Sabarun
Sabarun ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von SUMITOMO CHEMICAL, das als flüssiges Fungizidkonzentrat formuliert ist. Mit dem bewährten Wirkstoff Bromuconazol bietet es Weizenanbauern eine zuverlässige Lösung zum Schutz ihrer Bestände vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten. Das Produkt ist in Deutschland unter der Zulassungsnummer 00A145-62 registriert und speziell für den Einsatz in Winterweichweizen (TRZSS) optimiert.
Das Wirkungsspektrum von Sabarun deckt die wirtschaftlich bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Getreidebau ab. Hierzu gehören die Septoria-Blattdürre, Gelbrost, Braunrost sowie Echter Mehltau und verschiedene Fusarium-Arten. Durch seine breite Wirksamkeit sichert das Mittel die Vitalität der Kultur in kritischen Ertragsbildungsphasen.
Dank des flexiblen Anwendungsfensters vom Schossen bis zum Ende der Blüte (BBCH 30–69) lässt sich Sabarun hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es schützt sowohl das ertragsrelevante Fahnenblatt als auch die Ähre vor einer späten Infektion, was die Kornqualität und den Ertrag nachhaltig sichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Sabarun enthaltene Wirkstoff Bromuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist im FRAC-Code als DMI-Fungizid (Demethylierungs-Inhibitor, Gruppe 3) klassifiziert. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff schnell in das Blattgewebe ein und verteilt sich systemisch akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur. Dies gewährleistet, dass auch neuer Zuwachs nach der Behandlung geschützt wird. Auf biochemischer Ebene greift Bromuconazol in die Sterolbiosynthese der Pilze ein. Es hemmt gezielt das Enzym C14-Demethylase, was die Produktion von Ergosterol blockiert. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und Erhalt der pilzlichen Zellmembranen. Ohne diesen Baustein kommt es zu Strukturstörungen in den Zellwänden, das Wachstum der Keimschläuche und Hyphen wird gestoppt, und der Schaderreger stirbt schließlich ab.
Resistenzmanagement
Da Bromuconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, besteht bei einseitiger Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Pilzstämme, insbesondere bei Erregern wie der Septoria-Blattdürre. Um die langfristige Wirksamkeit von Sabarun zu sichern, solltest du das Produkt stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Dies bedeutet, dass du Sabarun im Spritzprogramm mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. SDHIs oder Kontaktwirkstoffen) abwechselst oder in Tankmischung mit Partnern aus unterschiedlichen FRAC-Gruppen ausbringst. Zudem sollte die empfohlene Aufwandmenge von 1,0 l/ha nicht reduziert werden, um die Selektion schleichender Resistenzen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Sabarun zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln aus. Du kannst es in der Praxis meist problemlos mit gängigen Wachstumsreglern, Herbiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern kombinieren. Vor der Ansetzung größerer Mischungen im Spritztank wird jedoch empfohlen, eine kleine Probemischung in einem separaten Gefäß durchzuführen, um die physikalische Stabilität zu prüfen. Achte beim Befüllen darauf, Sabarun bei laufendem Rührwerk als eine der ersten Komponenten in den teilbefüllten Tank zu geben und die Spritzbrühe zügig auszubringen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Sabarun ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv fliegen. Verlege die Behandlung in solchen Fällen bevorzugt in die späten Abendstunden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten mit Sabarun?
Um Fusarium-Arten in Winterweichweizen effektiv zu bekämpfen, solltest du Sabarun gezielt während der Blütezeit (BBCH 61 bis 65) applizieren. Eine Infektion erfolgt meist bei feucht-warmer Witterung während der Blüte; eine präventive Behandlung in diesem engen Zeitfenster schützt die Ähren optimal vor dem Pilzeintritt.
Kann ich Sabarun auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr spritzen?
Da Sabarun ein systemisches Pflanzenschutzmittel ist, benötigt die Kultur für eine optimale Aufnahme und Verteilung des Wirkstoffs Bromuconazol aktiven Stoffwechsel und wüchsiges Wetter. Bei Temperaturen dauerhaft unter 8 °C ist die Wirkung verzögert; warte daher am besten, bis milde Temperaturen das Wachstum anregen.
Wie finde ich im Agronomy-Hub heraus, ob Sabarun für andere Kulturen zugelassen ist?
Nutze einfach die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Gib dort den Produktnamen 'Sabarun' oder die Zulassungsnummer '00A145-62' ein. Das System zeigt dir sofort alle in Deutschland registrierten Kulturen, Aufwandmengen und spezifischen Anwendungsbestimmungen an.
Warum muss ich die Wartezeit von 42 Tagen bei Sabarun so genau einhalten?
Die gesetzlich festgelegte Wartezeit von 42 Tagen stellt sicher, dass sich der Wirkstoff Bromuconazol in der Kultur bis zur Ernte so weit abbaut, dass keine unzulässigen Rückstände im Korn verbleiben. Plane späte Anwendungen zur Ährenbehandlung daher rechtzeitig vor dem voraussichtlichen Erntetermin.
Hilft Sabarun auch, wenn ich bereits deutliche Symptome von Gelbrost im Feld sehe?
Ja, Sabarun besitzt dank seiner systemischen Eigenschaften eine gute kurative (heilende) Wirkung und kann beginnende Infektionen stoppen. Dennoch erzielst du den besten Schutz, wenn du das Mittel vorbeugend nach Warndienstaufrufen oder bei den allerersten sichtbaren Pusteln ausbringst, bevor der Befallsdruck zu hoch wird.
Welche Wassermenge wird für die Ausbringung von Sabarun empfohlen?
Für eine gleichmäßige Benetzung des gesamten Pflanzenbestandes – besonders bei dichten Weizenbeständen im späteren BBCH-Stadium – solltest du eine Wassermenge von 200 bis 400 Litern pro Hektar wählen. Dies sichert, dass der Wirkstoff auch die unteren Blattetagen optimal erreicht.