SIRTAKI
SIRTAKI ist ein hochwirksames, selektives Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Winterraps, Sommerraps und Kartoffeln. Der bewährte Wirkstoff Clomazone liegt hier in einer modernen Kapselsuspension (CS) vor. Diese innovative Formulierungstechnologie ermöglicht eine kontrollierte und verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs auf der Bodenoberfläche, wodurch die Abdrift- und Verdampfungsneigung signifikant reduziert und die Verträglichkeit für die Kultur optimiert wird.
Das Pflanzenschutzmittel wird im Vorauflaufverfahren unmittelbar nach der Saat bzw. dem Legen der Kartoffeln (BBCH-Stadium 00 bis 08) eingesetzt. Es bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger direkt beim Durchstoßen der obersten Bodenschicht erfasst. Durch sein breites Wirkungsspektrum sichert SIRTAKI den Kulturen einen unkrautfreien Start und legt das Fundament für hohe Erträge.
Dank der flexiblen Aufwandmengen von 0,25 bis 0,33 l/ha lässt sich die Intensität der Behandlung optimal an die spezifischen Bodenverhältnisse und den lokalen Unkrautdruck anpassen. SIRTAKI ist damit ein unverzichtbarer Baustein für moderne, wirtschaftliche Pflanzenschutzstrategien im professionellen Ackerbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in SIRTAKI enthaltene Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13. Er wirkt als selektiver Hemmstoff der Carotinoid-Biosynthese, genauer gesagt der DOXP-Synthase. Da Carotinoide eine essenzielle Schutzfunktion für das Chlorophyll gegen photodynamische Zerstörung durch Sonnenlicht besitzen, führt das Fehlen dieser Pigmente zu einer schnellen Zerstörung des Chlorophylls in den betroffenen Pflanzenzellen. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln und das Hypokotyl der auflaufenden Unkräuter. Nach der Absorption wird der Wirkstoff akropetal mit dem Transpirationsstrom in die Blätter transportiert. Das typische Wirkungssymptom ist eine charakteristische, vollständige Entfärbung (Bleaching) der neu austreibenden Pflanzenteile, die schließlich zum Absterben der Schaderreger führt.
Resistenzmanagement
Da Clomazone der HRAC-Gruppe 13 angehört, besitzt SIRTAKI einen einzigartigen Wirkungsmechanismus, für den in Deutschland bei den relevanten Unkrautarten derzeit keine nennenswerten Resistenzen vorliegen. Um dieses wertvolle Werkzeug langfristig zu sichern, sollte das Pflanzenschutzmittel stets in ein integriertes Gesamtkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel der Kultur sowie die Kombination oder den jährlichen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 5) im Rahmen der Fruchtfolge.
Mischbarkeit & Tankmischung
SIRTAKI ist hervorragend mit anderen gängigen Vorauflaufherbiziden mischbar. Im Rapsanbau sind Tankmischungen mit Metazachlor-haltigen Produkten Standard, um eine lückenlose Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern und weiteren dikotylen Arten zu gewährleisten. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Anwendung sollte auf feuchten, gut abgesetzten Böden ohne grobe Kluten erfolgen, um eine lückenlose Barrierewirkung zu erzielen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit SIRTAKI ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen in angrenzenden Biotopen sind die vom BVL erteilten Abstandsauflagen und die Pflicht zur Verwendung driftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, jedoch sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Gewässerorganismen und der lokalen Fauna genauestens zu berücksichtigen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 0.33 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist die Bodenfeuchtigkeit bei der Anwendung von SIRTAKI so wichtig?
Da der Wirkstoff Clomazone überwiegend über die Wurzeln und das Hypokotyl der keimenden Unkräuter aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit entscheidend. Nur in einem feuchten Boden kann sich der Wirkstofffilm optimal in der obersten Bodenschicht verteilen und von den Keimlingen aufgenommen werden. Bei extremer Trockenheit kann die herbizide Wirkung unzureichend ausfallen.
Welche Bedeutung hat die Kapselformulierung (CS) von SIRTAKI in der landwirtschaftlichen Praxis?
Die CS-Formulierung umschließt den Wirkstoff Clomazone in Mikrokapseln, was die Flüchtigkeit des Wirkstoffs nach der Ausbringung erheblich reduziert. Dadurch wird das Risiko von Ausgasungen und damit einhergehenden Bleichschäden (Chlorosen) an benachbarten Nichtzielkulturen oder Saumstrukturen im Vergleich zu älteren EC-Formulierungen drastisch minimiert und die Kulturverträglichkeit verbessert.
Kann SIRTAKI auch nach dem Auflaufen der Kulturpflanzen eingesetzt werden?
Nein, die Zulassung von SIRTAKI beschränkt sich streng auf den Zeitraum vor dem Auflaufen (BBCH-Stadium 00 bis 08). Eine spätere Behandlung im Nachauflauf kann zu schweren Phytotox-Schäden in Form von charakteristischen Aufhellungen und Wachstumshemmungen an den Kulturpflanzen führen.
Welche technischen Vorgaben zur Driftminderung müssen bei der Applikation beachtet werden?
Aufgrund der spezifischen Eigenschaften von Clomazone ist die Anwendung an strenge gesetzliche Auflagen des BVL gebunden. Dazu gehört in der Regel der Einsatz von driftmindernden Düsen (mindestens 90 % Driftreduktion) auf der gesamten Fläche sowie die Einhaltung von maximalen Windgeschwindigkeiten und Temperaturgrenzen während der Spritzung, um Wirkstoffverlagerungen zu verhindern.
Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei Starkregen kurz nach der Behandlung?
Starkregen unmittelbar nach der Applikation kann dazu führen, dass der Wirkstoff in tiefere Bodenschichten eingewaschen wird. Bei sehr flach gesätem Raps oder unzureichend mit Erde bedeckten Kartoffeldämmen kann dies vorübergehende Chlorosen an den auflaufenden Kulturen verursachen. Ein gut rückverfestigtes und feinkrümeliges Saatbett minimiert dieses Risiko deutlich.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech passende Mischungspartner für SIRTAKI?
Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserer Datenbank, um nach registrierten Pflanzenschutzmitteln für Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterraps) zu suchen. Sie können gezielt nach komplementären Wirkstoffen wie Metazachlor filtern, um eine optimale, auf Ihren Standort abgestimmte Tankmischung für den Vorauflauf zusammenzustellen.