Revydas
Revydas ist ein hochmodernes, breit wirksames Fungizid von BASF, das speziell für den Schutz anspruchsvoller Kulturen wie Raps, Sonnenblumen und Sommerweichweizen entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung (Suspensionskonzentrat, SC) kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei leistungsstarke Wirkstoffe, um ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten effektiv zu bekämpfen. Es setzt neue Maßstäbe in der Vitalitätssicherung und Ertragsabsicherung moderner landwirtschaftlicher Betriebe.
Das Wirkungsspektrum umfasst herausragende Leistungen gegen schwer bekämpfbare Schaderreger wie Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit), Alternaria-Arten (Rapsschwärze) sowie die Wurzelhals- und Stängelfäule an Sonnenblumen. Auch im Getreidebereich bietet das Produkt exzellenten Schutz gegen ertragsmindernde Blatt- und Halmparasiten wie die Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) und die Halmbruchkrankheit. Dank seiner hervorragenden systemischen Eigenschaften verteilt sich das Mittel optimal in der Kultur und schützt auch Neuzuwachs langanhaltend.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Revydas basiert auf dem komplementären Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen. Boscalid gehört zur Gruppe der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert gezielt den Atmungskettentransport in den Mitochondrien der Pilzzellen, wodurch die Energieversorgung des Schaderregers zusammenbricht und das Myzelwachstum sowie die Sporenkeimung unterbunden werden. Der zweite Partner ist Mefentrifluconazole (bekannt als Revysol), ein innovativer Wirkstoff aus der Gruppe der Triazole (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3). Als erster Isopropanol-Triazol zeichnet sich Mefentrifluconazole durch eine einzigartige molekulare Flexibilität aus. Es bindet extrem fest an das Zielenzym (C14-Demethylase) des Pilzes, selbst wenn bereits Mutationen vorliegen. Dies führt zu einer schnellen und langanhaltenden Blockade der Ergosterol-Biosynthese und sichert eine überragende Kurativ- und Dauerwirkung, auch unter wechselnden Witterungsbedingungen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen nachhaltig vorzubeugen, nutzt Revydas die Kombination zweier Wirkstoffe mit völlig unterschiedlichen Angriffspunkten (FRAC-Gruppe 7 und FRAC-Gruppe 3). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen in der Spritzfolge. Zudem sollte die empfohlene Aufwandmenge von 1,0 l/ha nicht reduziert werden, um die Selektion weniger sensitiver Pilzstämme zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Revydas zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern und Wachstumsreglern aus. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt sich dennoch vorab eine Verträglichkeitsprobe in einem kleineren Gefäß. Für eine optimale Benetzung der Kulturen sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (in der Regel 200 bis 400 l/ha) geachtet werden. Die Anwendung sollte bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um Abdrift zu minimieren und die Wirkstoffaufnahme über die Kutikula zu optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Revydas sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung (Pflanzenschutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die spezifischen Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) zu Oberflächengewässern penibel zu beachten. Das Produkt ist bezüglich seiner Wirkstoffe so eingestuft, dass bei bestimmungsgemäßer Anwendung Gefahren für Honigbienen und andere Nützlinge minimiert werden, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen außerhalb der zugelassenen Zeitfenster vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sonnenblume | Wurzelhals- und Stängelfäule der Sonnenblume | 31–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 57–75 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 57–75 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Echter Mehltau (Erysiphe cruciferarum) | 57–75 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Sclerotinia sclerotiorum | 57–75 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | 57–75 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sonnenblume | Diaporthe helianthi | 31–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Braunfleckenkrankheit der Sonnenblume | 31–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerraps | Echter Mehltau (Erysiphe cruciferarum) | 57–75 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 56T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt von Revydas im Raps zur Bekämpfung von Sclerotinia?
Die Behandlung gegen Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) sollte präventiv während der Hauptblüte (BBCH 63 bis 65) erfolgen, wenn die ersten Blütenblätter abfallen. Zu diesem Zeitpunkt dringen die Sporen des Pilzes über die abgeworfenen Blütenblätter in die Blattachseln ein, was durch den protektiven Belag von Revydas effektiv verhindert wird.
Wie verhält sich Revydas bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?
Dank des enthaltenen Wirkstoffs Mefentrifluconazole (Revysol) zeigt Revydas eine hervorragende Temperaturunabhängigkeit. Im Gegensatz zu klassischen Triazolen wirkt es bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 5 °C voll systemisch und zuverlässig, was besonders bei frühen Behandlungen gegen die Halmbruchkrankheit im Getreide von großem Vorteil ist.
Warum ist die Kombination aus Boscalid und Mefentrifluconazole so wichtig für das Resistenzmanagement?
Da beide Wirkstoffe unterschiedlichen FRAC-Klassen angehören (SDHI und DMI), greifen sie den Stoffwechsel der Schaderreger an zwei verschiedenen Stellen an. Dies erschwert es den Pilzen drastisch, gleichzeitig Mutationen gegen beide Wirkmechanismen zu entwickeln, und sichert die langfristige Wirksamkeit des Produkts auf dem Feld.
Kann Revydas auch bei hoher UV-Einstrahlung im Sommer appliziert werden?
Ja, beide Wirkstoffe zeichnen sich durch eine hohe UV-Stabilität aus. Dennoch wird empfohlen, die Applikation in den späten Nachmittags- oder frühen Morgenstunden durchzuführen, um die Verdunstung der Spritzbrühe zu minimieren und eine optimale Wirkstoffaufnahme durch die Spaltöffnungen der Kulturen zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung in Sonnenblumen?
In Sonnenblumen liegt der Fokus meist auf der Bekämpfung von Sclerotinia und Diaporthe helianthi. Die Anwendung sollte im BBCH-Bereich von der Streckung bis zur Knospenbildung (BBCH 30 bis 51) erfolgen, um den Stängel und die jungen Blätter frühzeitig vor bodenbürtigen oder windgetragenen Sporen zu schützen.
Ist für die Ausbringung von Revydas ein spezielles Additiv (Netzmittel) erforderlich?
In der Regel ist die Formulierung von Revydas bereits so optimiert, dass sie eine hervorragende Haftung und Benetzung auf den Blattoberflächen gewährleistet. Ein zusätzlicher Einsatz von Netzmitteln ist meist nicht notwendig, kann jedoch bei extrem wachshaltigen Schichten (z. B. bei starker Trockenheit im Raps) nach Rücksprache mit der Fachberatung zur Optimierung der Aufnahme sinnvoll sein.