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Sonstige · ISK Biosciences Europe N.V.

Pronic

BVL Zul.-Nr. 034409-63

Pronic ist ein selektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und der Hühnerhirse in Mais. Als flüssige Formulierung lässt sich das Herbizid hervorragend dosieren und zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk der Schaderreger aus. In der landwirtschaftlichen Praxis hat sich der Wirkstoff als verlässlicher Partner etabliert, um die Kultur in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei zu halten.

Durch die geziehlte Ausschaltung konkurrenzstarker Schaderreger wie der Hühnerhirse sichert Pronic das Ertragspotenzial und die Qualität der Ernte. Die Anwendung erfolgt im Nachauflauf, was dir eine flexible Terminierung je nach Unkrautwelle und Befallsdruck ermöglicht.

Wirkstoffe

Nicosulfuron
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Pronic enthaltene Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren) eingeordnet. Nach der Aufnahme über die Blätter und Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der Pflanze transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben an. Dort hemmt er das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unverzichtbar ist. Durch diese Blockade wird die Zellteilung in den Schaderregern gestoppt. Das Wachstum der empfindlichen Unkräuter und Ungräser stagniert unmittelbar nach der Behandlung, gefolgt von typischen Chlorosen an den Vegetationspunkten und einem schrittweisen Absterben der gesamten Pflanze.

Resistenzmanagement

Da Wirkstoffe aus der HRAC-Gruppe 2 ein inhärent hohes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen aufweisen, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest Pronic daher stets im Wechsel oder in Kombination mit Herbiziden einsetzen, die über einen anderen Wirkungsmechanismus verfügen, wie beispielsweise HPPD-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 27) oder synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4). Vermeide die ausschließliche und wiederholte Anwendung von ALS-Hemmern auf derselben Fläche, um die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pronic zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit vielen gängigen Maisherbiziden, was dir die Möglichkeit gibt, das Wirkungsspektrum gezielt gegen schwer bekämpfbare Unkräuter zu erweitern. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist jedoch unbedingt darauf zu achten, keine organischen Phosphorsäureester (Insektizide) gleichzeitig oder in kurzem zeitlichem Abstand auszubringen, da dies die Verträglichkeit in der Kultur Mais massiv beeinträchtigen kann. Achte zudem auf eine ausreichende Wasserqualität und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank während des gesamten Ausbringungsprozesses.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel steht der Schutz des Anwenders an erster Stelle; trage daher stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung bei der Befüllung und Reinigung der Spritze. Um die Umwelt und angrenzende Biotope zu schonen, solltest du Abdrift auf Nichtzielflächen und Oberflächengewässer konsequent vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten angegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden, insbesondere wenn blühende Unkräuter im Bestand vorhanden sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse12–181 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Pronic im Mais?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt, wenn die Hühnerhirse und die zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum sind, idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium der Unkräuter. Achte darauf, dass der Mais das BBCH-Stadium 12 bis 18 erreicht hat, um eine optimale Kulturverträglichkeit zu gewährleisten.

Warum sollte ich Pronic nicht nach einer Frostperiode spritzen?

Nach Frost oder bei extremen Temperaturschwankungen ist die Wachsschicht der Maisblätter geschwächt. Wenn du Pronic unter diesen Stressbedingungen anwendest, kann die Kultur den Wirkstoff nicht schnell genug abbauen, was zu vorübergehenden Aufhellungen oder Wachstumsverzögerungen führen kann. Warte lieber, bis sich die Kultur stabilisiert hat.

Kann ich Pronic mit flüssigen Stickstoffdüngern mischen?

Von einer Mischung mit reinen flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) wird generell abgeraten, da dies das Risiko von Verbrennungen an den Maisblättern drastisch erhöht. Wenn du Mikronährstoffe zusetzen möchtest, stelle sicher, dass die Formulierungspartner gut verträglich sind, und spritze bevorzugt bei bedecktem Himmel oder in den Abendstunden.

Wie wirkt sich trockenes Wetter auf die Wirkung von Pronic aus?

Da Nicosulfuron hauptsächlich über das Blatt aufgenommen wird, ist eine ausreichende Luftfeuchtigkeit und aktives Wachstum der Schaderreger für eine schnelle Aufnahme entscheidend. Bei extremer Trockenheit bilden Unkräuter eine dickere Wachsschicht, was die Wirkung verzögern kann. In solchen Phasen solltest du die Behandlung in die frühen Morgenstunden verlegen, wenn Tau auf den Blättern liegt.

Was muss ich beim Nachbau nach dem Einsatz von Pronic beachten?

Nach dem regulären Einsatz von Pronic im Mais kannst du im folgenden Herbst in der Regel problemlos Wintergetreide einsäen. Falls es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommt, solltest du den Boden tief pflügen, bevor du empfindliche Folgekulturen wie Gemüse oder Leguminosen anbaust, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Wie erkenne ich, ob die Wirkung von Pronic auf die Unkräuter einsetzt?

Erste Symptome zeigen sich meist nach wenigen Tagen. Du erkennst die Wirkung an einer Gelbfärbung (Chlorose) der jüngsten Blätter im Herz der Unkräuter, gefolgt von einem vollständigen Wachstumsstopp. Das Absterben des gesamten Schaderregers (Nekrose) kann je nach Witterung ein bis drei Wochen dauern.