Simpro
Simpro ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) in Kartoffeln (SOLTU). Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Präparat sowohl vorbeugenden Schutz als auch kurative Eigenschaften, was es zu einem wichtigen Baustein im modernen Kartoffelanbau macht.
Die Formulierung als flüssiges Konzentrat ermöglicht eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche. Simpro schützt die Kultur in kritischen Wachstumsphasen zuverlässig vor dem gefürchteten Schaderreger, der bei feucht-warmer Witterung schnell zu ertragsmindernden Blattschäden und Knolleninfektionen führen kann.
Dank der systemischen und lokalsystemischen Eigenschaften der enthaltenen Wirkstoffe wird auch der Neuzuwachs der Kartoffeln geschützt. Dies macht Simpro zu einem flexiblen Partner im Spritzprogramm, besonders in Phasen des schnellen Krautwachstums.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von Simpro basiert auf dem Zusammenspiel von Cymoxanil und Propamocarb, die sich in ihren biochemischen Angriffsunkten ideal ergänzen. Cymoxanil (FRAC-Gruppe 27) besitzt lokalsystemische und penetrierende Eigenschaften. Es dringt rasch in das Blattgewebe ein und stoppt die Pilzentwicklung kurz nach der Infektion, indem es die Synthese von Nukleinsäuren und Proteinen sowie die Permeabilität der Zellmembranen des Schaderregers stört. Propamocarb (FRAC-Gruppe 28 / F4) ist ein voll-systemischer Wirkstoff aus der Klasse der Carbamate. Er wird über die Blätter und Wurzeln aufgenommen und akropetal in der Kultur verteilt. Propamocarb greift in die Biosynthese der Phospholipide und Fettsäuren ein, was die Bildung der Zellmembranen des Oomyceten stört und das Myzelwachstum sowie die Sporenbildung effektiv hemmt.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei Phytophthora infestans vorzubeugen, solltest du Simpro stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppen) einsetzen. Da das Produkt bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen kombiniert, bietet es von Haus aus ein starkes Antiresistenzmanagement. Dennoch sollte die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht überschritten werden, und bei hohem Infektionsdruck empfiehlt sich die Einbindung von Kontaktfungiziden in die Spritzfolge.
Mischbarkeit & Tankmischung
Simpro ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Blattdüngern, Insektiziden und anderen Fungiziden im Kartoffelanbau. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung des Bestandes zu gewährleisten, und vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Simpro ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, unerlässlich. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Bestände oder an Orten ausbringen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Phytophthora infestans | 21–95 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Simpro?
Du solltest mit den Behandlungen beginnen, sobald die Warndienste Infektionsgefahr melden oder spätestens bei den ersten sichtbaren Symptomen im Feld. Da Simpro ab dem BBCH-Stadium 21 zugelassen ist, kannst du es bereits früh in der Vegetationsperiode einsetzen, um den Aufbau von Infektionsherden im Keim zu ersticken.
Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung auf die Effizienz aus?
Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme von Cymoxanil ist Simpro bereits kurze Zeit nach der Antrocknung regenfest. Cymoxanil dringt innerhalb weniger Stunden in das Blattgewebe ein, sodass auch nachfolgende Niederschläge die Schutzwirkung nicht nennenswert beeinträchtigen.
Warum ist die Kombination aus Cymoxanil und Propamocarb so vorteilhaft?
Diese Kombination vereint eine schnelle, kurative Stopp-Wirkung (Cymoxanil) mit einem langanhaltenden, systemischen Schutz (Propamocarb). Dadurch bekämpfst du bereits bestehende, unsichtbare Infektionen im Blattgewebe und schützt gleichzeitig den Neuzuwachs der Kartoffel vor Neuinfektionen.
Wie kann ich Simpro optimal in meine Antiresistenzstrategie integrieren?
Nutze Simpro im Block oder im regelmäßigen Wechsel mit Fungiziden, die andere FRAC-Klassifizierungen aufweisen. Vermeide es, das Produkt übermäßig oft hintereinander einzusetzen, um die Selektion resistenter Stämme von Phytophthora infestans zu verhindern.
Was muss ich bei der Wartezeit vor der Ernte beachten?
Die einzuhaltende Wartezeit für Simpro in Kartoffeln beträgt 14 Tage. Plane deine letzte Behandlung daher präzise im Voraus, um sicherzustellen, dass dieser Zeitraum bis zum geplanten Erntetermin oder der Krautminderung vollständig eingehalten wird.
Kann ich Simpro auch bei starkem Krautwachstum einsetzen?
Ja, gerade in Phasen des schnellen Krautwachstums ist der Einsatz besonders sinnvoll. Durch die systemischen Eigenschaften von Propamocarb wird der Wirkstoff in der Kultur weitertransportiert und schützt somit auch neu gebildete Blätter, die zum Zeitpunkt der Spritzung noch nicht vorhanden waren.