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Sempra

BVL Zul.-Nr. 007971-00

Sempra ist ein hochkonzentriertes, flüssiges Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Wintergerste, Winterroggen und Winterweichweizen. Mit dem bewährten Wirkstoff Diflufenican (500 g/l) bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Basis für die Unkrautkontrolle im Herbst. Es zeichnet sich durch eine ausgeprägte Bodenwirksamkeit aus, die auflaufende Unkräuter bereits im Keimblattstadium erfasst.

Durch die frühe Anwendung im Nachauflauf (BBCH 10 bis 29) sichert Sempra die Kulturen in ihrer kritischen Jugendentwicklung gegen ertragsmindernde Konkurrenz ab. Die Formulierung sorgt für eine gleichmäßige Verteilung auf der Bodenoberfläche und bildet einen stabilen Wirkstofffilm, der über Wochen hinweg nachfolgende Unkrautwellen unterdrückt. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Ackerbaustrategien zur Absicherung des Ertragspotenzials.

Wirkstoffe

Diflufenican
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Diflufenican gehört zur chemischen Gruppe der Pyridincarboxamide und ist im HRAC-System als Gruppe 12 (Inhibitor der Phytoen-Desaturase, PDS-Inhibitor) klassifiziert. Er blockiert die Biosynthese von Carotinoiden, welche für den Schutz des Chlorophylls gegen Photooxidation essenziell sind. Ohne diese Schutzpigmente führt das Sonnenlicht zur Zerstörung des Chlorophylls, was sich in den typischen Bleichsymptomen (Weißfärbung) der betroffenen Unkräuter äußert. Die Aufnahme erfolgt primär über die Keimlinge und Wurzeln auflaufender Unkräuter sowie sekundär über die Blätter bereits etablierter Pflanzen. Nach der Keimung sterben die empfindlichen Schaderreger innerhalb weniger Tage ab, da sie keine Photosynthese mehr betreiben können. Die langanhaltende Bodenwirkung stellt sicher, dass auch später keimende Unkräuter zuverlässig erfasst werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Sempra stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Diflufenican einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt (HRAC-Gruppe 12), empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Tankmischung mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen, die über andere Wirkmechanismen verfügen. Zudem sollten ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine sorgfältige Bodenbearbeitung integriert werden, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautarten nachhaltig zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Sempra weist eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbstherbiziden und Bodenpartnern auf, um das Wirkungsspektrum insbesondere gegen Schadgräser wie Windhalm oder Ackerfuchsschwanz abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 l/ha) und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Behandlung sollte auf gut abgesetzte, feuchte und klutenfreie Saatbetten erfolgen, da extreme Trockenheit die Bodenwirksamkeit des Wirkstoffs vorübergehend einschränken kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Da Diflufenican eine hohe Stabilität im Boden aufweist und potenziell gewässerbelastend ist, sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Vorgaben zur Abdriftminderung strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um Nichtzielorganismen im Biotop zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–290.375 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–290.375 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–290.375 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Sempra im Herbst?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen (ab BBCH 10 bis BBCH 29), idealerweise wenn die Unkräuter gerade auflaufen oder sich im Keimblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Empfindlichkeit der Schaderreger am höchsten und die Bodenfeuchtigkeit begünstigt die Ausbildung des Wirkstofffilms.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit von Sempra?

Da Diflufenican stark über den Boden wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend. Feuchtigkeit hilft dem Wirkstoff, sich gleichmäßig in der obersten Bodenschicht zu verteilen und von den keimenden Unkräutern optimal aufgenommen zu werden.

Kann Sempra auch bei Frost oder niedrigen Temperaturen eingesetzt werden?

Die Anwendung sollte nicht bei Frost oder auf gefrorenem Boden erfolgen. Zwar ist der Wirkstoff auch bei kühleren Herbsttemperaturen stabil, jedoch verlangsamt sich der Stoffwechsel der Unkräuter, was den sichtbaren Wirkungseintritt verzögern kann. Optimal sind frostfreie Tage mit aktiver Unkrautvegetation.

Wie lässt sich das Wirkungsspektrum von Sempra gegen Schadgräser erweitern?

Da Sempra primär gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter zugelassen ist, empfiehlt sich bei starkem Besatz mit Windhalm oder Ackerfuchsschwanz eine Tankmischung mit einem grasspezifischen Partnerherbizid. Achten Sie dabei stets auf die Verträglichkeit der Mischungspartner in den jeweiligen Kulturen.

Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von Sempra beachtet werden?

Aufgrund der Persistenz von Diflufenican im Boden sind bei normalem Kulturwechsel im folgenden Frühjahr in der Regel keine Einschränkungen für Sommerungen zu erwarten. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollte der Boden jedoch tief gepflügt werden, um den Wirkstoff zu verdünnen, bevor empfindliche Kulturen wie Rüben oder Leguminosen eingesät werden.

Wie erkenne ich, ob Sempra erfolgreich auf die Unkräuter gewirkt hat?

Der Erfolg der Behandlung zeigt sich durch charakteristische Bleichsymptome (Chlorosen und anschließende Nekrosen) an den Vegetationspunkten und Blättern der Unkräuter. Dieser Prozess beginnt wenige Tage nach der Aufnahme und führt schließlich zum vollständigen Absterben der Pflanzen.