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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

Soleil

BVL Zul.-Nr. 007454-00

Soleil ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Nufarm Deutschland GmbH, das speziell für den Schutz von Weizen (Weichweizen) gegen ein breites Spektrum ertragsmindernder Pilzkrankheiten entwickelt wurde. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um sowohl präventiven Schutz als auch kurative Wirkung im Feld zu entfalten.

Das Anwendungsspektrum umfasst die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Getreidebau, darunter Rostpilze (Gelb- und Braunrost), Echten Mehltau sowie die Blatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum). Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der Bekämpfung von Fusarium-Arten, die nicht nur den Ertrag schmälern, sondern auch die Kornqualität durch Mykotoxine belasten können. Dank des breiten Zulassungsfensters lässt sich Soleil flexibel an den Infektionsdruck und die Bestandesentwicklung anpassen.

Wirkstoffe

Bromuconazol
167 g/L · Wirkstoff
Tebuconazol
107 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Soleil basiert auf der Kombination von Bromuconazol und Tebuconazol. Beide Wirkstoffe gehören zur chemischen Klasse der Triazole (DMI-Fungizide) und sind in der FRAC-Gruppe 3 (Demethylierungs-Inhibitoren) klassifiziert. Sie greifen aktiv in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Baustein der Pilzzellmembran. Durch die Blockade der C14-Demethylase wird der Aufbau funktionsfähiger Zellmembranen gestört, was das Wachstum der Pilzhyphen effektiv stoppt. Nach der Applikation dringen die Wirkstoffe rasch in das Pflanzengewebe ein und werden systemisch (akropetal) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet, dass auch neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt werden und bereits im Gewebe etablierte Infektionen (kurativer Effekt) erfolgreich gestoppt werden.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in Soleil der FRAC-Gruppe 3 angehören, besteht bei wiederholter Alleinanwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte Soleil stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffklassenwechsel (z. B. im Wechsel mit Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) in der Spritzfolge sowie die strikte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Soleil zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern aus, die im Weizenbau üblich sind. Bei der Kombination mit Blattdüngern oder Mikronährstoffen sollte vorab eine Verträglichkeitsprobe durchgeführt werden. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme empfiehlt sich die Verwendung ausreichender Wassermengen (in der Regel 200 bis 400 l/ha), insbesondere bei dichten Beständen, um eine homogene Anlagerung auf den Zielflächen zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen und länderspezifische Pufferzonen) zu beachten. Das Produkt ist bezüglich seiner Bienengefährlichkeit so eingestuft, dass es bei vorschriftsmäßiger Anwendung die Bienen nicht gefährdet (B4-Einstufung), dennoch sollte eine Applikation außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden bevorzugt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenFusarium-Arten61–691.2 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)30–691.2 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.2 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–691.2 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.2 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Soleil gegen Ährenfusarium?

Die beste Wirkung gegen Fusarium-Arten wird erzielt, wenn die Applikation gezielt in die Blüte der Kultur (BBCH 61 bis 65) erfolgt. Idealerweise sollte die Behandlung innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einem Niederschlagsereignis stattfinden, da Feuchtigkeit während der Blüte die Infektion begünstigt.

Kann Soleil bereits in frühen Wachstumsstadien zur Halmbasissicherung eingesetzt werden?

Obwohl Soleil ab BBCH 30 zugelassen ist, liegt die Stärke der Formulierung in der Bekämpfung von Blatt- und Ährenkrankheiten. Für eine gezielte Halmbasisbehandlung (z. B. gegen Halmbruch) im frühen Frühjahr sind spezialisierte Fungizidpartner besser geeignet; Soleil entfaltet sein volles Potenzial ab dem Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 37/39) bis zum Ende der Blüte.

Warum enthält Soleil zwei verschiedene Triazol-Wirkstoffe?

Die Kombination aus Bromuconazol und Tebuconazol erweitert das Wirkungsspektrum und verbessert die Kurativleistung. Da beide Wirkstoffe unterschiedliche physikochemische Eigenschaften (wie Mobilität in der Pflanze und Wirkungsgeschwindigkeit) aufweisen, ergänzen sie sich perfekt in der Dauerwirkung und verringern das Risiko von Wirkungslücken bei wechselnden Temperaturen.

Wie schnell ist Soleil nach der Ausbringung regenfest?

Dank der systemischen Eigenschaften und der optimierten Formulierung dringen die Wirkstoffe schnell in die Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits zwei Stunden nach der Anwendung regenfest, sodass auch unbeständige Witterungsphasen flexibel genutzt werden können.

Was muss bezüglich der Wartezeit bei einer späten Anwendung in Weizen beachtet werden?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit (PHI) für Soleil in Weizen beträgt 42 Tage. Bei einer späten Anwendung zur Ährenbehandlung (bis BBCH 69) muss sichergestellt sein, dass dieser Zeitraum bis zur geplanten Ernte strikt eingehalten werden kann, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.