ROMBIPHOS EXTRA
ROMBIPHOS EXTRA ist ein hochkonzentriertes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Als flüssige Formulierung basiert es auf dem bewährten Wirkstoff Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit), der sich durch eine hervorragende systemische Mobilität in der Kultur auszeichnet. Das Mittel wird sowohl über die grünen Pflanzenteile als auch über die Wurzeln schnell aufgenommen und im Saftstrom verteilt, wodurch auch der empfindliche Neuzuwachs effektiv geschützt wird.
Dieses Pflanzenschutzmittel nimmt eine Schlüsselrolle im modernen, integrierten Weinbau ein. Durch seine doppelte Wirkungsweise – die direkte Hemmung des Schaderregers und die gleichzeitige Stimulierung der pflanzeneigenen Abwehrmechanismen – bietet es einen langanhaltenden Schutz in kritischen Wachstumsphasen der Weinrebe. Es eignet sich hervorragend für den flexiblen Einsatz in Spritzfolgen ab dem Fünfblattstadium (BBCH 15) bis hin zur späten Reifephase.
Dank seiner flüssigen Formulierung lässt sich ROMBIPHOS EXTRA leicht dosieren und mischen. Es unterstützt Weinbautreibende dabei, die Vitalität der Reben zu sichern und Ertragsverluste durch den gefürchteten Falschen Mehltau zuverlässig zu minimieren, ohne die Kultur unnötig zu stressen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen einzigartigen, dualen Wirkungsmechanismus. Einerseits wirkt er direkt fungizid, indem er das Myzelwachstum und die Sporenbildung des Oomyceten Plasmopara viticola hemmt. Andererseits fungiert er als sogenannter Elizitor: Er imitiert einen Erregerbefall und regt die Kultur dazu an, verstärkt eigene Abwehrstoffe wie Phytoalexine und pathogenesis-related (PR) Proteine zu bilden sowie die Zellwände durch Ligninisierung zu verstärken. Durch die ausgeprägte systemische Wirkung (sowohl akropetal als auch basipetal) verteilt sich der Wirkstoff nach der Anwendung rasch in der gesamten Kultur. Dies gewährleistet, dass auch nach der Behandlung entstehender Zuwachs sowie schwer erreichbare Pflanzenteile im dichten Laubdach der Rebe von innen heraus geschützt werden.
Resistenzmanagement
Aufgrund seines dualen Wirkungsmechanismus und der Einstufung in die FRAC-Gruppe P07 (Induktoren der pflanzeneigenen Abwehr) weist Kaliumphosphonat ein sehr geringes Risiko für Resistenzbildungen auf. Dennoch solltest du ROMBIPHOS EXTRA stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Kontaktfungiziden oder orts-systemischen Wirkstoffen) anzuwenden und die empfohlenen Aufwandmengen sowie die maximale Anzahl der Behandlungen pro Saison strikt einzuhalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
ROMBIPHOS EXTRA ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern im Weinbau mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch beachten, dass saure Formulierungen den pH-Wert der Spritzbrühe stark absenken können. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder kupferhaltigen Mitteln bei empfindlichen Sorten oder ungünstigen Witterungsbedingungen, da dies zu Phytotoxizität führen kann. Es wird empfohlen, vor einer großflächigen Anwendung stets eine kleine Probemischung in einem separaten Gefäß durchzuführen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit ROMBIPHOS EXTRA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), wie Schutzhandschuhe und Schutzbrille, bei der Spritzansatzbereitung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Steckbrief angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten spritzen, in denen Bienen aktiv fliegen; weiche vorzugsweise auf die späten Abendstunden aus. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent zu vermeiden, um aquatische Organismen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 15–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit ROMBIPHOS EXTRA?
Du solltest mit den Behandlungen vorbeugend (präventiv) starten, sobald die Infektionsbedingungen für den Falschen Mehltau gegeben sind und die Reben das BBCH-Stadium 15 (fünftes Laubblatt entfaltet) erreicht haben. Ein frühzeitiger Einsatz stärkt die Abwehrkräfte der Kultur, noch bevor der erste sichtbare Befall auftritt.
Warum ist die systemische Wirkung bei diesem Produkt so wichtig?
Da sich Weinreben im Frühjahr und Sommer in einer Phase des rasanten Triebwachstums befinden, stoßen reine Kontaktmittel schnell an ihre Grenzen. Die voll-systemische Eigenschaft von ROMBIPHOS EXTRA sorgt dafür, dass der Wirkstoff mit dem Saftstrom transportiert wird und somit auch den frisch austreibenden Zuwachs von innen heraus schützt.
Kann ich ROMBIPHOS EXTRA auch im ökologischen Weinbau einsetzen?
Obwohl Kaliumphosphonat in der Vergangenheit intensiv diskutiert wurde, ist es aktuell im zertifizierten ökologischen Landbau nach EU-Öko-Verordnung in Deutschland meist nicht zugelassen. Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel daher primär im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPS) einsetzen.
Wie verhält sich das Mittel bei Regen kurz nach der Anwendung?
Dank der schnellen Aufnahme des Wirkstoffs über die Blattoberfläche ist ROMBIPHOS EXTRA bereits nach kurzer Zeit (in der Regel nach ca. 2 Stunden, sobald der Spritzbelag vollständig angetrocknet ist) regenfest. Ein leichter Regenschauer nach diesem Zeitraum wäscht den Wirkstoff nicht mehr ab, da er sich bereits im Inneren der Kultur befindet.
Wie integriere ich das Produkt am besten in meine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen?
Auch wenn das Risiko für Resistenzen bei Kaliumphosphonat aufgrund des Multi-Site-Effekts auf die Pflanzenabwehr als sehr gering gilt, solltest du es im Block oder im Wechsel mit Kontaktfungiziden (z. B. Folpet) oder anderen systemischen Wirkstoffen einsetzen. Dies sichert die langfristige Wirksamkeit aller beteiligten Wirkstoffklassen.
Was muss ich bei der Wartezeit bis zur Ernte beachten?
Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für ROMBIPHOS EXTRA im Weinbau beträgt 14 Tage. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und dem Beginn der Traubenlese zwingend einhalten, um Rückstände im Erntegut und mögliche Einflüsse auf die spätere Gärung im Keller auszuschließen.