Sinopia
Sinopia von Certis Belchim B.V. ist ein hochwirksames Herbizid, das speziell für den Einsatz im Kartoffelanbau (SOLTU) entwickelt wurde. Als flüssige Kombinationsformulierung vereint dieses Pflanzenschutzmittel die Stärken der beiden Wirkstoffe Clomazone und Metobromuron. Es bietet eine breite und langanhaltende Wirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie das Einjährige Rispengras im Vorauflaufverfahren.
Durch die gezielte Kombination dieser Wirkstoffklassen schließt Sinopia kritische Wirkungslücken im frühen Entwicklungsstadium der Kultur. Dies sichert den Kartoffeldämmen von Beginn an eine unkrautfreie Entwicklung und minimiert die Konkurrenz um Licht, Nährstoffe und Wasser, was die Basis für einen hohen Ertrag und eine homogene Sortierung legt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende herbizide Wirkung von Sinopia beruht auf zwei sich perfekt ergänzenden Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Metobromuron gehört zur HRAC-Gruppe 5 (bzw. C2) und fungiert als Hemmstoff des Photosystems II. Er wird primär über die Wurzeln der keimenden Unkräuter aufgenommen, blockiert den Elektronentransport in den Chloroplasten und führt so zu schnellen Chlorosen und dem anschließenden Absterben der Schaderreger. Clomazone wiederum ist der HRAC-Gruppe 13 (bzw. F4) zugeordnet und blockiert die Carotinoid-Biosynthese (DOXP-Synthase-Inhibitor). Dieser Wirkstoff wird sowohl über die Wurzeln als auch über den Hypokotylfaden aufgenommen. Durch den Mangel an schützenden Carotinoiden kommt es unter Lichteinfluss zu einem charakteristischen Ausbleichen (Bleaching-Effekt) der betroffenen Unkräuter, wodurch diese innerhalb kurzer Zeit absterben.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Herbizidresistenzen nutzt Sinopia durch seine Zwei-Wirkstoff-Formulierung bereits ein integriertes Antiresistenz-Konzept, da zwei unterschiedliche HRAC-Klassen (Gruppe 5 und 13) kombiniert werden. Um diesen Schutz langfristig zu erhalten, sollte der Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels in eine weite Fruchtfolge integriert werden. Zudem empfiehlt es sich, in den Folgekulturen Herbizide mit anderen Wirkungsmechanismen einzusetzen und mechanische Pflegemaßnahmen gezielt in das Gesamtkonzept zu integrieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Sinopia wird im Vorauflauf der Kartoffel appliziert. Für eine optimale Bodenwirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Behandlung oder kurz danach vorteilhaft. Das Produkt zeigt sich im Regelfall gut verträglich mit anderen gängigen Vorauflaufherbiziden. Bei geplanten Tankmischungen sollte vorab stets eine physikalische Mischbarkeitsprobe durchgeführt werden. Die Zugabe von speziellen abdriftmindernden Additiven wird empfohlen, um die Anlagerung auf dem Kartoffeldamm zu optimieren und Abdrift auf benachbarte Flächen zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Sinopia sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), strikt einzuhalten. Aufgrund der Wirkstoffeigenschaften gelten strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme und Nichtzielbiotope zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Sinopia im Kartoffelanbau?
Die Behandlung muss zwingend im Vorauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 09) erfolgen, idealerweise direkt nach dem letzten Dammaufbau (Dammformung). Die Kartoffeltriebe müssen sich zum Zeitpunkt der Spritzung noch sicher unter einer geschlossenen Erdschicht befinden, um phytotoxische Schäden an der Kultur zu vermeiden.
Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von Sinopia?
Da Sinopia primär als Bodenherbizid wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für den Transport der Wirkstoffe in die Keimzone der Unkräuter entscheidend. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; Niederschläge kurz nach der Applikation aktivieren das Mittel und sichern den maximalen Bekämpfungserfolg.
Was muss bezüglich der Abdrift auf benachbarte Flächen beachtet werden?
Wegen des Clomazone-Anteils besteht bei unsachgemäßer Anwendung das Risiko von Ausbleichungen an benachbarten Kulturen. Die Applikation darf daher nur mit vom BVL anerkannten, abdriftmindernden Düsen (z. B. 90 % Abdriftminderungsklasse) bei niedrigen Windgeschwindigkeiten und moderaten Temperaturen durchgeführt werden.
Kann Sinopia auf sehr leichten, sandigen Böden uneingeschränkt eingesetzt werden?
Auf sehr leichten Sandböden mit geringem Humusgehalt ist Vorsicht geboten. Bei Starkregen nach der Applikation besteht das Risiko, dass der Wirkstoff Metobromuron in tiefere Bodenschichten eingewaschen wird und dort die Wurzeln der Kartoffelkultur schädigt. Hier sollte die Aufwandmenge gegebenenfalls angepasst oder auf extrem durchlässigen Standorten auf den Einsatz verzichtet werden.
Wie verhält es sich mit dem Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Sinopia?
Nach dem regulären Anbau von Kartoffeln können im Rahmen der üblichen Fruchtfolge im Herbst Wintergetreide und im folgenden Frühjahr Sommerkulturen problemlos angebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kartoffelkultur (z. B. durch Frost) ist vor der Neuaussaat empfindlicher Kulturen eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) zwingend erforderlich.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Herbizide für Kartoffeln?
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