Alle Mittel
OTHER · Nissan Chemical

Shinkon

BVL Zul.-Nr. 026282-62

Shinkon ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) in Kartoffeln. Als modernes Fungizid, formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), bietet es Kartoffelanbauern eine leistungsstarke Lösung zum Schutz ihrer Kulturen während der kritischen Wachstumsphasen. Der Wirkstoff Amisulbrom zeichnet sich durch eine hervorragende präventive Wirkung aus und schützt sowohl das Laub als auch die Knollen vor einer Infektion.

Dank seiner ausgeprägten Regenfestigkeit und der starken Haftung auf der Wachsschicht der Blätter bietet Shinkon auch unter wechselhaften und feuchten Witterungsbedingungen, die den Infektionsdruck von Phytophthora begünstigen, einen langanhaltenden Schutz. Das Pflanzenschutzmittel ist flexibel einsetzbar und lässt sich hervorragend in bestehende Spritzfolgen integrieren, um die Ertragsleistung und Knollenqualität abzusichern.

Wirkstoffe

Amisulbrom
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Shinkon enthaltene Wirkstoff Amisulbrom gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonamide und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 21 (QiI-Fungizide) klassifiziert. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen am Komplex III (Inhibitor der Chinon-Innenseite / Qi-Stelle). Dies führt zu einem schnellen Zusammenbruch der Energieversorgung des Schaderregers. Amisulbrom wirkt primär protektiv. Es verhindert effektiv die Keimung der Zoosporen sowie das Wachstum des Myzels von Phytophthora infestans. Durch diese frühzeitige Blockade des Infektionszyklus wird eine Etablierung des Erregers im Gewebe der Kultur von vornherein unterbunden.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 21 zu minimieren, sollte Shinkon stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies erfordert den konsequenten Wechsel (Rotation) mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, die über einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus verfügen (wie z. B. Carbonsäureamide/CAA oder Kontaktfungizide mit Multisite-Aktivität). Zudem sollte die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Vorgaben strikt eingehalten werden, um den Selektionsdruck auf den Schaderreger zu begrenzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Shinkon zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Kartoffelfungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Komponenten nacheinander im gut mit Wasser gefüllten Spritztank aufgelöst werden, wobei Shinkon idealerweise zuerst beigegeben wird. Die Zugabe von speziellen Haftmitteln oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist. Vor großflächigen Behandlungen wird dennoch ein einfacher Mischungstest in einem Kleingebinde empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Shinkon sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da der Wirkstoff Amisulbrom als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) und Saumstrukturen exakt beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern zur Schonung von Bestäubern vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelKraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)31–910.5 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Shinkon im Kartoffelbestand?

Die erste Behandlung sollte vorbeugend (präventiv) erfolgen, bevor erste Symptome im Feld sichtbar sind. Typischerweise startet der Einsatz ab dem BBCH-Stadium 31 (Beginn des Reihenschlusses), insbesondere wenn die Warndienste der Bundesländer ein erhöhtes Infektionsrisiko für Kraut- und Knollenfäule melden.

Wie verhält sich Shinkon bei unbeständigem Wetter und Niederschlägen nach der Spritzung?

Shinkon besitzt eine exzellente Regenfestigkeit. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern angetrocknet ist (meist nach ca. 1 bis 2 Stunden), ist der Wirkstoff fest in der Wachsschicht verankert und wird auch durch nachfolgende Regenschauer nicht abgewaschen.

Kann Shinkon auch zur Bekämpfung von Alternaria-Arten in Kartoffeln eingesetzt werden?

Nein, Shinkon ist spezifisch für die Bekämpfung von Oomyceten wie Phytophthora infestans registriert. Gegen die Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani / alternata) zeigt der Wirkstoff Amisulbrom keine ausreichende Wirkung. Bei akutem Alternaria-Druck sollte ein geeigneter Kombinationspartner zugemischt werden.

Warum ist der Schutz der Knollen am Saisonende mit Shinkon so wichtig?

Späte Infektionen des Laubs können dazu führen, dass Zoosporen des Pilzes bei Regen in den Boden gespült werden und die Knollen infizieren, was zu Knollenfäule im Lager führt. Shinkon schützt durch seine zoosporizide Wirkung das Laub bis zum BBCH-Stadium 91 und verhindert so effektiv den Eintrag von Sporen in den Damm.

Welche Rolle spielt Shinkon im Anti-Resistenzmanagement des Betriebs?

Da Amisulbrom zur FRAC-Gruppe 21 gehört, stellt es einen wertvollen Wechselpartner zu den häufig genutzten CAA-Fungiziden oder Kontaktwirkstoffen dar. Durch den gezielten Wechsel der Wirkmechanismen wird verhindert, dass sich resistente Stämme von Phytophthora infestans im Bestand selektieren und ausbreiten.