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Sonstige · SIPCAM OXON S. P. A.

SIRTAKI

BVL Zul.-Nr. 00A152-60

Sirtaki ist ein hochwirksames Herbizid zur Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Winterraps, Sommerraps und Kartoffeln. Als bewährte Formulierung bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Bodenwirkung. Es bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger bereits im Keimblattstadium zuverlässig erfasst.

Durch den gezielten Einsatz im Vorauflauf sichert Sirtaki den Kulturen einen unkrautfreien Start und minimiert die frühe Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe. Besonders im Raps- und Kartoffelanbau hat sich der Wirkstoff Clomazone als unverzichtbarer Baustein in der Unkrautbekämpfung etabliert, da er auch schwer bekämpfbare Arten effektiv unterdrückt.

Wirkstoffe

Clomazone
360 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Sirtaki enthaltene Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 (Hemmstoff der Carotinoid-Biosynthese, speziell der DOXP-Synthase). Nach der Aufnahme über die Wurzeln und den Spross der keimenden Unkräuter wird der Wirkstoff akropetal mit dem Saftstrom in die Blätter transportiert. Dort blockiert er die Synthese von Plastidenpigmenten, was zu einer Zerstörung des Chlorophylls führt. Symptomatisch äußert sich diese Wirkung in einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching oder Entfärbung) der betroffenen Unkräuter. Da den Schaderregern der Schutz vor Photooxidation fehlt, sterben die empfindlichen Unkrautkeimlinge kurz nach dem Auflaufen ab. Für eine optimale Wirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung entscheidend, da der Wirkstoff über den Boden aufgenommen wird.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, solltest du Sirtaki stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge sowie die Kombination mit Partnerherbiziden im Tankmix. Da Clomazone einen einzigartigen Ansatzpunkt in der Carotinoid-Biosynthese besitzt, eignet sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend, um Selektionsdruck aufzubauen und bestehende Resistenzen gegen andere Herbizidklassen zu brechen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Sirtaki zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Vorauflaufherbiziden aus, die in den registrierten Kulturen zugelassen sind. Im Raps bietet sich beispielsweise die Kombination mit Partnern an, die das Wirkungsspektrum gegen einkeimblättrige Unkräuter oder spezifische Kreuzblütler erweitern. Achte bei der Herstellung der Spritzbrühe darauf, die Tankspritze zu mindestens zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, Sirtaki unter ständigem Rühren hinzuzugeben und erst danach eventuelle Mischpartner beizumischen. Verwende ausreichend Wasser, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten, und vermeide Anwendungen bei starkem Wind oder extremer Trockenheit.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Sirtaki ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, für den Anwenderschutz unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik und halte dich an die allgemeinen guten fachlichen Praktiken des Pflanzenschutzes.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.33 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.25 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine Anwendung von Sirtaki im Raps?

Du solltest Sirtaki unmittelbar nach der Saat im Vorauflauf der Kultur ausbringen (BBCH-Stadium 00 bis 08). Wichtig ist, dass der Boden feucht und das Saatbett gut abgesetzt sowie feinkrümelig ist, damit sich ein gleichmäßiger Herbizidfilm aufbauen kann.

Wie wirkt sich Trockenheit auf die Effizienz von Sirtaki aus?

Da Clomazone ein bodenwirksamer Wirkstoff ist, benötigt er Feuchtigkeit, um im Boden gelöst und von den keimenden Unkräutern aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; eine Behandlung kurz vor angekündigten Niederschlägen ist daher ideal.

Kannst du Sirtaki auch in Kartoffeln einsetzen und worauf musst du achten?

Ja, Sirtaki ist für den Einsatz in Kartoffeln zugelassen. Die Anwendung erfolgt im Vorauflauf nach dem Dammaufbau. Achte darauf, dass die Kartoffeldämme gut abgesetzt und stabil sind, um Abschwemmungen des Herbizidfilms zu verhindern, und spritze unbedingt vor dem Durchstoßen der ersten Kartoffeltriebe.

Warum verfärben sich manche Kulturen nach der Behandlung leicht gelblich oder weiß?

In seltenen Fällen, besonders nach starken Regenfällen kurz nach der Anwendung, kann es zu temporären Aufhellungen (Bleaching) an den Keimblättern der Kultur kommen. Diese Symptome sind meist rein optischer Natur, da der Wirkstoff Clomazone kurzzeitig von der Kultur aufgenommen wurde. Die Kulturen verwachsen sich in der Regel schnell und ohne Ertragsbußen.

Welche Rolle spielt die Windgeschwindigkeit bei der Ausbringung von Sirtaki?

Aufgrund der physikalischen Eigenschaften von Clomazone ist die Vermeidung von Abdrift extrem wichtig, um empfindliche Nachbarkulturen oder Gehölze vor Verfärbungen zu schützen. Du solltest die Behandlung nur bei sehr geringen Windgeschwindigkeiten und unter Verwendung von abdriftmindernden Düsen durchführen.

Wie findest du auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Mischpartner für Sirtaki?

Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach Herbiziden filtern, die für deine jeweilige Kultur (wie Winterraps oder Kartoffeln) im Vorauflauf registriert sind. Vergleiche dort die Wirkstoffe und HRAC-Klassen, um einen optimalen, resistenzvorbeugenden Tankmix zusammenzustellen.