Proliant
Proliant ist ein hochkonzentrierter Wachstumsregulator von Sumitomo Chemical, der speziell für den Einsatz in Mais (ZEAMX) entwickelt wurde. Das Pflanzenschutzmittel basiert auf dem natürlichen Pflanzenhormon Gibberellinsäure (GA3) und liegt als wasserlösliches Granulat vor. Es dient der gezielten Wachstumsförderung und der Stimulierung des Trieblängenwachstums in der kritischen frühen Entwicklungsphase der Kultur.
Durch die gezielte Anwendung in jungen Maisbeständen hilft Proliant, Wachstumsverzögerungen – beispielsweise durch kühle Frühjahrswitterung – schnell zu überwinden. Die Kultur etabliert sich rascher, schließt den Reihenschluss früher und kann das vorhandene Ertragspotenzial optimal ausschöpfen. Dies macht das Produkt zu einem wertvollen Werkzeug für ein erfolgreiches Bestandsmanagement im modernen Ackerbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Gibberellinsäure ist ein natürliches Phytohormon, das in der Pflanze als essenzieller Regulator für Streckungswachstum und Zellteilung fungiert. Nach der Aufnahme über das Blattgewebe stimuliert Proliant die Dehnung der Zellen im Stängel und in den Blättern, indem es die Synthese von Enzymen anregt, die die Zellwand lockern. Dies führt zu einer beschleunigten Streckung der Internodien und einer rascheren Blattflächenentwicklung. Darüber hinaus mobilisiert Gibberellinsäure die pflanzeneigenen Energiereserven, indem sie den Abbau von Stärke in transportable Zucker fördert. Dies unterstützt die junge Kultur besonders in Phasen schnellen Wachstums und verbessert die Nährstoff- und Wassereffizienz durch ein kräftigeres oberirdisches Wachstum.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Gibberellinsäure um ein natürliches Pflanzenhormon und keinen klassischen Wirkstoff gegen Schaderreger handelt, besteht kein direktes Risiko für eine Resistenzentwicklung im herkömmlichen Sinne. Dennoch solltest du im Sinne eines nachhaltigen Bestandsmanagements darauf achten, das Produkt streng nach den empfohlenen BBCH-Stadien einzusetzen. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung der Kultur ist Voraussetzung, damit der durch Proliant induzierte Wachstumsschub optimal in Biomasse umgesetzt werden kann.
Mischbarkeit & Tankmischung
Proliant zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Herbiziden und Mikronährstoffdüngern, die im frühen Maisanbau eingesetzt werden. Bei Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität; extrem hartes Wasser oder ein sehr hoher pH-Wert können die Stabilität und Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigen. Die Anwendung sollte idealerweise in den Morgen- oder Abendstunden bei hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen, um eine optimale Wirkstoffaufnahme über das Blatt zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Proliant steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Trage bei der Handhabung und Ausbringung des Mittels stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Registrierungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Achte zudem darauf, dass kein Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um die lokale Flora und Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Proliant im Mais?
Der beste Behandlungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 13 bis 16, also wenn der Mais zwischen drei und sechs Blätter entfaltet hat. In dieser Phase reagiert die Kultur besonders sensitiv auf Gibberellinsäure, was zu einer optimalen Förderung des Trieblängenwachstums führt.
Kann ich Proliant auch bei kühler Witterung im Frühjahr spritzen?
Ja, gerade bei kühlen Temperaturen, die das natürliche Wachstum des Maises hemmen, ist der Einsatz besonders sinnvoll. Proliant hilft der Kultur, diese physiologische Blockade schneller zu überwinden. Vermeide jedoch Anwendungen bei Frost oder extremem Trockenstress.
Benötige ich für die Ausbringung von Proliant spezielle Netzmittel oder Additive?
In der Regel ist die Formulierung bereits für eine hervorragende Benetzung optimiert. Wenn du Proliant jedoch in Tankmischung mit bestimmten Herbiziden ausbringst, kann der Zusatz eines vom Herbizidhersteller empfohlenen Additivs die Gesamtwirkung unterstützen. Achte darauf, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im leicht sauren bis neutralen Bereich liegt.
Wie wirkt sich Proliant auf das Wurzelsystem des Maises aus?
Obwohl Proliant primär das oberirdische Trieblängenwachstum und die Blattfläche fördert, führt die gesteigerte Photosyntheseleistung der größeren Blätter indirekt auch zu einer besseren Versorgung und Entwicklung des Wurzelsystems. Eine vitale Pflanze bildet letztlich auch ein stärkeres Fundament aus.
Gibt es eine Wartezeit, die ich vor der Ernte des Maises einhalten muss?
Da die Anwendung sehr früh in der Vegetationsperiode (bis BBCH 16) erfolgt und Gibberellinsäure ein natürlicher, schnell abbaubarer Pflanzenstoff ist, ist die Wartezeit bis zur Ernte (Silo- oder Körnermais) durch die frühe Applikation praktisch abgedeckt und stellt kein Hindernis für die spätere Nutzung dar.
Wie finde ich heraus, ob Proliant mit meinem geplanten Nachauflauf-Herbizid kompatibel ist?
Du kannst die Verträglichkeit in unserer App oder über die offiziellen Mischbarkeitstabellen des Herstellers prüfen. Führe im Zweifel immer einen kleinen Kübeltest (Mischprobe) durch, um physikalische Ausfällungen auszuschließen, bevor du die Spritze befüllst.