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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

ROSAN

BVL Zul.-Nr. 006986-60

ROSAN von Syngenta ist ein leistungsstarkes, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in Mais (ZEAMX) und weiteren zugelassenen Kulturen. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Wirkungsspektrum gegen einjährige und ausdauernde Unkräuter zu erzielen.

Das Produkt zeichnet sich besonders durch seine hervorragende Wirkung gegen schwer bekämpfbare Wurzelunkräuter wie die Acker-Winde und die Gemeine Zaunwinde aus. Dank der systemischen Verteilung im Schaderreger erfasst ROSAN nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile, sondern transportiert die Wirkstoffe bis tief in das Wurzelsystem, was einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.

Durch die flexible Anwendung im Nachauflauf passt sich ROSAN optimal in moderne Pflanzenschutzstrategien ein. Es bietet dir eine zuverlässige Lösung, um die Konkurrenz durch Unkräuter frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial deiner Kultur abzusichern.

Wirkstoffe

Dicamba
550 g/kg · Wirkstoff
Prosulfuron
50 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hohe Wirksamkeit von ROSAN beruht auf der Kombination zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen 4 und 2). Der Wirkstoff Dicamba gehört zur Gruppe der synthetischen Auxine (HRAC-Gruppe 4). Er imitiert das pflanzliche Wuchshormon Indol-3-essigsäure, was bei empfindlichen Unkräutern zu einem unkontrollierten, übermäßigen Wachstum (Epinastie), dem Verkrümmen der Stängel und schließlich zum Absterben der Pflanze führt. Prosulfuron hingegen ist ein Sulfonylharnstoff aus der HRAC-Gruppe 2. Es blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unerlässlich ist. Ohne diese Aminosäuren kommt die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter sofort zum Stillstand, was zu einem raschen Wachstumsstopp und dem allmählichen Absterben der Schaderreger führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen aktiv vorzubeugen, nutzt ROSAN bereits die Kombination zweier unterschiedlicher HRAC-Klassen (Gruppe 2 und Gruppe 4). Dennoch solltest du dieses Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Herbiziden einsetzen, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen, wie beispielsweise Bodenherbizide aus anderen HRAC-Klassen im Vorauflauf. Achte zudem auf eine lückenlose mechanische Unkrautbekämpfung in der Fruchtfolge und vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ALS-Inhibitoren auf derselben Fläche.

Mischbarkeit & Tankmischung

ROSAN ist im Allgemeinen gut mit gängigen Nachauflauf-Herbiziden und flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Verwende ausreichend Wasser (mindestens 200 bis 300 l/ha), um eine gleichmäßige Benetzung der Unkrautblätter zu gewährleisten, und vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ROSAN ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, strikt vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen. Achte zudem darauf, Abdrift auf benachbarte Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsen zu verhindern, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter0.36 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Winde, Gemeine Zaunwinde12–180.3 KILOGRAM_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter15–990.3 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter15–990.3 KILOGRAM_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von ROSAN gegen Windenarten?

Um eine maximale Wirkung gegen Acker-Winde und Gemeine Zaunwinde zu erzielen, solltest du warten, bei der Behandlung eine ausreichende Blattfläche vorzufinden (ca. 15–20 cm Trieblänge). Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln am stärksten, wodurch der systemische Wirkstoff Dicamba optimal bis in die Wurzeln transportiert wird, um die Pflanzen nachhaltig abzutöten.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

ROSAN wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 12 °C und 25 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da die Unkräuter dann die Wirkstoffe aktiv aufnehmen und transportieren. Vermeide Behandlungen bei Frostgefahr, extremer Trockenheit oder Temperaturen über 25 °C, da dies zu Schäden an der Kultur führen kann und die Unkräuter eine schützende Wachsschicht bilden.

Was musst du bei der Nachfolgekultur nach dem Einsatz von ROSAN beachten?

Aufgrund der Bodenaktivität von Prosulfuron solltest du vor dem Anbau von Folgekulturen im Rahmen der Fruchtfolge die spezifischen Nachbaufristen beachten. Nach einer normalen Ernte von Mais können im Herbst in der Regel Wintergetreidearten gesät werden, jedoch empfiehlt sich bei empfindlichen Kulturen wie Raps oder Leguminosen im Folgejahr eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen), um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Kannst du ROSAN auch bei feuchtem Laub oder kurz vor einem Regen anwenden?

Nein, du solltest das Produkt nicht auf taunassen Beständen ausbringen, da der Spritzfilm sonst von den Blättern abperlen kann. Zudem benötigt ROSAN eine regenfreie Zeit von mindestens 2 bis 4 Stunden nach der Applikation, damit die Wirkstoffe vollständig in das Blattgewebe der Unkräuter eindringen können.

Warum ist die Kombination aus Dicamba und Prosulfuron so vorteilhaft für das Resistenzmanagement?

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (Wuchsstoff und ALS-Hemmer) werden Unkräuter über zwei völlig verschiedene biochemische Wege attackiert. Sollte ein Unkrautbiotyp eine beginnende Resistenz gegen ALS-Hemmer aufweisen, wird er in der Regel immer noch zuverlässig durch das Dicamba erfasst, was die Selektion resistenter Unkräuter auf deinem Feld effektiv verhindert.

Wie kannst du die Benetzung und Aufnahme bei schwierigen Unkrautarten verbessern?

Bei Unkräutern mit stark behaarten oder stark wachshaltigen Blättern (wie z. B. Weißer Gänsefuß) kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels oder Additivs die Haftung der Spritzbrühe und das Eindringen der Wirkstoffe deutlich verbessern. Achte darauf, das Additiv immer als letzten Partner in die bereits fast vollständig gefüllte Spritze zu geben.