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Revus Pro

BVL Zul.-Nr. 00B178-00

Revus Pro ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel (Fungizid), das speziell für den professionellen Kartoffelanbau entwickelt wurde. Es kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen lückenlosen Schutz gegen den wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Kartoffelanbau, die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), zu gewährleisten. Durch seine moderne Formulierung bietet das Präparat eine hervorragende Regenfestigkeit und eine langanhaltende Schutzwirkung.

Die Stärke von Revus Pro liegt in der Kombination aus vorbeugender (protektiver) und tiefenwirksamer Aktivität. Es schützt sowohl den bestehenden Blattapparat als auch den rasanten Neuzuwachs während der Hauptwachstumsphase der Kultur. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein in Spritzfolgen, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck und feucht-warmer Witterung, welche die Ausbreitung von Oomyceten begünstigen.

Wirkstoffe

Mandipropamid
75 g/L · Wirkstoff
Propamocarb
450 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Revus Pro basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel seiner zwei aktiven Wirkstoffe. Mandipropamid gehört zur Gruppe der Carbonsäureamide (CAA-Fungizide, FRAC-Gruppe 40). Es lagert sich in der Wachsschicht der Blätter an und wird von dort kontinuierlich abgegeben. Mandipropamid hemmt die Phospholipid-Biosynthese und damit das Myzelwachstum sowie die Sporenkeimung des Erregers. Propamocarb (FRAC-Gruppe 28) ergänzt diesen Schutz durch seine systemischen Eigenschaften. Es wird schnell von den Blättern aufgenommen und akropetal in der Kultur verteilt. Propamocarb beeinträchtigt die Durchlässigkeit der Zellmembranen der Pilze und stört die Fettsäuresynthese. Diese duale biochemische Barriere verhindert effektiv das Eindringen und die weitere Ausbreitung des Schaderregers im Pflanzengewebe.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Phytophthora infestans wirksam vorzubeugen, ist Revus Pro bereits werkseitig mit zwei unterschiedlichen Wirkmechanismen (FRAC 40 und FRAC 28) ausgestattet. Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden, die keine Kreuzresistenz aufweisen. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung ist strikt einzuhalten, um den Selektionsdruck auf den Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Revus Pro zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Flüssigdüngern und anderen Fungiziden aus. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt sich dennoch vorab eine Mischprobe im kleinen Maßstab. Für eine optimale Benetzung der Blattoberflächen sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet werden, insbesondere bei dichten Beständen. Die Anwendung sollte vorzugsweise auf abgetrocknete Bestände erfolgen, um ein Abschwemmen des Spritzfilms zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Revus Pro sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA), wie das Tragen von Schutzhandschuhen und Schutzkleidung bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, strikt zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) und Saumstrukturen exakt eingehalten werden müssen. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und Bienen ist die Anwendung gemäß den spezifischen Anwendungsbestimmungen und den nationalen BVL-Auflagen durchzuführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelKraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)21–891.9 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelKraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)21–891.9 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelKraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)21–891.9 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Revus Pro?

Die erste Anwendung sollte vorbeugend (protektiv) erfolgen, bevor erste Infektionsbedingungen vorliegen oder unmittelbar nach den ersten Aufrufen des regionalen Warndienstes. Typischerweise liegt dieser Zeitpunkt in der Phase des schnellen Reihenschlusses der Kartoffeln (ab BBCH 21), um den Neuzuwachs von Anfang an zu schützen.

Wie beeinflusst Niederschlag kurz nach der Applikation die Wirksamkeit von Revus Pro?

Dank der schnellen Bindung von Mandipropamid an die Wachsschicht der Blattoberfläche ist das Pflanzenschutzmittel bereits rund eine Stunde nach dem Antrocknen des Spritzbelags hervorragend regenfest. Einsetzender Regen nach dieser Frist beeinträchtigt die Schutzwirkung nicht nennenswert.

Warum schützt Revus Pro auch den Neuzuwachs der Kartoffelkultur?

Dies liegt an der ausgeprägten Systemik von Propamocarb. Während Mandipropamid die Blattoberfläche lokal und translaminar schützt, wird Propamocarb systemisch in der Kultur transportiert und schützt so auch neu treibende Blätter und Stängelabschnitte, die zum Zeitpunkt der Spritzung noch nicht voll entwickelt waren.

Kann Revus Pro auch zur Verhinderung von Knollenfäule beitragen?

Ja, indirekt. Indem das Pflanzenschutzmittel den Befall des Krauts mit Phytophthora infestans während der gesamten Vegetationsperiode bis zur Abreife (BBCH 89) effektiv unterdrückt, wird das Abschwemmen von Zoosporen in den Boden verhindert. Dies reduziert das Risiko einer Infektion der Kartoffelknollen bei der Ernte drastisch.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe mit Revus Pro?

Revus Pro ist gegenüber den in der Praxis üblichen Schwankungen der Wasserqualität und Wasserhärte sehr stabil. Dennoch sollte extrem hartes oder stark alkalisches Wasser vermieden werden, um eine optimale physikalische Stabilität der Spritzbrühe zu gewährleisten. Ein pH-Wert des Wassers im leicht sauren bis neutralen Bereich ist ideal.

Wie lässt sich Revus Pro am besten in ein Antiresistenzmanagement integrieren?

Wechseln Sie Revus Pro blockweise oder im direkten Wechsel mit Fungiziden ab, die andere Wirkstoffklassen enthalten (z. B. Kontaktfungizide mit Multisite-Aktivität oder Wirkstoffe aus anderen FRAC-Gruppen). Vermeiden Sie mehr als die maximal empfohlenen aufeinanderfolgenden Behandlungen mit CAA-Fungiziden pro Saison, um den Selektionsdruck zu minimieren.