-60

PROFI CTU von ADAMA ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Wintergetreidekulturen. Mit dem Wirkstoff Chlortoluron bietet das Pflanzenschutzmittel eine verlässliche Basis für die Unkrautkontrolle im Herbst, insbesondere in Wintergerste und Winterweichweizen.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Boden- und Blattwirkung aus. Dadurch werden auflaufende sowie bereits aufgelaufene Schaderreger im frühen Entwicklungsstadium der Kultur effektiv erfasst. Besonders im Fokus stehen dabei wirtschaftlich bedeutende Ungräser wie der Gemeine Windhalm und der Acker-Fuchsschwanz, die in modernen Fruchtfolgen zunehmend Probleme bereiten.

Als bewährter Baustein im herbstlichen Pflanzenschutz sichert PROFI CTU die Ertragsleistung der Kulturen, indem es die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig ausschaltet. Die flexible Anwendung im Vorauflauf bis zum Ende der Bestockung macht es zu einem vielseitigen Werkzeug im integrierten Pflanzenbau.

Wirkstoffe

Chlortoluron
700 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Chlortoluron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System in die Gruppe 5 eingestuft. Die Wirkung basiert auf der Hemmung des Photosynthese-Transportsystems im Photosystem II (PS II). Durch die Blockade des Elektronentransports wird die CO2-Assimilation unterbunden, was zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies und letztlich zur Zerstörung der Zellmembranen führt. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln der keimenden Unkräuter und Ungräser, sekundär aber auch über die Blätter bereits aufgelaufener Schaderreger. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff akropetal mit dem Saftstrom in die Blätter transportiert. Erste Symptome zeigen sich durch Chlorosen an den Blattspitzen und -rändern, gefolgt von einer vollständigen Nekrose und dem Absterben der Schadpflanzen. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit begünstigt die Wirkstoffaufnahme über die Wurzel erheblich.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei Acker-Fuchsschwanz und Windhalm, nachhaltig vorzubeugen, sollte PROFI CTU stets in ein integriertes Herbizidmanagement eingebunden werden. Da Chlortoluron als Photosynthesehemmer (HRAC-Gruppe 5) wirkt, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge zwingend erforderlich. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren und die Fruchtfolge vielseitig zu gestalten, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

PROFI CTU ist im Allgemeinen gut mischbar mit anderen herbsttauglichen Getreideherbiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern (AHL). Bei Mischungen mit AHL sollte jedoch auf eine ausreichende Abhärtung der Kultur geachtet werden, um Blattschäden zu vermeiden. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühen wird dringend ein physikalischer Mischbarkeitstest im kleinen Maßstab empfohlen. Die Anwendung sollte mit einer Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha erfolgen, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens und der Blätter zu gewährleisten. Die Spritzbrühe sollte unmittelbar nach dem Ansetzen ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PROFI CTU ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und festem Schuhwerk, obligatorisch. Da der Wirkstoff Chlortoluron als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Abdriftminderungsklassen strikt eingehalten werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und Bodenorganismen sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL zu beachten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–293 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–293 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–293 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–293 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von PROFI CTU im Herbst?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Behandlung im frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 10 bis 13) der Kultur und der Unkräuter erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schaderreger besonders empfindlich für die Wirkstoffaufnahme über Blatt und Wurzel. Eine Anwendung im Vorauflauf ist ebenfalls möglich, erfordert jedoch für eine optimale Bodenwirkung ein feuchtes Saatbett.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirksamkeit von PROFI CTU?

Da Chlortoluron zu einem großen Teil über die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung und in den Tagen danach entscheidend. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert einsetzen oder unzureichend sein. Ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett optimiert die Verteilung des Wirkstofffilms auf der Bodenoberfläche.

Gibt es Sortenbeschränkungen bei der Anwendung in Winterweizen oder Wintergerste?

Ja, bei Chlortoluron-haltigen Pflanzenschutzmitteln ist die Sortenverträglichkeit ein kritischer Faktor. Einige Winterweizen- und Wintergerstensorten besitzen eine genetisch bedingte Empfindlichkeit gegenüber diesem Wirkstoff, was zu schweren Phytotox-Symptomen führen kann. Prüfen Sie vor der Anwendung unbedingt die aktuelle Sortenliste des Herstellers ADAMA oder der offiziellen Beratung auf Chlortoluron-Toleranz.

Kann PROFI CTU bei Frost ausgebracht werden?

Die Anwendung sollte nicht bei starkem Frost oder auf gefrorenem Boden erfolgen, da der Wirkstoff dann nicht in den Boden eindringen kann und die Gefahr von Abschwemmungen in Oberflächengewässer steigt. Leichte Nachtfröste nach der Behandlung sind in der Regel unproblematisch, solange die Kulturen am Tag aktiv assimilieren und nicht unter Stress stehen.

Welche Rolle spielt PROFI CTU beim Management von resistentem Acker-Fuchsschwanz?

PROFI CTU ist ein wertvoller Baustein im Resistenzmanagement, da der Wirkstoff Chlortoluron (HRAC-Gruppe 5) einen anderen Wirkungsmechanismus besitzt als die häufig im Frühjahr eingesetzten ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1). Durch den gezielten Einsatz im Herbst lässt sich der Selektionsdruck auf diese neueren Wirkstoffklassen effektiv senken.