Shlem
Shlem ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Winterweichweizen und Wintergerste. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung aus. Es bietet Getreideanbauern eine flexible Lösung, um den Unkrautdruck im Frühjahr effizient zu regulieren und die Ertragsfähigkeit der Kultur abzusichern.
Das Produkt ist speziell für den Einsatz in der Schossphase (BBCH 31–39) optimiert. Dank seiner hohen Wirkstoffkonzentration ermöglicht Shlem extrem niedrige Aufwandmengen pro Hektar, was nicht nur die Logistik und Lagerung auf deinem Betrieb vereinfacht, sondern auch die Verpackungsentsorgung minimiert. Es besetzt eine wichtige Position in der späten Unkrautbekämpfung, wenn frühe Maßnahmen witterungsbedingt ausfallen mussten oder Spätverunkrautungen auflaufen.
Durch das breite Wirkungsspektrum gegen typische zweikeimblättrige Schaderreger im Getreide sichert Shlem eine saubere Ernte. Die schnelle Aufnahme über das Blatt sorgt dafür, dass konkurrierende Unkräuter zügig im Wachstum gestoppt werden und die Kulturpflanzen die verfügbaren Nährstoffe und das Wasser voll ausschöpfen können.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Shlem enthaltene Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (früher Gruppe B) eingestuft. Er fungiert als selektiver Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS), welches auch als Acetohydroxyacid-Synthase (AHAS) bekannt ist. Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in Pflanzen unerlässlich. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln aufgenommen und systemisch in die meristematischen Gewebe der Unkräuter transportiert. Durch die Blockade der ALS wird die Zellteilung in den Wachstumszonen sofort gestoppt. Obwohl die Unkräuter bereits kurz nach der Behandlung kein Wasser und keine Nährstoffe mehr aufnehmen, zeigt sich das Absterben (Chlorosen, Nekrosen und anschließende Deformierungen) je nach Witterung erst nach 1 bis 3 Wochen.
Resistenzmanagement
Da Tribenuron als ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) ein hohes inhärentes Risiko für die Resistenzentwicklung aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement auf deinen Flächen unerlässlich. Um der Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern wie Vogelmiere oder Kamille – vorzubeugen, solltest du Shlem stets im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. synthetischen Auxinen, HRAC-Gruppe 4) einsetzen. Integriere zudem pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung in dein Gesamtkonzept.
Mischbarkeit & Tankmischung
Shlem ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich problemlos mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern mischen, die im BBCH-Zeitfenster 31–39 im Getreide eingesetzt werden. Beim Ansetzen der Spritzbrühe solltest du Shlem immer als erste Komponente vollständig im wassergefüllten Tank auflösen, bevor du andere Mischpartner hinzugibst. Die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans) kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen oder bei Unkräutern mit ausgeprägter Wachsschicht deutlich verbessern. Vermeide Mischungen mit Flüssigdüngern bei extremen Temperaturschwankungen, um Stressreaktionen der Kultur zu verhindern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Shlem ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten sollte das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Kulturen oder aktiv von Bienen beflogene Unkräuter ausgebracht werden; verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Achte streng darauf, Abdrift auf angrenzende Saumbiotope und Oberflächengewässer durch den Einsatz driftmindernder Düsentechnik zu vermeiden, um aquatische Organismen und Nichtzielpflanzen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 40 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 40 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Shlem im Frühjahr?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn die zweikeimblättrigen Unkräuter noch klein sind (ideal im 2- bis 4-Blattstadium) und sich im aktiven Wachstum befinden. Obwohl Shlem im BBCH-Bereich 31 bis 39 zugelassen ist, erzielst du die beste und schnellste Wirkung bei warmen, wüchsigen Temperaturen, da der Wirkstoff dann optimal in der Pflanze transportiert wird.
Kann ich Shlem auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr spritzen?
Ja, eine Anwendung ist möglich, allerdings verzögert sich die sichtbare Wirkung bei kühler Witterung erheblich, da der Pflanzenstoffwechsel verlangsamt ist. Wenn die Temperaturen dauerhaft unter 8 °C liegen oder Nachtfröste drohen, solltest du die Behandlung verschieben, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden und eine sichere Unkrautwirkung zu gewährleisten.
Wie verhält sich Shlem bei Regen kurz nach der Applikation?
Shlem benötigt eine regenfreie Zeit von etwa 2 bis 4 Stunden nach der Spritzung, damit der Wirkstoff Tribenuron vollständig von den Blättern der Unkräuter aufgenommen werden kann. Setzt vor Ablauf dieser Frist starker Regen ein, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die Wirksamkeit spürbar reduziert.
Gibt es Einschränkungen für die Folgekulturen nach dem Einsatz von Shlem?
Da Tribenuron im Boden relativ rasch durch mikrobiellen Abbau und Hydrolyse abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturwechsel im Herbst keine Einschränkungen für die Einsaat von Folgekulturen. Sollte es jedoch zu einem vorzeitigen Umbruch der Getreidekultur kommen, empfiehlt es sich, den Boden tief zu lockern oder zu pflügen und vorzugsweise wieder Getreide anzubauen.
Wie kann ich die Wirkung von Shlem gegen schwer bekämpfbare Unkräuter absichern?
Bei schwer benetzbaren Unkräutern oder unter sehr trockenen Bedingungen empfiehlt sich die Kombination von Shlem mit einem geeigneten, nicht-ionischen Netzmittel (Adjuvans). Dies verbessert die Haftung der Spritzbrühe auf der Blattoberfläche und beschleunigt das Eindringen des Wirkstoffs durch die kutikuläre Wachsschicht der Schaderreger.